#313 Neuartige Gentherapie heilt Schmetterlingskrankheit

In einer Zusammenarbeit zwischen ForscherInnen aus Österreich, Deutschland und Italien ist es gelungen, einen damals siebenjährigen Jungen von der seltenen Schmetterlingskrankheit innerhalb von zwei Jahren zu heilen. Bislang gab es für die Erbrankheit Epidermolysus bullosa) keinerlei Heilung. 

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In einer Zusammenarbeit zwischen ForscherInnen aus Österreich, Deutschland und Italien ist es gelungen, einen damals siebenjährigen Jungen von der seltenen Schmetterlingskrankheit innerhalb von zwei Jahren zu heilen. Bislang gab es für die Erbrankheit Epidermolysus bullosa) keinerlei Heilung.

2015 kam der Bub in die Bochumer Kinderklinik. Durch den Fortschrit der Krankheit waren bereits 60 Prozent seiner gesamten Hautoberfläche zerstört. Nachdem übliche Behandlungen nicht mehr wirkten, sahen sich die ÄrztInnen auf Wunsch der Eltern nach experimentellen Therapiemöglichkeiten um.

Die Methode wurde unter anderem von ForscherInnen am Salzburger EB-Haus (einem Expiertseszentrum für diese Krankheit) entwickelt. Dabei wurde ein genmodifiziertes Hautgewebe in Italien herangezüchtet und in Deutschland transplantiert. 80 Prozent der gesamten Körperhaut des Kindes wurden dabei ersetzt. Der Klinikaufenthalt dauerte acht Monate an – doch es hat sich ausgezahlt.

Heute führt er ein normales Leben – Verletzungen an der neuen Haut heilen nun so wie bei jedem gesunden Kind. Er ist weltweit der erste Mensch, der so behandelt wurde. Nun muss der weitere Verlauf beobachtet werden.


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#305 Weltweiter Kampf gegen Hepatitis zeigt Erfolge

in den vergangenen zwei Jahren haben auf der ganzen Welt rund 3 Millionen Menschen Zugang zu Medikamenten gegen Hepatitis C bekommen, weitere 2,8 Millionen Menschen wurden 2016 gegen Hepatitis B behandelt. Ziel ist es immer noch, bis 2030 die Viruserkrankung weitestgehend zu eliminieren.

Die Weltgesundheitsorganisation (kurz: WHO) verkündete anlässlich des Welt-Hepatitis-Gipfels in São Paulo aktuelle Zahlen: in den vergangenen zwei Jahren haben auf der ganzen Welt rund 3 Millionen Menschen Zugang zu Medikamenten gegen Hepatitis C bekommen, weitere 2,8 Millionen Menschen wurden 2016 gegen Hepatitis B behandelt. Ziel ist es immer noch, bis 2030 die Viruserkrankung weitestgehend zu eliminieren.

Der für Hepatitis C verantwortliche Virus ist nur wenige Nanometer groß. Er greift die Leberzellen an und diese geschwächten Zellen werden in weiterer Folge zusätzlich vom Immunsystem angegriffen. Die Zellen gehen kaputt und im schlimmsten Fall kann die Leber versagen – und mit ihr noch weitere Organe. Mit dem 2013 zugelassenen Medikament „Sofosbuvir“ heilt 90 bis 95 Prozent der Erkrankten – kostet aber z.B. in den USA 1.000 Dollar pro Tablette. Weltweit sind ca. 170 Millionen Menschen mit dem Hepatitis C-Virus infiziert, 350.000 sterben jährlich an den Folgen. Die Schätzungen von Erkrankungen in Deutschland liegen bei 300.000, in Österreich und der Schweiz je bei 40.000.

An allen Formen von Hepatitis (virale Hepatitis und Hepatitis A, B, C, D und E) sind weltweit rund 325 Millionen erkrankt, 1,3 Millionen sterben. Charles Gore, Präsident der Welt-Hepatitis-Allianz fordert deshalb deutlich stärkere finanzielle Anstrengungen der Länder.


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#290 Kältebusse für Menschen ohne Obdach

Die Wintermonate sind für obdachlose Menschen die schwierigste Zeit im ganzen Jahr. Glücklicherweise gibt es Kältebusse in Deutschland und Österreich, die sich um diese Menschen umschauen. enorm Magazin hat die Kontaktdaten für deutsche Städte gesammelt, hier gibt es dafür die Kontaktdaten für österreichische Städte.

