#358 Tollwut in Afrika durch Hundeimpfungen ausrottbar

In Europa ist Tollwut seit 20 Jahren so gut wie ausgerottet – in Afrika oder auch Asien streben jedoch immer noch zehntausende Menschen daran. Eine neue Studie zeigt aber: Man kann auch auf diesen beiden Kontinenten die Ausrottung hinbekommen – indem man Hunde impfen lässt.

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In Europa ist Tollwut seit 20 Jahren so gut wie ausgerottet – in Afrika oder auch Asien streben jedoch immer noch zehntausende Menschen daran. Eine neue Studie zeigt aber: Man kann auch auf diesen beiden Kontinenten die Ausrottung hinbekommen – indem man Hunde impfen lässt.

TropenmedizinerInnen des Schweizerischen Tropen- und Public-Health-Institus Swiss TPH haben 2012 und 2013 in der Hauptstadt des Tschad, in N’Djamena, pro Jahr 20.000 Hunde gegen Tollwut geimpft – über 65 Prozent der geschätzten Hundepopulation. Damit fiel die Fortpflanzungszahl, also die Anzahl der Sekundärinfektionen, auf unser eins – damit wurde die Übertragung unterbrochen.

 Die Forscher kommen zum Schluss, dass eine wirksame Tollwutbekämpfung mit dem politischen Willen und den notwendigen finanziellen Mitteln in Afrika machbar ist. (unibas.ch)

Damit die Tollwut in einem Zeitraum von 20 Jahren in Zentral- und Westafrika erfolgreich bekämpft wird, würden sich die Kosten auf 1 Milliarde Euro belaufen – dazu braucht es aber einen gemeinsamen Ansatz der afrikanischen Staaten. Zugleich könnte diese Zusammenarbeit zu Frieden und weitergehender Kooperation führen.


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Bildquelle: CC0 Public DomainAlexas_FotosPixabay

#304 Fahrräder als Entwicklungshilfe

Die „World Bicycle Relief“ produziert unverwüstliche Fahrräder für Entwicklungsländer – Hundertausende davon sind schon im Umlauf. Mittelfristiges Ziel ist eine Jahresproduktion von einer Million Stück.

Frederick K. und Stanley Day haben 1987 den Fahrradteile-Hersteller Sram in Chicago gegründet. Doch heute produzieren sie nicht mehr das leichte, moderne City-Bike, sondern das „Buffalo Bike“. Es ist „stahlschwer, klobig, unverwüstlich“ (sueddeutsche.de). 370.000 dieser Fahrräder bringen nun bereits Menschen in Entwicklungsländern zur Schule oder in den nächsten Ort. Ziel ist eine Jahresproduktion von einer Million Fahrrädern.

Alles begann nach dem Tsunami in Sri Lanka. Damals spendeten sie statt Geld 24.000 Fahrräder an betroffene Dörfer. Doch ein stabiles, immer einsetzbares Fortbewegugsmittel wird weltweit gebraucht. So entstand die „World Bicycle Relief“ und kreierte das „Buffalo Bike“:

Stahlrahmen, Stahlgepäckträger, Stahllenker, Stahlräder. Rücktrittbremse, keine Schaltung, eine schmale Halterung für die Beleuchtung. (sueddeutsche.de)

Nun dient es auch als Gefährt für Ärzte und Ärztinnen im Kampf gegen Malaria – damit kommt man auch in die entlegensten Dörfer. Die Gepäcksträger ist für 100 Kilogramm Last ausgelegt.

Der Rahmen wird in China gefertigt, montiert werden die Räder in Afrika. 1.700 Mechaniker in Sambia, Malawi, Kenia und Simbabwe sind für den Zusammenbau verantwortlich. Zwei Drittel der 32.000 in diesem Jahr bisher gefertigten Räder werden für 120 bis 140 Euro verkauft. Ein Drittel davon wird im Tausch gegen Bildung verschenkt: Schüler dürfen das Rad nur behalten, wenn sie zwei Jahre lang damit in die Schule fahren. Und weil Mädchen beim Schulbesuch benachteiligt werden, gehen 70 Prozent der Räder an Mädchen. Allein 120.000 solcher Räder wurden an Schülerinnen und Schüler ausgegeben.


