#362 Neu gezüchtete Korallenhybriden sollen Riffabbau verhindern

WissenschaftlerInnen haben „Superkorallen“ gezüchtet, welche auch in den wärmer werdenden Weltmeeren überleben können. Dabei wurden verschiedene Arten riffbildender Korallen gekreuzt – jene, die eher in kälteren Gewässern wachsen mit jenen, die auch wärmeren Temperaturen ausgesetzt sein können. 

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WissenschaftlerInnen haben „Superkorallen“ gezüchtet, welche auch in den wärmer werdenden Weltmeeren überleben können. Dabei wurden verschiedene Arten riffbildender Korallen gekreuzt – jene, die eher in kälteren Gewässern wachsen mit jenen, die auch wärmeren Temperaturen ausgesetzt sein können.

In einem Londoner Aquarium ist es gelungen, den gesamten komplexen Lebenszyklus von Laichkorallen zu reproduzieren – nun werden diese in Florida hochgezogen. Bis 2019 sollen dann diese Korallen vor der Küste gepflanzt werden. Auf einer Konferenz an der Universität Oxford wurde auch darüber gesprochen, dass ein derartige Eingriff an Korallenriffe kontrovers diskutiert wird und auch als riskant angesehen werden könnte. Doch der voranschreitende Riffabbau lasse es nicht zu, dass man die Korallenriffe in Ruhe lasse, so Prof. Madeleine van Oppen vom australischen Institut für Meereswissenschaften und der Universität von Melbourne.

Weiters wird an Gentechnologie geforscht: So sollen schützende Gene in Korallen abgegeben werden. Van Oppens Team arbeitet daran, Probiotika auf ein Riff zu sprühen, um diese zu stärken.


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Bildquelle: CC0 Public Domain, joakantPixabay

#357 LifeVac – Instrument gegen den drohenden Erstickungstod

Bei drohendem Erstickungstod gibt es einige bekannte Maßnahmen wie z.B. das Heimlich-Manöver. Doch LifeVac, ein handliches Instrument, welches mit Unterdruck arbeitet, soll im Notfall viel wirksamer sein.

Wenn man etwas in den „falschen Hals“ bekommt, ist die Erstickungsgefahr sehr groß – denn wenn etwas in der Luftröhre stecken bleibt, muss so rasch wie möglich reagiert werden. Bekannt ist das Heimlich-Manöver, eine oftmals lebensrettende Sofortmaßnahme, um eine drohende Erstickung abzuwenden.

Doch LifeVac, ein medizinisches Instrument des irischen Unternehmens ProMed Home, soll drei Mal so wirksam sein wie bislang bekannte Maßnahmen. Dabei wird der Aufsatz auf den Mund aufgelegt und mit Unterdruck das im Hals steckende Ding herausgezogen. Zum Einsatz kommen soll das Instrument aber, wenn alle lebensrettenden Basismaßnahmen erfolglos angewendet wurden.

Introducing the Life Vac, emergency care device for choking. Life Vac is safe to use. The LifeVac is a non-powered single patient portable suction apparatus developed for resuscitating a choking victim when standard BLS protocol has been followed without success. The negative pressure generated by the force of the suction is 3 times greater than the highest recorded choke pressure. The duration of suction is minimal so LifeVac is safe and effective.

Die Geschichte von LifeVac hat bereits im August 2014 begonnen – und seither in den USA, Europa und Australien mehrere tausend Stück verkauft. Ein LifeVac kostet aktuell in den USA vergünstigt rund 70 Dollar – in Europa (Versand nach Ländern außerhalb des Vereinigten Königreichs) rund 91 Pfund (rund 103 Euro). Das Problem ist, dass der Einsatz von LifeVac nicht in einem normalen Ablaufprotokoll für Einsatzkräfte vorgesehen ist – das muss sich in den kommenden Monaten und Jahre noch verändern.


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Bildquelle: von der Lifevac-Website

#287 Superfood gegen die Armut der thailändischen Reisbauern

Die 17 Millionen Reisbauern und -bäuerinnen in Thailand verdienen durchschnittlich 40 Cent (US-Dollar) am Tag. Damit liegt ihr Verdienst weit unter der nationalen Armutsgrenze. Nun soll der „Superfood“-Reis namens Jasberry dafür sorgen, dass für einige von ihnen am Ende des Tages mehr herausschaut.

