#161 Restaurierte Fahrräder für benachteiligte Kinder

Folsom State Prison ist wohl (neben dem 1963 geschlossenen Alcatraz) das bekannteste Gefängnis Kaliforniens. Seit Johnny Cash besang es erstmals 1955 mit dem „Folsom Prison Blues“, 1968 spielte er schließlich sein weltberühmtes Konzert vor den Insassen. Heute zählt das Gefängnis rund 4.000 Strafgefangene – einer davon ist Mauricio Argueta.

Er arbeitet rund 60 Stunden pro Woche um hunderte Fahrräder pro Jahr in einem Arbeitsprogramm wieder auf Vordermann zu bringen. Diese Fahrräder werden dann Kindern überreicht, deren Eltern es sich die meist recht teure Anschaffung nicht leisten können.

In den 1980er Jahren wurde das Restaurationsprogramm entwickelt – und wird seither organisiert vom Cameron Park Rotary Club und dem Folsom Moose Lodge. Von Anfang an war das Ziel, die Insassen zu beschäftigen und dabei benachteiligten Kindern ein Geschenk in den Ferien geben zu können.

Normalerweise sind in diesem Restaurationsprogramm mehrere Insassen angestellt – in diesem Jahr ist es aber wirklich nur Mauricio Argueta, der für all die Räder zuständig ist. Zu Weihnachten 2016 konnten dank seiner Arbeit über 200 Räder an Kinder ausgegeben werden.

“The kids win, the adults win, and the inmates win for providing a service for people on the outside“ (Bill Huges, Mitglied des Cameron Park Rotary Clubs, The Sacramaento Bee)

In den vergangenen Jahren bekommen nicht mehr nur benachteiligte Kinder Fahrräder: Auch Obdachlose oder mittellose VeteranInnen bekommen. Im Restaurationsprogramm können nicht-gewalttätige Straftäter arbeiten. In 24 Monaten soll Argueta das Gefängnis verlassen. Sobald er frei ist, möchte (laut The Sacramento Bee) er einen eigenen Bikeshop aufmachen – und auch weiter der Gesellschaft helfen.


Weiterführende Links und Quellen:

Updateinfo: 12. Juni, 9 Uhr 10 – Zuvor stand im Titel statt „benachteiligt“ das Wort „unterprivilegiert“. Dabei bezog ich mich auf die Definition von Duden: „(von bestimmten Menschen, Schichten, Minderheiten, Völkern) nicht oder nur eingeschränkt an bestimmten Rechten, Privilegien, Vorteilen in sozialer oder ökonomischer Hinsicht teilhabend.“ Hier also Kinder, die von vielen Dingen aufgrund ihrer sozialen Stellung (und damit einhergehend mit der finanziellen Lage der Eltern) in der Gesellschaft ausgeschlossen sind. Das Wort bereitete mir aber Bauchweh. Das neue Wort, „benachteiligt“ beschreibt es nun einfach besser – wobei man natürlich auch da wieder über den Begriff streiten kann.

Bildquelle: CC0 Public Domain, markusspiske, Pixabay

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