Wohltätige Restaurants gibt es glücklicherweise schon viele, doch wenige sind so wie die Madrider Lokale „Robin Hood“. Hier gibt es „nicht nur“ eine Armenspeisung oder ähnliches – man möchte den Menschen durch das Ambiente auch ihre Würde zurückgeben. Die KellnerInnen tragen Fliege zum Hemd, es gibt Porzellan und weiße Tischwäsche und das Essen wählt man von der Speisekarte.

Die Idee zu dem Projekt hatte Pater Ángel García Rodríguez, der vor einem halben Jahrhundert (im Jahr 1962) die „Mensajeros de la Paz“ („Botschafter des Friedens“), eine spanische Nichtregierungsorganisation, gegründet hat. Aktuell ist die NGO in 55 Ländern vertreten, 4.000 Mitarbeiter und mehrerer Tausend Freiwillige zählt man heute.

Für Rodríguez ist es, nüchten betrachtet, ein Resozialisierungsprogramm. Das bedeutet auch, dass nicht jeder in den Genuss von Robin Hoods Küche kann. Dafür braucht man einen Restaurantpass: Diesen erhält man nach Gesprächen mit einem kleinen Team von PsychologInnen. Im Beitrag der Süddeutschen sind die Auflagen kurz angerissen:

Anwärter auf den Restaurantpass dürfen weder Alkohol- noch Drogenprobleme haben, sie müssen behördlich gemeldet sein, über einen Wohnsitz verfügen – auch wenn es nur ein Heim für Obdachlose ist – und einen Arbeitsplatz suchen. Auch müssen sie in der Lage sein, sich selbst zu pflegen. Dass dies kostenlos möglich ist, stellen die „Botschafter des Friedens“ ebenfalls sicher: Es gibt Kleiderkammern, die aus Spenden bestückt werden, und durch die sozial schwächeren Viertel Madrids kurvt der Pelobús, ein zum rollenden Frisörsalon umgebauter Campingbus, in dem alle, die kein Geld haben, einen Haarschnitt bekommen können. (sueddeutsche.de)

Wer nicht reinkommt, kann natürlich noch in die sieben Suppenküchen gehen, die von der Hilfsorganisation unterhalten werden. Die Plätze im Robin Hood sind aber für jene reserviert, die sich aus eigener Kraft wieder ein geregeltes Leben aufbauen möchten. Der Erfolg spricht für sich: Vor acht Monaten gestartet gibt es nun schon die dritte Filiale.

Während in den Berichten auf welt.de, theguardian.com, enorm-magazin.de und theindependent.co.uk, sowie im nachfolgenden Video erklärt wird, dass die Gäste untertags (Vormittag und Mittag) normalpreisige Speisen essen und damit den kostenlosen Abendbetrieb mitfinanzieren, so erklärt Thomas Urban in der Süddeutschen, dass dem offenbar nicht so ist – er spricht da von zwei unterschiedlichen Unternehmungen.


Weiterführende Links und Quellen:

Bildquelle: CC0 Public DomainmcaumelPixabay

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