Die 17 Millionen Reisbauern und -bäuerinnen in Thailand verdienen durchschnittlich 40 Cent (US-Dollar) am Tag. Damit liegt ihr Verdienst weit unter der nationalen Armutsgrenze. Nun soll der „Superfood“-Reis namens Jasberry dafür sorgen, dass für einige von ihnen am Ende des Tages mehr herausschaut.

Jasberry zählt zum Trendbereich „Superfood“, da er „zehn Mal so viele Antioxidantien stecken wie in grünem Tee, zudem viel Vitamin E und Beta-Carotine“ (enorm-magazin.de) beinhaltet. Und im Gegensatz zu Acai-Beeren und Granatäpfeln ist hier der Anbau vergleichsweise günstig.

Der Thailander Peetachai Dejkraisak, der in Australien aufgewachsen ist, hat mit vier Freunden das Unternehmen Siam Organic gegründet. Dieses Unternehmen schult Bauern in nachhaltigen, ökologischen Anbaumethoden – und zeigt ihnen die Vorteile des Jasberry-Reis. Jene 1.800 Bauern, die diesen Reis anbauen, verdienen bereits das 14-Fache eines durchschnittlichen Reisbauern, also ungefähr 5,6 US-Dollar pro Tag. In den nächsten drei Jahren ist es das Ziel, dass damit 20.000 thailändische Farmer aus der Armut geholt werden sollen.

Der große Markteintritt in den USA und Europa steht bevor. In Amerika gibt es den Reis bereits in New York. Wenn erst der große Hype über den Superreis ausbricht, werden wohl noch viele weitere Jasberry-Farmer benötigt werden.


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Bildquelle: CC BY 2.0, ronamae, „Black rice, white dish“, Flickr

#262 Blitz in Donner verwandeln – Die Zukunft der Datenübertragung

Australischen ForscherInnen gelang es erstmals lichtbasierte Information als Soundwellen auf einem Computerchip zu speichern, zu übertragen und wieder auszulesen. Das könnte die Art, wie Computer (und wir mit ihnen) arbeiten vollkommen verändern.

Australischen ForscherInnen gelang es erstmals lichtbasierte Information als Soundwellen auf einem Computerchip zu speichern, zu übertragen und wieder auszulesen. Was etwas verrückt klingt, könnte die Art, wie Computer (und wir mit ihnen) arbeiten vollkommen verändern. Denn wenn man, wie es die ForscherInnen bezeichnen, den „Blitz im Donner speichern“ kann, wird es möglich sein, Daten in bislang ungeahnter Geschwindigkeit zu übertragen.

Lichtbasierte oder Photonencomputer sollen 20 Mal schneller als heutige Notebooks und PCs sein – zusätzlich würden sie keine Wärme erzeugen oder übermäßig Energie verbrauchen: Denn statt Elektronen werden Daten hierbei als Photonen verarbeitet. Zwar kann man heute bereits Informationen in Photonen speichern, diese jedoch wieder auszulesen ist deutlich schwieriger. Normales Licht jagt sich mit innerhalb von 2 bis 3 Nanosekunden durch den Chip – nicht genügend Zeit, um die Informationen auszulesen und zu verarbeiten. Und genau hier haben die ForscherInnen der University of Sidney angesetzt: Die Photonendaten werden abgebremst und in Sound konvertiert. Die Soundwellen schießen immer noch mit 10 Nanosekunden durch die Platinen – zwar unglaublich schnell, aber langsam genug, damit man mit diesen Daten auch arbeiten kann.


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Bildquelle: CC0 Public DomaingeraltPixabay

#238 Dolly Partons Imagination Library versendet 1 Million Bücher pro Monat an Kinder

Dolly Parton ist eine der wichtigsten Country-SängerInnen aller Zeiten – doch ihre Initiative „Imagination Library“ hinterlässt wohl einen noch größeren Eindruck: Jedes Monat werden rund 1 Million altersgerechte Bücher an Kinder zwischen 0 und 5 Jahren geschickt – vollkommen kostenlos.