Die Tage werden kürzer und zugleich auch immer kälter. Für viele Menschen auf der Straße beginnen damit die schwierigsten Monate des ganzen Jahres. Rund 335.000 Menschen (Zahlen von 2016) in Deutschland und rund 37.000 Menschen (Zahlen von 2006) in Österreich gelten als obdachlos – für die Schweiz konnten keine gesicherten Zahlen gefunden werden.

Damit diese Menschen die erbarmungslosen Witterungsverhältnisse ertragbarer werden, gibt es die Einrichtung der Kältebusse. Diese leisten niederschwellige Akuthilfe. Diese bieten zum Teil warmes Essen und Getränke an, und im Rahmen der Möglichkeiten auch Schlafsäcke, -plätze und Decken.

Deutschland

enorm Magazin hat hier die Telefonnummern der Kältebusse in den Städten Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln, München und Stuttgart zusammengetragen.

Österreich

In Österreich gibt es dieses Angebot in der klassischen Form bislang nur in Wien, in anderen Großstädten gibt es aber auch andere Angebote (Speisen, Getränke oder kostenlose medizinische Versorgung).

Wien

Caritas-Kältetelefon
Telefon: 01/480 45 43
E-Mail: kaeltetelefon@caritas-wien.at

Canisibus – Suppenbus

Louise-Bus – Medizinbus
Montag bis Freitag an verschiedenen Orten in Wien, alle Zeiten online

Linz

Help-Mobil – Mobile Basisversorgung
Telefon: 0676 877 623 42
E-Mail: help.mobil@caritas-linz.at

am Montag
von 17 – 18:45 Uhr am Domplatz, Eingang Herrenstraße
von 19 – 20:45 Uhr am Volksgarten (gegenüber Arbeiterkammer)

am Freitag
von 17 – 18:45 Uhr am Domplatz, Eingang Herrenstraße
von 19 – 20:45 Uhr bei der Martin-Luther-Kirche, Martin-Luther-Platz 1

Salzburg

Virgilbus – Medizinische Versorgung für Obdachlose
Nicht direkt ein Kältebus – aber die Möglichkeit für Obdachlose niederschwellige medizinische Beratung anzubieten
jeden Sonntag in Quartiren und auf Plätzen, welche von Obdachlosen und BettlerInnen häufig frequentiert werden

VinziBus – Hier werden (das ganze Jahr über) täglich belegte Brote und Tee ausgegeben.

Graz

VinziBus – Hier werden (seit 1991) täglich an drei verschiedenen Ausgabestellen belegte Brote und Tee ausgegeben. Um 20 Uhr im Augarten, um 20.30 am Jakominiplatz und um 21 Uhr am Hauptbahnhof.

Marienambulanz – rollende Ambulanz
Mariengasse 24
Eingang Kleiststraße 73
8020 Graz
Telefonnummer: 0316/8015-351
E-Mail: marienambulanz@caritas-steiermark.at

Klagenfurt

Vinzibus – Wie in Graz kein wirklicher Kältebus, aber auch hier täglich Ausgabe von belegten Broten und Tee

Innsbruck

medcar(e) – soziale und medizinische Basisversorgung

Öffnungszeiten:
Ordination Südbahnstraße 1, 6020 Innsbruck: 
MO 15:45 Uhr – 18:00 Uhr
MI 9:00 Uhr – 10:00 Uhr anschließend Teestube, Kapuzinergasse 43, 6020 Innsbruck

Medcare Bus (mobil Innsbruck Innenstadt):
FR ab 17:00 Uhr

Vinzibus Innsbruck

Info: Sobald Informationen und Kontaktmöglichkeiten zu weiteren mobilen Einrichtungen für obdachlose Menschen auftauchen, wird diese Liste natürlich erweitert. Vielen Dank an Caritas-Chef Michael Landau für die rasche Antwort auf meine Tweetanfrage!


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Bildquelle: CC0 Public Domain, josemdelaaPixabay

 

#279 PocketDefi: Ein Defibrillator zum Mitnehmen

Ein Grazer Startup hat den kleinsten und handlichsten Defibrillator entwickelt. Vor wenigen Tagen startete man eine Crowdfundingkampagne – und konnte das erste Fundingziel bereits nach 48 Stunden erreichen.

