Die Bundestagswahl in Deutschland sowie eine Volksabstimmung in der Schweiz fand am gestrigen Sonntag statt, die Nationalratswahl in Österreich am 15. Oktober: Und wie wir alle sehen können, entsteht dabei sehr viel Müll. Die im ganzen Land aufgestellten Plakate landen nach dem Urnengang in der Verbrennung – und das, obwohl sie zum Teil (oder komplett) aus Kunststoffen bestehen.

Die Bonner Recycling-Firma Ascon hat sich vorgenommen, sich dem politischen Werbemüll anzunehmen. Es ist nicht die einzige Firma – auch z.B. Prop-Plakat oder Braun und Klein recyceln die Plakate, sofern etwas zurückgeschickt wird. Doch das ist oftmals nicht der Fall. Andreas Henn von Ascon hat hingegen die Parteien angeschrieben und ihnen eine Arbeitsteilung vorgeschlagen: Die Parteien sammeln die Plakate wieder ein – und das Unternehmen holt sie dann ab. Testlauf war die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen im Mai 2017.

Die Plakate (jene, die an Straßenlaternen angebracht sind) bestehen aus Polypropylen, „vorne Folie, hinten Folie, dazwischen eine Wellenstruktur, die das ganze stabil macht“. Daraus können Shampooflaschen gemacht werden oder Trinkbecher – und eben auch wieder neue Wahlplakate.

Ob es sich wirtschaftlich rechnet, weiß Henn noch nicht ganz. Aber er erklärt es so: „Wenn das nicht so ist, werden wir das trotzdem noch mal machen.“ Doch sollte alles glatt laufen, wäre es für die Parteien billiger als das Verbrennen und für das Unternehmen ein Zuverdienst: Je nach Marktlage hat das Mahlgut der alten Plakate einen Wert von 450 bis 520 Euro pro Tonne.


Weiterführende Links und Quellen:

Bildquelle: CC BY (2.0), Markus Spiske, „Bundestagswahl 2017 #btw2017 SPD Martin Schulz“, Flickr

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