Vor drei Jahren haben sich ForscherInnen der Johns Hopkins Universität eine Frage gestellt: Ob die Kluft bei der Lesefähigkeit zwischen Kindern aus armen bzw. wohlhabenderen Familien geschlossen werden könnte, wenn man jenen aus armen Familien kostenlose Brillen zur Verfügung stellen würde?

Die ersten Ergebnisse zeigen: Viele Kinder sind offenbar wirklich lange Zeit an ihrer Fehlsichtigkeit gescheitert. Eine Ursache dabei ist, dass Kinder sich bislang nur drei Mal einem Sehtest unterziehen müssen: vor dem Kindergarten, in der ersten Schulstufe und dann erst wieder in der achten. Stärker werdende Fehlsichtigkeiten werden dazwischen oftmals gar nicht bemerkt.

Aber von vorne: Um ihre Hypothese auszutesten, haben die ForscherInnen daraufhin an einigen wenig hundert Kindern Sehtests vorgenommen und jene mit einer Fehlsichtigkeit mit Brillen ausgestattet. Und obwohl die Stichprobe nur relativ gering war, zeigte die beobachtete Performance in der Schule große Verbesserungen.

Aus diesem Grund hat die Stadt Baltimore (in welcher auch die Johns Hopkins Universität ihren Sitz hat) im Mai 2016 ein großes Pilotprojekt gestartet – mit umfangreicher Unterstützung: So ist das Gesundheitsamt mit dabei, einem Verbund der öffentlichen Schulen, dem Johns Hopkins Wilmer Eye Institute, der Johns Hopkins School of Education, dem Brillenhändler Warby Parker und einer landesweit agierenden Non-Profit-Orgnanisation namens „Vision To Learn“. Das Projekt kann auch nur aus dieser Form der Philantropie bestehen – die Kosten für ein solch großes Projekt sind grundsätzlich sehr hoch.

Innerhalb von drei Jahren soll das Projekt namens „Vision for Baltimore“ 150 Schulen besuchen und an 60.000 SchülerInnen Sehtests durchführen. Von Mai 2016 bis Mitte August 2017 hat das Projekt bereits 18.000 Sehtests durchgeführt und 2.000 Brillen ausgegeben. Am Ende sollen es 8.000 ausgegebene Brillen sein.

“When the kids are wearing glasses and they’re doing better, the attendance is higher, and the standardized test scores have improved, then you can really make the argument for why this needs to be built into what schools do“, Megan Collins, Forschungsleiterin der Studie


Weiterführende Links und Quellen:

Bildquelle: CC0 Public DomainPexelsPixabay

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