Der Einsatz von Defibrillatoren kann die Überlebenchance nach einem Herzstillstand deutlich erhöhen – deshalb sollte man stets wissen, wo man einen findet (bzw. wo man online nachschauen muss:  für Österreich 144.at/defi, für Deutschland defikataster.de und für die Schweiz: herzsicher.ch). Das Grazer Start-up Liimtec hat sich aber zum Ziel gesetzt, den Defibrillator weiterzuentwickeln: Der PocketDefi ist nur 400 Gramm schwer und laut seinen EntwicklerInnen der kleinste Defibrillator der Welt. Seit wenigen Tagen ist nun die Crowdfunding-Kampagne am Laufen – mit vollem Erfolg: nach gerade einmal zwei Tagen wurden bereits 120.000 Euro finanziert – die erste 75 Geräte waren sogar innerhalb von 10 Minuten verkauft.

Natürlich gibt es bei einem solchen lebensrettenden Gerät große Auflagen – das Gerät soll für Österreich, Deutschland und die Schweiz angeboten werden und soll natürlich alle notwendigen Zertifizierungen und Zulassungen vorweisen können. Sollte die Kampagne so gut weiterlaufen (und im kommenden Monat zumindest 250.000 Euro erreicht werden, soll es weitere Sprachpakete für Frankreich, Spanien, die Niederlande und Italien geben – dem großen Launch in vielen europäischen Staaten sollte damit also nichts mehr im Weg stehen. (Im August erhielt das Startup zudem Investitionen in sechststelliger Höhe.)

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Für die KäuferInnen heißt es aber trotzdem warten: Die ersten Geräte sollen im Dezember 2018 ausgeliefert werden. Sofort nach dem Ende des Fundings wird mit der serienfähigen Produktion begonnen – doch aufgrund der strengen medizinrechtlichen Vorgaben kann die Zulassung nur auf Basis eines fertigen Produktes erfolgen. Das Gerät kostet 699 Euro – aktuell gibt es bei der Crowdfunding-Aktion noch einen 35-prozentigen Rabatt (der Preis sinkt dadurch auf 449 Euro). Im Vergleich zu größeren Geräten ist der Preis deutlich geringer.


Weiterführende Links und Quellen:

Bildquelle: Bilder von der PocketDefi-Facebookseite

#272 München will ab 2050 (nahezu) klimaneutral sein

Der Münchner Stadtrat hat sich mit großer Mehrheit dafür ausgesprochen, dass München bis zum Jahr 2050 nahezu klimaneutral werden soll. Dafür sollen Maßnahmen hinsichtlich Förderung beim Neubau, dem Ausbau des Fernwärmenetzes usw. sorgen.

Die Vollversammlung des Stadtrats hat am Mittwoch, dem 27. September 2017, mit großer Mehrheit beschlossen, dass die Stadt München bis zum Jahr 2050 nahezu klimaneutral werden soll. Damit folgen sie den Beschlüssen des Pariser Klimaschutzabkommens sowie weiteren nationalen Abkommen. Damit soll pro EinwohnerIn und Jahr nur noch 0,3 Tonnen Kohlendioxid (CO2) in die Atmosphäre gelangen.

Bis zum kommenden Jahr wird die Stadtverwaltung nun Maßnahmen ausarbeiten, damit die neuen Klimaschutzziele auch erreicht werden. Dabei geht es z.B. um Förderprogramme beim Neubau von Wohn- und Geschäftshäusern, den weiteren Ausbau des Fernwärmenetzes und der Fokussierung auf umweltfreundliche Fahrzeuge für die Verwaltung.

0,3 Tonnen CO2 pro Person und Jahr sind ein großes Ziel: Bislang war der Zielwert stets 50 Prozent des Werts von 1990 – also 4,85 Tonnen. Bis 2030 will man den Ausstoß auf 3 Tonnen Kohlendioxid verringern. Für die Opposition sind die Pläne noch zu ungenau, die Ziele zum Teil zu hoch. Erst die Maßnahmen werden zeigen, ob das Erreichen auch wirklich möglich ist.


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Bildquelle: CC0 Public DomaindesignerpointPixabay

#268 Wahlplakate und das Recycling

Was passiert eigentlich mit den Plakaten nach einer Wahl? Bislang wurden sie zumeist verbrannt – und das obwohl jene an den Straßenlaternen aus Kunststoff bestehen. Ein Bonner Recyclingunternehmen will das nun ändern.