Das Logo von Dolly Parton's Imagination Library. Ein aufgeschlagenes Buch, auf welchem fünf weitere Bücher stehen und durch die ein Zug durchfährt.
Das Logo der Initiative

Dolly Parton hat eigentlich schon alles erreicht: Als Country-Sängerin hat sie seit den 70er Jahren mehr als 100 Millionen Alben verkauft und 8 Grammys gewonnen. Doch viele junge Menschen werden etwas anderes mit ihr verbinden: Die von ihr initiierte „Imagination Library“ versendet jeden Monat ein Buch an Kinder zwischen 0 und 5 Jahren.

Im Juli 2017 vermeldet die Initiative, dass allein in diesem Monat 1.098.100 Bücher versendet wurden. Seit dem Start im Jahr 1996 ist die Imagination Library für 92.919.139 versendete Bücher verantwortlich. Bis heute hat sich das Projekt weiterentwickelt. Gab es diese Initative anfangs nur im US-Bundesstaat Tennessee, bekommen nun Kinder in den gesamten USA, in Kanada, dem Vereinigten Königreich und Australien einmal im Monat ein Buch.

Die einzelnen (der mehr als 1.600) Kommunen, die an dem Projekt teilnehmen, sind dabei auf die Unterstützung durch Spenden angewiesen. In Lewis County, Kentucky kann man z.B. mit 25 Dollar pro Jahr das Lesevergnügen für ein Kind finanzieren. Gerade durch die Einsparungen im Bereich der Bildung in den USA braucht es umso mehr SpenderInnen für diese Initiative.

Studien zeigen auch, dass es einen Zusammenhang zwischen der Imagination Library und der Fähigkeit, bereits im Kindergartenalter lesen zu können gibt.

Results presented in this article suggest that program participation is also positively and significantly associated with higher early language and math scores, even after controlling for other key factors associated with kindergarten readiness. These results offer support for policy interventions designed to advance kindergarten readiness by increasing access to early literacy materials for families with young children. (tandfonline.com)


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#237 Eine neue Therapie gegen Erdnuss-Allergie

Indem sie ganz kleine Dosen Erdnüsse gemeinsam mit dem Probiotikum „Lactobacillus rhamnosus“ einnahmen, konnte bei der Mehrheit der an einer Langzeitstudie teilnehmenden Kinder erreicht werden, dass sich das Immunsystem auf die Allergie einstellt.

Der Warnhinweis „Kann Spuren von Nüssen enthalten“ ist für viele Allergiker ein Warnzeichen, lieber einen großen Bogen um das Produkt zu machen. Doch neue Forschungsergebnisse geben Hoffnung für Kinder, die an einer Erdnuss-Allergie leiden: in einer Langzeitstudie wurden die Immunsysteme der Kinder dazu gebracht, durch Einnahme des Probiotikums „Lactobacillus rhamnosus“ und kleinen Erdnuss-Portionen die Allergie nach und nach zu akzeptieren. Hier wird also nicht die Allergie bekämpft, sondern das Immunsystem auf ein Leben mit der Allergie eingestellt.

Die Langzeitstudie der ForscherInnen aus Australien, veröffentlicht im Fachmagazin Lancet Child & Adolescent Health, beschreibt, dass bei 82 % der Kinder, die diese Kombinationstherapie erhielten, eine signifikante Reduzierung von allergischen Reaktionen zu beobachten war. Bei den Kindern, die keine Behandlung bekamen, waren das 4 %. Da es sich ja um eine Langzeitstudie handelt, wurden die Kinder vier Jahre später noch einmal untersucht. Auch da waren es noch 67 %, die ohne Probleme Erdnüsse essen konnten – im Vergleich zu (erneut) 4 % der Kinder ohne Behandlung.

Zwar wird diese Form der Therapie als wirksam bezeichnet – und doch fragt man sich nun, welchen Einfluss das Probiotikum dabei hatte. Gäbe es Unterschiede zwischen Menschen mit Immuntherapie (mit kleinen Portionen Erdnüssen) und Probiotikum und Menschen, die nur eine Immuntherapie erhalten? Weitere Studien werden also folgen – aber es zeigt, dass die Umschulung des Immunsystems effektiv sein kann.