Weiterführende Links und Quellen:

Bildquelle: (c) World Bicycle Relief

#285 Erste friedliche Machtübergabe in Liberia steht bevor

Die am Dienstag, den 10. Oktober, abgehaltenen Parlaments- und Präsidentenwahl im westafrikanischen Liberia sind friedlich verlaufen. Für das vom Bürgerkrieg gebeutelte Land wird dies nun das erste Mal seit 73 Jahren, dass eine gewählte Regierung durch demokratische Wahlen ausgewechselt wird.

Die am Dienstag, den 10. Oktober, abgehaltenen Parlaments- und Präsidentenwahl im westafrikanischen Liberia sind friedlich verlaufen. Am Tag danach begann man mit der Auszählung – ein offizielles Ergebnis wird am 25. Oktober erwartet. Doch egal welcher der 20 KandidatInnen das Amt von Ellen Johnson-Sirleaf übernehmen wird – es wird ein Fortschritt sein für das von Bürgerkrieg gebeutelte, wirtschaftlich schwache Land: „Es ist das erste Mal seit 73 Jahren, dass eine gewählte Regierung durch Wahlen ausgewechselt wird.“ (fr.de)

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Liberia grenzt an Sierra Leone im Nordwesten, Guinea im Norden und die Elfenbeinküste im Osten

Johnson-Sirleaf wurde 2005 gewählt und 2006 ins Amt eingeführt – und war damit die erste demokratisch gewählte Präsidentin eines afrikanischen Staates. Nach rund 14 Jahren Bürgerkrieg war es ihre Aufgabe, den gerade erst entstandenen Frieden zu bewahren und die Wirtschaft zu verbessern. Das gelang ihr zu einem Teil auch – 2011, im Jahr ihrer Wiederwahl erhielt sie zudem den Friedensnobelpreis.

Die Wirtschaft wuchs auch wirklich im vergangenen Jahrzehnt, wie diese Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) pro Kopf in US-Dollar zeigt:

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Quelle: IMF. (n.d.). Liberia: Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf in jeweiligen Preisen von 2007 bis 2017 (in US-Dollar). In Statista – Das Statistik-Portal. Zugriff am 11. Oktober 2017

Zum Vergleich: Das Bruttoinlandsprodukt in Österreich betrug 2016 39.990 Euro. Gemessen am BIP pro Kopf in US-Dollar im Jahr 2016 liegt Liberia auf Platz 165 von 191 bestehenden Volkswirtschaften. In den vergangenen drei Jahren war Liberia zusätzlich von einer Ebola-Epidemie betroffen: zwar hatte Sierra Leone mehr Fälle, die Todeszahl in Liberia war aber am höchsten. Seit 2014 stockt auch das Wirtschaftswachstum etwas.

Die aussichtsreichsten Kandidaten für das Präsidentschaftsamt sind Joseph Boaki und George Weah. Boaki war in den vergangenen zwölf Jahren Vizepräsident unter Johnson-Sirleaf, Weah ist ein ehemalige Fußballstar und heutiger Senator – bereits 2005 war er angetreten und hatte erst in der Stichwahl gegen Johnson-Sirleaf verloren. Auch diesmal wird eine Stichwahl erwartet, da nicht zu erwarten ist, dass einer der Kandidaten über 50 Prozent der Stimmen erhalten wird.


Weiterführende Links und Quellen:

Bildquelle: Titelbild CC0 Public Domain, Public_Domain_PhotographyPixabay, Kartenbild CC0 Public Domain, onestopmapPixabay

#283 Pflanzliches Öl: Schuhsohlen aus Algen

ForscherInnen der University of California haben die weltweit ersten Flip-Flops vorgestellt, die mit Algenöl produziert werden. Jährlich werden 3 Milliarden Flip-Flops weltweit verkauft – mit dieser Entwicklung sollen diese in Zukunft Algenöl statt Erdöl enthalten.