Die Bundestagswahl in Deutschland sowie eine Volksabstimmung in der Schweiz fand am gestrigen Sonntag statt, die Nationalratswahl in Österreich am 15. Oktober: Und wie wir alle sehen können, entsteht dabei sehr viel Müll. Die im ganzen Land aufgestellten Plakate landen nach dem Urnengang in der Verbrennung – und das, obwohl sie zum Teil (oder komplett) aus Kunststoffen bestehen.

Die Bonner Recycling-Firma Ascon hat sich vorgenommen, sich dem politischen Werbemüll anzunehmen. Es ist nicht die einzige Firma – auch z.B. Prop-Plakat oder Braun und Klein recyceln die Plakate, sofern etwas zurückgeschickt wird. Doch das ist oftmals nicht der Fall. Andreas Henn von Ascon hat hingegen die Parteien angeschrieben und ihnen eine Arbeitsteilung vorgeschlagen: Die Parteien sammeln die Plakate wieder ein – und das Unternehmen holt sie dann ab. Testlauf war die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen im Mai 2017.

Die Plakate (jene, die an Straßenlaternen angebracht sind) bestehen aus Polypropylen, „vorne Folie, hinten Folie, dazwischen eine Wellenstruktur, die das ganze stabil macht“. Daraus können Shampooflaschen gemacht werden oder Trinkbecher – und eben auch wieder neue Wahlplakate.

Ob es sich wirtschaftlich rechnet, weiß Henn noch nicht ganz. Aber er erklärt es so: „Wenn das nicht so ist, werden wir das trotzdem noch mal machen.“ Doch sollte alles glatt laufen, wäre es für die Parteien billiger als das Verbrennen und für das Unternehmen ein Zuverdienst: Je nach Marktlage hat das Mahlgut der alten Plakate einen Wert von 450 bis 520 Euro pro Tonne.


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Bildquelle: CC BY (2.0), Markus Spiske, „Bundestagswahl 2017 #btw2017 SPD Martin Schulz“, Flickr

#259 Positiver Blick auf die Digitalisierung

Auch wenn ständig vor der Veränderung am Arbeitsmarkt und dem weiteren Aufstieg der Digitalisierung gewarnt wird – bei den Deutschen kommt diese Angst in dem Ausmaß nicht an. Die Ergebnisse des deutschen ifo Bildungsbarometers 2017 zeigen, dass sich 54 Prozent als GewinnerInnen bei der Digitalisierung sehen, 16 Prozent als dezidierte VerliererInnen der Digitalisierung.

Gerade in den aktuellen Wahlkämpfen in Deutschland und Österreich ist das Thema Digitalisierung ein Thema. Die häufig erwähnte Angst, dass die Veränderung der Arbeitswelt viele bestehende Jobs in Gefahr bringt, scheint jedoch bei den Deutschen nicht in dieser Form zu existieren. Die Ergebnisse des deutschen ifo Bildungsbarometers 2017 zeigen, dass sich 54 Prozent als GewinnerInnen bei der Digitalisierung sehen, 16 Prozent als dezidierte VerliererInnen der Digitalisierung.

Methodik der Befragung (Auszug)

Die Befragung für das vierte ifo Bildungsbarometer wurde vom 28. April bis 11. Juni 2017 durch Kantar Public Deutschland (zuvor TNS Infratest Sozialforschung) unter insgesamt 4 078 Personen durchgeführt. Die Ziehung der Stichprobe erfolgte in zwei Teilen: Der Teil der Bevölkerung, der das Internet nutzt (83%), wurde mit Hilfe eines Online-Fragebogens in einem Online-Panel befragt. Der Teil der Bevölkerung, der das Internet weder beruflich noch privat nutzt (17%), wurde im Rahmen einer persönlichen Befragung in der Wohnung der Befragten gebeten, den Fragebogen auf einem zur Verfügung gestellten Gerät elektronisch – auf Wunsch mit Unterstützung des Interviewers – auszufüllen. Um die Repräsentativität der Ergebnisse für die deutsche Bevölkerung sicherzustellen, wurden die Beobachtungen entsprechend gewichtet. Die Gewichtung erfolgte anhand der amtlichen Statistik nach Alter, Geschlecht, Bundesland, Schulabschluss, Gemeindegrößenklasse und Befragungsart (online oder offline). Der Fehlerbereich liegt bei der Grundstichprobe zwischen 1 und 1,5 Prozentpunkten.