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#222 Vitamin B3 verringert Gefahr von Fehlgeburten und Geburtsfehler

Australische ForscherInnen haben nach zwölf Jahren Forschung herausgefunden, dass die Einnahme von Vitamin B3 in der Schwangerschaft die Gefahr von Fehlgeburten und Geburtsfehlern massiv verringert.

Eine in Australien durchgeführte Studie hat herausgefunden, dass das Vitamin B3 (Niacin) positiv auf den Körper einwirkt, wenn dieser ein Molekül nicht richtig herstellen kann. Dieses Molekül mit dem Namen „Nicotinamidadenindinukleotid“ (NAD) wird dabei erstmals als das grundlegendes Molekül für die gesunde Entwicklung des Fötus im Mutterbuch genannt. Die Folge daraus ist, dass die australischen ForscherInnen des Victor Chang Cardiac Research Institute von großen Auswirkungen sprechen:

“The ramifications are likely to be huge. This has the potential to significantly reduce the number of miscarriages and birth defects around the world and I do not say those words lightly“ (Forschungsleiterin Dr. Sally Dunwoodie, telegraph.co.uk)

Die Studie, welche im New England Journal of Medicine erschienen ist, erklärt, dass ein Fehlen/eine Fehlfunktion des Moleküls NAD die Entwicklung des Babys und seiner Organe im Mutterleib zur Folge hat. Dass am Ende einer 12-jährigen Forschung ein altbekanntes Vitamin die Lösung ist, überrascht auch die ForscherInnen.

Nun wird versucht, einen Test zu erarbeiten, welcher die NAD-Werte misst, um Frauen zu identifizieren, die ein größeres Risiko haben. Außerdem weißt Dunwoodie darauf hin, dass das Vitamin B3 bei den meisten Schwangerschafts-Nahrungsergänzungspräperaten kaum vorkommt – mindestens ein Drittel der schwangeren Frauen wiesen in der Studie im ersten Trimester (Schwangerschaftswoche 1 bis 12) ein niedriges B3-Niveau auf.

Wo findet man Vitamin B3?

Vitamin B3 ist in Geflügel, Fleisch, Fisch, in tierischen Innereien (vor allem Leber), Eiern, grünem Gemüse wie Spargel, Brokkoli und Grünkohl, Pilze wie Champignons und Steinpilze, Hülsenfrüchte wie Erbsen und Linsen sowie Getreide- und Vollkornprodukte enthalten. (vitamine.com) Für Australien besonders interessant: auch in ihrem Brotaufstrich Vegemite (ein Hefeextrakt, in Großbritannien als Marmite auf dem Markt, in Deutschland als Vitam-R) findet man recht viel Vitamin B3.


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#221 Zigarettenstummel als Straßenbelag

Ein australisches Forschungsteam hat eine mögliche Zweitverwendung für Zigarettenstummel entdeckt: als Straßenbelag. Damit wären nicht nur die Chemikalien gut eingeschlossen, zusätzlich könnten solche Straßen auch Hitze nicht mehr so gut speichern – eventuell ein Fortschritt in der städtischen Sommerhitze?

Jedes Jahr fallen sechs Billionen Zigarettenstummel an – das ergibt geschätzte 1,2 Millionen Tonnen. Und viele davon werden einfach achtlos weggeschmissen, was dazu führt, dass durch äußere Einflüsse Chemikalien aus ihnen freigesetzt werden. Ein australisches Forschungsteam hat nun eine Idee, wie man diesen Müll in etwas Sinnvolles umwandeln kann.

Sie haben Zigarettenstummel mit Bitumen und Paraffin vermischt. Dadurch werden einerseits die Chemikalien eingekapselt und können dadurch nicht mehr entweichen, andererseits ist diese Mischung ein leichter, aber stabiler Straßenbelag. Außerdem weist dieser Straßenbelag einen großen Vorteil auf: wie Journalistin Jenny Rieger in den Wissensnachrichten auf Deutschlandfunk Nova erklärt, ist der Belag durch die Stummel poröser als andere ähnliche Beläge – dadurch würden sich Straßen nicht so erhitzen wie mit Asphalt. Der Hitzeeffekt in Städten könnte damit also stark zurückgedrängt werden.


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