#101 Experimenteller Zika-Impfstoff zeigt vielversprechende frühe Ergebnisse

Der lange Zeit relativ unbekannte Zika-Virus (Abkürzung: ZIKV) hat sich seit 2015 in vielen Ländern Lateinamerikas verbreitet. Aktuell sind auf der ganzen Welt 84 Staaten betroffen. Am 1. Februar 2016 rief die Weltgesundheitsorganisation einen „öffentlicher Gesundheitsnotstand internationalen Ausmaßes“ aus.

Der Virus wird durch Stechmücken übertragen. Der Infektionsverlauf beim Menschen verläuft normalerweise relativ glimpflich, bislang sind keinerlei Tote durch den Virus nachgewiesen. Für Schwangere jedoch ist die Infektion eine große Gefahr: Föten von infizierten Schwangeren wurden mit Mikrozephalie (also eine Fehlbildung, bei der der Kopf eine deutliche geringer Größe hat) geboren, manche sterben bereits kurz nach der Geburt.

Ein von einem Arm des US-amerikanischen National Institutes of Health entwickelte experimenteller Zika-Impfstoff zeigt nun aber bei frühen menschlichen Studien recht vielversprechende Ergebnisse. Dieser Impfstoff wurde auf DNA-basierter Technologie gearbeitet. Bei traditionellen Impfstoffen ist oftmals die Kultivierung und das Wachstum von Viren und Bakterien notwendig, was mitunter mehrere Monate dauert. Bei DNA-Impfstoffen geht das deutlich schneller: Dabei werden Gene, die in Verbindung mit einem bestimmten Virus oder Bakterium stehen, in synthetische DNA eingesetzt.

Nun startet eine weitere, größere Versuchsreihe. In der zweiteiligen Studie werden rund 2.500 TeilnehmerInnen in sechs Staaten am gesamten amerikanischen Kontinent untersucht und geimpft. Bereits Ende des Jahres 2017 könnten erste Ergebnisse vorliegen, wobei man sich hier fast wünschen muss, dass sie später kommen. Denn 2017 ist nur bei einer gewissen Verbreitung von Zika haltbar – kommt es also zu weniger Infektionen, verzögert sich dadurch die Studie.

Wenn die Tests positiv verlaufen, dann wäre der Zika-Impstoff bei der Zulassung der erste DNA-Impfstoff für Menschen. Wissenschaftler arbeiten zwar bereits seit 25 Jahren an verschiedenen DNA-Impfstoffen, hatten aber bislang immer Probleme, dass diese dann im Körper aktiviert wurden und ihren Dienst verrichteten.


Weiterführende Links und Quellen:

Bildquelle: CC BY (2.0)CDC Global Health, Flickr

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