Das ifo Bildungsbarometer hat sich in diesem Jahr spezifisch mit dem Thema Digitalisierung beschäftigt. „Mit Digitalisierung ist die zunehmende Verbreitung von digitalen Geräten, wie z.B. Computer, Tablet, Smartphone und Roboter und die damit verbundene Vernetzung in Privatleben und Arbeitswelt gemeint.“

Bei der eigenen Einschätzung sehen sich 11 % „deutlich eher als“ ein Gewinner und 43 % „eher als“ ein Gewinner. 30 % weder als Gewinner noch als Verlierer – 11 % eher als Verlierer und 4 % „deutlich eher als“ Verlierer. Bei der Einschätzung auf die Gesamtgesellschaft sieht man hingegen mehr potentielle Verlierer.

Außerdem sprechen sich die Befragten für mehr Digitalunterricht an Grundschulen aus.

In der Randstadt-ifo-Personalleiterbefragung im 2. Quartal 2017, bei der ebenfalls die Digitalisierung das Thema war, erklärten die befragten PersonalleiterInnen, dass die Digitalisierung alle Unternehmen treffen wird. Insgesamt erklärten 51 %, ihr Unternehmen wäre „sehr stark“ und „stark“ betroffen, 47 % „weniger stark“, nur 2 % sollen „nicht betroffen“ sein. Fast zwei Drittel der Personalverantwortlichen sehen ihr eigenes Personal als „gut auf die Digitalisierung vorbereitet“. Dass die Digitalisierung „Stellen fresse“, sei aber in dem oft gewarnten Ausmaß deutlich nicht zu erwarten.


Weiterführende Links und Quellen:

Bildquelle: CC0 Public DomaingeraltPixabay

#257 Apotheker bietet leistbare HIV-Prophylaxe in Deutschland an

Das HIV-Prophylaxe-Medikament Truvada schützt Männer davor, sich mit HIV zu infizieren. Seit 2016 in Deutschland zugelassen war es mit über 800 Euro pro Monat kaum leistbar, selbst Generika kosten bislang mehr als 500 Euro. Ein Kölner Apotheker bietet es nun ab kommendem Monat in acht Apotheken in ganz Deutschland an – um rund 50 Euro an. Er selbst verdient nichts daran.

PrEP ist eine Präexpositionsprophylaxe. Diese medikamentöse Therapie verhindert, dass sich Männer mit dem HI-Virus infizieren. Es existiert, es ist zugelassen und es ist vor allem auch eines: Verdammt teuer.

„Truvada“, das PrEP-Medikament, wurde im Oktober 2016 in Deutschland zugelassen – für eine Dreimonatspackung muss man jedoch 2.454,85 Euro (über 800 Euro im Monat) bezahlen. Die Krankenkasse übernimmt dabei nichts. Das Patent des Herstellers lief nun im Juli diesen Jahres aus – und schon landeten Generika auf dem Markt. Kosten diese in asiatischen und afrikanischen Ländern nur wenige Euros oder gar nur Cent-Beträge, so kosten selbst die Generika in Deutschland mehr als 500 Euro pro Monat. Nutzer kauften deshalb im Internet oder Darknet, aus dem Ausland und ohne Beratung billige Varianten des Medikaments ein.

Der Kölner Apotheker Erik Tenberken ändert das nun: Er verkauft ein Generikum um 50,05 Euro pro Monat. Er darf das Medikament vertreiben, bekommt es als Vertriebspartner von Hexal zum Vorzugspreis. Dann lässt er die Pillen über einen Dienstleister verpacken, einzeln und ohne Karton. Der erhaltene Rabatt wird an die Kunden weitergegeben. Verdienen wird er damit nichts.

„Manchmal muss man auch Dinge mit Herz, Sachverstand und Ethik tun.“ (Erik Tenberken, deutsche-apotheker-zeitung.de)

Ende des Monats soll der Verkauf beginnen, vorerst in acht HIV-kompetente Apotheken (in Berlin, Hamburg, München, Köln, Düsseldorf, Frankfurt und Hannover). Kunden brauchen auch eine Verschreibung durch einen Arzt, der schwerpunktmäßig HIV-Infizierte betreut.

Über ein ähnliches Projekt, das im Vereinigten Königreich zu einem starken Rückgang von Neuinfektionen geführt hat, habe ich bereits im Februar geschrieben. In Österreich ist der Preis für ein Generikum übrigens deutlich billiger als in Deutschland – aber immer noch bei 318 Euro.


Weiterführende Links und Quellen:

Bildquelle: CC0 Public DomainstevepbPixabay