#67 Wiederherstellender Eingriff für Opfer weiblicher Genitalverstümmelung

Die weibliche Genitalverstümmlung ist in vielen Ländern (vor allem in Afrika) leider immer noch trauriger Alltag. Zwar gibt es seit Jahrzehnten internationale Bestrebungen, diesen Vorgang weiter zurückzudrängen – aber die Weltgesundheitsorganisation WHO geht davon aus, dass weltweit über 200 Millionen Mädchen und Frauen mit Genitalverstümmelung leben müssen. Seit 1997 haben übrigens 20 afrikanische Länder ein Gesetz gegen Genitalverstümmelung erlassen – aufgrund fehlender Strafverfolgung wird es aber weiter praktiziert. (Quelle: dsw.org)

Ivona Percec, eine Medizinerin am Penn Medicine’s Center for Human Appearance, ein eine wiederherstellende Operationsprozedur für Frauen entwickelt, welche Opfer von Genitalverstümmelung geworden sind. Ihre Arbeit hat sie bislang an drei Patientinnen durchgeführt und darüber im Fachmagazin Aesthetic Surgery Journal berichtet. Dieser Eingriff kann für die Betroffenen einerseits die sexuelle Funktion erhöhen und – zumindest bei den frühen Erfahrungen bei diesen drei Personen – zudem dazu beitragen, die emotionalen und psychologischen Wunden, die mit der Verstümmelung verbunden sind, etwas zu heilen.

Die Weltgesundheitsorganisation unterscheidet zwischen vier verschiedenen Schweregraden der Verstümmelung. Die drei Patientinnen litten unter einer Verstümmelung des 2. Grades. Ihnen wurden die Klitoris und die inneren Schamlippen teilweise oder komplett entfernt. Alle drei waren im Alter von 30 bis 33 Jahren und von Sierra Leone in die USA ausgewandert. Alle drei waren verheiratet, erzählten ihren Männern aber nichts davon, dass sie Opfer von Genitalverstümmelung waren. Sex mit dem Partner war möglich, nur ohne Lustempfinden, sondern viel eher mit Schmerz:

“All of them were able to have intercourse, but without pleasure – usually with pain. None of them ever let their partners see their vaginal area.”

Der Eingriff ist laut Percec „simpel, aber effektiv“ und hofft, dass auch bald andere plastische Chirurgen diese Technik einsetzen. Bei einer Nachuntersuchung (durchschnittlich nach einem Jahr) berichten die drei Patientinnen von einer verbesserten sexuellen Funktion und einer verringerten Peinlichkeit gegenüber ihrer Partner. Alle drei würden diesen Eingriff für weitere Opfer weiterempfehlen.


Weiterführende Links und Quellen:

Bildquelle: CC BY SA (2.0), MONUSCO Photos, „6 February 2014. International Day of Zero Tolerance of Female Genital Mutilation.“, Flickr

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