ForscherInnen der University of California haben die weltweit ersten Flip-Flops vorgestellt, die mit Algenöl produziert werden. Durch diese Entwicklung sollen aktuell verwendete Sohlen (bei deren Entstehung Erdöl verwendet wird) verschwinden und damit auch die Gefahr gebannt werden, dass weiterhin die jährlich 3 Milliarden Stück, die weltweit verkauft werden, in Deponien, Flüssen und schließlich den Ozeanen landen. Gerade dort ist Polyurethan, der Hauptbestandteil von Schuhsohlen, einer der größten Schadstoffe.

Flip-Flops sind in Indien, China und Afrika die beliebtes Schuhbekleidung – deshalb dürfen die Algen-Flip-Flops kein sündhaft teuren Bio-Lösung werden. Das wissen auch die ForscherInnen: Mit dem Start der industriellen Herstellung solcher Flip-Flops soll ein Paar gerade einmal drei US-Dollar kosten.

Drei Professoren gründeten das Unternehmen Algenesis Materials, dort sind ausschließliche Studierende beschäftigt. Hier wird auch weitergeforscht: Aktuell sind diese Flip-Flops kompostierbar – in Zukunft möchte man aber auch versuchen, das Algenöl zurückzugewinnen (um aus alten, verschlissenen wieder neue Flip-Flops werden zu lassen).


Weiterführende Links und Quellen:

Bildquelle: Erik Jepsen/UC San Diego Publications

#143 GiveDirectly: Bedingungsloses Grundeinkommen soll Armut in Kenia bekämpfen

Die Non-Profit-Organisation GiveDirectly hat ein Programm gestartet, in welchen 26.000 Menschen in Kenia ein bedingungsloses Grundeinkommen erhalten sollen – 6.000 davon sogar über den Zeitraum von 12 Jahren.

Das bedingungslose Grundeinkommen ist nun schon seit einigen Jahren ein Thema. Dies wird kontrovers diskutiert und an einigen Orten bereits ausgetestet – wie z.B. zuletzt in Finnland. Doch kann es auch eine Möglichkeit sein, die Armut am afrikanischen Kontinent zu bekämpfen?

Die Non-Profit-Organisation GiveDirectly hat mit einem 12-Jahre-Pilot-Programm das bislang größte Experiment zum bedingungslosen Grundeinkommen gestartet. Dabei sollen 26.000 Menschen aus 200 verschiedenen kenianischen Orten beteiligt sein – 6.000 davon sollen durch das Projekt über den Zeitraum der ganzen zwölf Jahre ein bedingungsloses Grundeinkommen erhalten.

Dabei sollen sie 0,75 US-Dollar (rund 0,67 Euro) pro Tag erhalten. Das durchschnittliche Jahreeinkommen in Kenia liegt laut der Weltbank bei rund 1.340 US-Dollar bzw. 1231,05 Euro. Laut laenderdaten.info liegt das durchschnittliche Monatsgehalt bei 101 Euro. (Siehe dazu: Update-Information am Ende des Beitrages)

ForscherInnen an den Universitäten Princeton und MIT werten dabei die Daten aus und zeigen auf, ob das Programm effektiv ist oder nicht. Obwohl das Projekt bereits angelaufen ist, sammelt GiveDirectly weiter Geld aus der Crowd: Bislang konnten bereits 24,3 Millionen gesammelt werden.

Unter anderem investierte Pierre Omidyar, ein US-Amerikaner iranischer Herkunft und der Gründer der Auktionsplattform eBay, eine halbe Million US-Dollar in das Programm. Auch ein Mitbegründer von Facebook, Dustin Moskovitz, hat sich bereits beteiligt. Und so scheint es nur mehr eine Frage der Zeit zu sein, bis das Projekt wirklich starten kann und aussagekräftige Ergebnisse liefern wird können.

