#62 Dank Screening weniger Todesfälle durch Darmkrebs

Anlässlich des Darmkrebsmonats März: Zwischen 1989 und 2011 sank die Todesrate in einigen Ländern um 25, in anderen um 30 Prozent. Grund dafür: Die erfolgreiche Einführung der Screening-Programme.

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Die Kampagne der Felix Burda Stiftung zum Darmkrebsmonat März 2017

Nach aktuellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ging die Sterblichkeit bei Darmkrebs zwischen 1989 und 2011 in Europa deutlich zurück: bei Männer um 13 und bei Frauen um 27 Prozent.

In Ländern mit sogenannten Screening-Programmen gibt es dabei die größten Rückgänge: Unter anderem in Deutschland, Österreich, der Schweiz, England, Belgien, Luxemburg, Tschechien und Irland gingen die Sterberaten bei Männern um mehr als 25, bei Frauen um mehr als 30 Prozent zurück. In Deutschland konnten seit 2002 (als die Koloskopie als gesetzliche Vorsorgeleistung eingeführt wurde) 200.000 Neuerkrankungen und 90.000 Todesfälle verhindert werden.

Im westlichsten österreichischen Bundesland Vorarlberg gibt es seit zehn Jahren ein großes Darmkrebsvorsorgeprogramm. Seit der Jahrtausendwende erreichte man damit rund 29,3 Prozent der Zielgruppe der über 50-Jährigen – bei den Frauen waren es sogar 55 Prozent.

Warum der Staat (natürlich abgesehen von den unzähligen Menschen, die dadurch gerettet werden können) weiter und intensiver in die Vorsorgeuntersuchungen investieren soll? Das erklärt der österreichische Präsident der Bundesärztekammer:

Laut einer von der österreichischen Ärztekammer in Auftrag gegebenen Studie würde der volkswirtschaftliche Nutzen nach nur zehn Jahren Vorsorgeuntersuchung in Österreich zwischen drei und 4,5 Milliarden Euro betragen. Das seien rund zehn Prozent der gesamten durchschnittlichen Ausgaben für das Gesundheitswesen pro Jahr, verdeutlichte Bundesärztekammer-Präsident Artur Wechselberger. (derstandard.at)

Seit 2002 organisiert die Felix Burda Stiftung, gemeinsam mit der Deutschen Krebshilfe und der „Stiftung Lebensblicke“ jährlich den Darmkrebsmonat März – um Aufmerksamkeit für die Erkrankung, aber vor allem für die erfolgreichen Möglichkeiten der Früherkennung  zu schaffen.


Weiterführende Links und Quellen:

Bildquelle: CC0 Public Domain, Elionas2Pixabay

#33 Einfacher Atemtest könnte günstig zuverlässige Krebsprognose liefern

Forscherteams arbeiten an Atemtests, welche die Diagnose verschiedener Krebserkrankungen ermöglichen. Bei diesen Tests können bereits kleine Mengen verschiedener Chemikalien in Gemischen von Gasen, also auch im Atem, genau gemessen werden.

In einer neuen Studie wurden 335 Menschen aus dem St. Mary’s Hospital, Imperial College Healthcare NHS Trust, dem University College London Hospital und dem Royal Marsden Hospital getestet – 163 davon hatten entweder bereits Magen- oder Speiseröhrenkrebs diagnostiziert, 172 zeigten keine Anzeichen. Dabei wurden diese Personen mit einer sogenannten „Ionenströmungsrohr-Massenspektrometrie“ getestet. Durch diesen Atemtest können bereits kleine Mengen verschiedener Chemikalien in Gemischen von Gasen, wie z.B. dem Atem, genau gemessen werden.

Krebszellen unterscheiden sich von gesunden Zellen und erzeugen deshalb auch einen unterschiedlichen Chemikalienmix. In 85 % der Fällen konnte der Zustand richtig festgestellt werden. Die ForscherInnen sind grundsätzlich mit dem Ergebnis zufrieden, möchten aber in den kommenden drei Jahren eine Studie mit einer größeren Testgruppe starten. Das Forschungsteam arbeitet auch an Atemtests für Darm- und Bauchspeicheldrüsenkrebs.

Bereits im Dezember wurde ein Projekt vorgestellt, bei welchem Lungenkrebs durch Atemluft erkennt werden kann. Die Genauigkeit der Unterscheidung zwischen gutartigen und bösartigen Veränderungen betrug dabei 79 %.

Der israelische Pulmologe und Wissenschafter Nir Peled (Davidoff Cancer Center) und seine Mitarbeiter haben einen Atemtest auf Lungenkrebs entwickelt und getestet. Es handelt sich dabei um eine „elektronische Nase“ (NaNose), welche bestimmte flüchtige organische Substanzen (VOCs) aus der Atemluft wahrnimmt und charakterisiert. (derStandard.at)


Weiterführende Links und Quellen:

Bildquelle: CC0 Public Domain, OpenClipart-Vectors, Pixabay

#10 Um 25 % weniger Todesfälle durch Krebs in den USA

In den letzten 25 Jahren sind die Todesfälle durch Krebs um 25 % gesunken – Gründe dafür sind der Rückgang des Tabakkonsums und bessere Früherkennung.

Die American Cancer Society (ACS) zeigt mit ihren neuen Zahlen einen Rückgang bei Todesfällen durch Krebs in den Vereinigten Staaten von Amerika. In den letzten 25 Jahren sank die Zahle der Todesfälle um 25 Prozent.

Zwischen 1990 und 2014 gab es zum Beispiel bei Todesfällen im Zusammenhang mit Lungenkrebs bei Männer einen Rückgang um 43 Prozent, bei Frauen zwischen 2002 und 2014 um 17 Prozent. Brustkrebs-Todesfälle bei Frauen sanken um 38 Prozent (zwischen 1989 und 2014), Prostata-Todesfälle bei Männern um 51 Prozent (zwischen 1993 und 2014), die Zahl der Darmkrebs-Todesfälle bei Männern und Frauen ebenfalls um 51 Prozent (zwischen 1976 und 2014)

Gründe für den Rückgang sind, laut ACS, der deutliche Rückgang beim Tabakkonsum. In den USA sank die Raucherquote von 42 Prozent im Jahr 1965 auf 24,7 im Jahr 1997 und schließlich auf 15,2 Prozent im Jahr 2015. Keinen Rückgang, sondern eine Zunahme gab es bei der Früherkennung, vor allem durch die stärker genutzten Vorsorgeuntersuchungen. Informationen über die verschiedenen Vorsorgeuntersuchungen gibt es übrigens z.B. hier auf der Seite der Österreichischen Krebshilfe.


Weiterführende Links und Quellen

Bildquelle: CC0 Public Domain, PDPics, Pixabay