In diesem Podcast von Vox.com hört man Eindrücke aus Kenia, geht auf auftauchende Fragen ein und ist grundsätzlich sehr interessant anzuhören (auf Englisch):


Weiterführende Links und Quellen:

Update-Information/Erratum: Mir ist beim Umrechnen aufgrund von Komma und Punkt ein Fehler unterlaufen. In der ersten Version des Artikels schrieb ich darüber, dass das durchschnittliche Monatseinkommen bei rund 15 Euro liege, das ist natürlich falsch. Das Durchschnittseinkommen pro Monat liegt bei 101 Euro. Sorry! (Vielen Dank an Andreas und Andy fürs Aufmerksammachen und Andy fürs Liefern weiterer Quellen!)

Bildquelle: CC BY SA (2.0), wrcomms, Titel: Kenyan shillings, Flickr

#136 Elektrifizierung Kenias schreitet rasant voran

Anfang 2017 haben 55 % der Haushalte in Kenia haben Zugang zu Strom – 2013 waren es noch 27 %. Bis 2020 soll es schließlich universellen Zugang geben – dann werden 95 % aller Haushalte mit Strom versorgt sein.

ElektrifizierungKenia
Die Entwicklung der Elektrifizierungsrate in Kenia (Aus: qz.com, erstellt von Lily Kuo in Atlas, Quelle der Daten: Kenya Power & Lighting Corporation, Center of Global Development

Im Jahr 2016 wurden 1,3 Millionen weitere Haushalte in Kenia ans Stromnetzwerk angeschlossen. Damit haben nun 55 % aller Haushalte des Landes Zugang zur Strom – im Jahr 2013 waren es erst 27 %. Der Plan ist es, dass in weiteren vier Jahren (also bis 2020) „universal access“ zu erreichen – das bedeutet, dass 95 % aller Haushalte dann mit Strom versorgt sein sollen.

Mit Ende 2017 sollen dann 6,5 Millionen verbundene Haushalte erreicht werden – ein Plus von 800.000 innerhalb eines Jahres. Damit würde das 2017-Ziel von 70 % Netzabdeckung erreicht werden.

Es ist eine rasante Entwicklung, die Kenia durchmacht: Im Jahr 1990 hatten 11 % Haushalte , bis zum Jahr 2000 wuchs diese Rate auf 15 %, bis 2010 (bzw. auch 2013) auf 23 %. Gelingt der „universal access“ bis 2020 hätte es sich innerhalb von sieben Jahren vervierfacht.

Schätzungen nach leben am afrikanischen Kontinent rund 600 Millionen Menschen (70 % der Gesamtbevölkerung Afrikas) ohne Zugang zur Elektrizität. Gelingt es Kenia, bis 2020 einen universellen Zugang zu Strom zu bieten, wäre es eines der ersten afrikanischen Länder, denen das gelingt. Einzig Algerien, Mauritius und die Seychellen haben dies bereits geschafft.


Weiterführende Links und Quellen:

Bildquelle: CC0 Public Domain, cocoparisienne, Pixabay

#111 Memusi Foundation: Mit Bildung der Armut entkommen

Matthew Norton und seine Frau Sally waren 2006 das erste Mal in Kenia. Zuerst begannen sie Schulutensilien zu schicken, heute betreibt ihre Memusi Foundation vier Schulen in Kenia und Tansania. Nun wurden sie von der britischen Premierministerin mit dem „Points of Light Award“ ausgezeichnet.

Im Jahr 2006 waren Matthew Norton und seine Frau Sally das erste Mal in Kenia auf Urlaub. Seinen Einsatz für Bildung in Kenia begann damit, dass er Schulutensilien an eine Gemeinde in Kenia schickte. Doch das war erst der Anfang:

Heute betreiben ihre Memusi Foundation vier Schulen für jene Kinder, die bislang keinen Zugang zu Bildung hatten. Die Memusi School in Magadi, Kenia, machte 2007 den Anfang, 2008 kam die Queen Elizabeth Academy in Mlali, Tansania dazu, und 2015 schließlich eine zweite Memusi School in Shompole, Kenia. 2015 kamen zur Schule in Magadi auch eine weiterführende Schule dazu – die einzige in einem Umkreis von 200 Meilen (um die 321 Kilometer).

Das Konzept der Memusi Foundation ist es, dass jede Schule vier Schwerpunkte aufweist: neben qualitativ hochwertiger Bildung, Gesundheitsfür- und vorsorge (jedes Schulkind erhält zu Schulbeginn ein Malaria-Schutznetz), dem Aufbau von Gemeinschaften und der Zusammenarbeit mit Gemeinden und schließlich Nachhaltigkeit.

Eintausend Kinder erhalten durch die Schulen der Memusi Foundation kostenlosen Zugang zu Bildung. Finanziert wird das Projekt durch Spenden. Jährlich werden zudem 120 VoluntärInnen vom Vereinigten Königreich nach Kenia geschickt – die Hälfte davon sind Nortons KollegInnen des Lloyds Banking Group, seinem eigentlichen Arbeitsplatz.

Nun wurde die Memusi Foundation von der britischen Premierministerin Theresa May mit dem „Points of Light Award“ ausgezeichnet.


Weiterführende Links und Quellen:

Bildquelle: CC0 Public Domain, ludi, Pixabay

#67 Wiederherstellender Eingriff für Opfer weiblicher Genitalverstümmelung

Eine Medizinerin in den USA hat einen wiederherstellenden Eingriff für Opfer von weiblicher Genitalverstümmelung entwickelt – die Erfahrungsberichte ihrer ersten drei Patientinnen, ein Jahr nach dem Eingriff, sind positiv.

Die weibliche Genitalverstümmlung ist in vielen Ländern (vor allem in Afrika) leider immer noch trauriger Alltag. Zwar gibt es seit Jahrzehnten internationale Bestrebungen, diesen Vorgang weiter zurückzudrängen – aber die Weltgesundheitsorganisation WHO geht davon aus, dass weltweit über 200 Millionen Mädchen und Frauen mit Genitalverstümmelung leben müssen. Seit 1997 haben übrigens 20 afrikanische Länder ein Gesetz gegen Genitalverstümmelung erlassen – aufgrund fehlender Strafverfolgung wird es aber weiter praktiziert. (Quelle: dsw.org)

Ivona Percec, eine Medizinerin am Penn Medicine’s Center for Human Appearance, ein eine wiederherstellende Operationsprozedur für Frauen entwickelt, welche Opfer von Genitalverstümmelung geworden sind. Ihre Arbeit hat sie bislang an drei Patientinnen durchgeführt und darüber im Fachmagazin Aesthetic Surgery Journal berichtet. Dieser Eingriff kann für die Betroffenen einerseits die sexuelle Funktion erhöhen und – zumindest bei den frühen Erfahrungen bei diesen drei Personen – zudem dazu beitragen, die emotionalen und psychologischen Wunden, die mit der Verstümmelung verbunden sind, etwas zu heilen.

Die Weltgesundheitsorganisation unterscheidet zwischen vier verschiedenen Schweregraden der Verstümmelung. Die drei Patientinnen litten unter einer Verstümmelung des 2. Grades. Ihnen wurden die Klitoris und die inneren Schamlippen teilweise oder komplett entfernt. Alle drei waren im Alter von 30 bis 33 Jahren und von Sierra Leone in die USA ausgewandert. Alle drei waren verheiratet, erzählten ihren Männern aber nichts davon, dass sie Opfer von Genitalverstümmelung waren. Sex mit dem Partner war möglich, nur ohne Lustempfinden, sondern viel eher mit Schmerz:

“All of them were able to have intercourse, but without pleasure – usually with pain. None of them ever let their partners see their vaginal area.”

Der Eingriff ist laut Percec „simpel, aber effektiv“ und hofft, dass auch bald andere plastische Chirurgen diese Technik einsetzen. Bei einer Nachuntersuchung (durchschnittlich nach einem Jahr) berichten die drei Patientinnen von einer verbesserten sexuellen Funktion und einer verringerten Peinlichkeit gegenüber ihrer Partner. Alle drei würden diesen Eingriff für weitere Opfer weiterempfehlen.


Weiterführende Links und Quellen:

Bildquelle: CC BY SA (2.0), MONUSCO Photos, „6 February 2014. International Day of Zero Tolerance of Female Genital Mutilation.“, Flickr