#311 Fenster voller Photovoltaikzellen

ForscherInnen der Michigan State University forschen schon seit Jahren an durchsichtigen Solarpanelen. Diese könnten als Fensterglas verwendet werden – und bei flächendeckendem Einsatz könnten diese Panele bis zu 40 Prozent des Energiebedarfs der USA erzeugen.

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Heutzutage kennt man Photovoltaikzellen zur Energieerzeugung als Panele auf Dächern, oder auch bereits als Dachschindeln. ForscherInnen der Michigan State University forschen schon seit Jahren an durchsichtigen Solarpanelen. Diese könnten als Fensterglas verwendet werden – und bei flächendeckendem Einsatz könnten diese Panele bis zu 40 Prozent des Energiebedarfs der USA erzeugen. (Und 80 Prozent – wenn man auch den Einsatz von Solardächern weiter forciert, so die Wissenschaftler.)

Außerdem könnten diese durchsichtigen Panele auch in Elektroautos und Smartphonebildschirmen (und natürlich vielen weiteren elektronischen Geräten). Ein aktuelles Problem ist jedoch – wie auch bei klassischen Panelen – das aktuell noch schwierige Speicherns der erzeugten Energie für sonnenlose Tage.

Auch die Effizienz ist noch gering: Der Wirkungsgrad von 5 Prozent wäre möglich, im Vergleich zu Solarzellen auf Dächern ist das noch gering. Dort liegt der Wirkungsgrad zwischen 18 und 25 Prozent. Bis zur Marktreife des transparenten Solarpanels muss also noch viel weiterentwickelt werden.


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Bildquelle: (c) Richard Lunt, Michigan State University

#288 Neuer Akku aus Abfall-Graphit

In allen möglichen elektrischen Geräten findet man heutzutage Lithium-Ionen-Akkus. Beim Abbau des Elements Lithium wird meist die Umwelt zerstört. Schweizer ForscherInnen haben nun einen neuen Akku kreiert, der aus dem am häufigsten vorkommenden Element der Erdkruste besteht.

Im Smartphone, den Bluetooth-Kopfhörern, Notebook oder im Elektroauto: Lithium-Ionen-Akkus haben sich in unserer technologisierten Welt durchgesetzt. Wie der Name schon sagt, braucht man dafür das Element Lithium. Das größte Vorkommen gibt es dabei in Bolivien, Argentinien und Chile – bislang oftmals noch unberührt, könnte der notwendige Abbau die Zerstörung der Umwelt mit sich ziehen.

(Nicht nur) Deshalb sucht man nach Alternativen. ForscherInnen der ETH (Eidgenössische Technische Hochschule) und der Empa (Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt) in Zürich haben sich vorgenommen, einen Akku aus den am häufigsten vorkommenden Elementen der Erdkruste zu kreieren. Herausgekommen ist dabei die Aluminiumchlorid-Graphit-Batterie. Hervorragend dafür eignet sich Abfall-Graphit, der z.B. bei der Stahlherstellung anfällt.

Nach ersten Experimenten sollen die Akkus bei täglichem Einsatz Jahrzehnte lang erhalten bleiben – außerdem kann er offenbar im Preis-Leistungs-Verhältnis punkten.


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Bildquelle: CC0 Public Domain, StockSnapPixabay

#258 Die steckerlose Ladelösung für E-Autos aus Österreich

Easelink, ein österreichisches Unternehmen aus Graz, will das Laden von Elektroautos vereinfachen. Ihr Konzept, eine Ladeplatte mit automatischer Verbindung, wird gerade auf der Internationalen Automobil-Ausstellung vorgestellt.

Easelink, ein österreichisches Unternehmen aus Graz, will das Laden von Elektroautos vereinfachen. Auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) stellen sie gerade ihre kabellose Ladeslösung vor. Einerseits wollen sie damit einen internationalen Standard etablieren (der in Zukunft automatisch verbaut werden könnte), andererseits erklären sie, dass auch nahezu alle E-Autos nachgerüstet werden können.

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Matrix Charging nennt das Unternehmen Easelink sein System

Ihre Lösung sieht so aus: Auf einem Parkplatz sollen metallene Ladepads (Maße 60 x 60 Zentimeter) im Boden installiert sein. Diese Platten werden natürlich mit dem Stromnetz verbunden – der/die E-Auto-FahrerIn muss jedoch nur direkt über der Platte parken (und das technische Kontaktstück besitzen). Das am Auto angebrachte Kontaktstück senkt dann automatisch einen kurzen Kabelstrang ab, der über sechs Kontaktflächen eine Verbindung zur Bodenplatte herstellt und den Stromfluss freigibt.

 

Gezeigt wird das Produkt an einem Konzeptauto des chinesischen Autobauers Wey – der möchte es auch bald serienmäßig einbauen. Laut dem Chef von Easelink ist man aber auch mit deutschen Autobauern im Gespräch.


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#124 Indien: Ab 2030 ausschließlich Verkauf von Elektroautos

Indien, das zweitbevölkerungsreichste Land der Welt, hat es sich zum Ziel gesetzt, dass 2030 ausschließlich Elektroautos verkauft werden dürfen. Jährlich sterben aktuell 2,3 Millionen Menschen an den Folgen der Luftverschmutzung.

Im Indien, dem zweitbevölkerungsreichsten Land der Welt, ist in den vergangenen Jahren der Bestand an Kraftfahrzeugen stark angestiegen. Waren es 2008 noch rund 14,5 Millionen Fahrzeuge, zählte man 2011 erstmals knapp über 20 Millionen, 2014 lag man schließlich schon bei rund 28 Millionen Fahrzeugen.

Der indische Energieminister Piyush Goyal hat nun angekündigt, dass ab dem Jahr 2030 jedes verkaufte Auto mit Strom betrieben werden soll: „We are going to make electric vehicles self-sufficient… The idea is that by 2030, not a single petrol or diesel car should be sold in the country.“

Der Minister geht davon aus, dass die Autoindustrie zwischen zwei und drei Jahren Unterstützung durch die Regierung benötigt, er erwartet aber, dass danach die Fahrzeuge von der Nachfrage und nicht von Subventionen getrieben werden.

Jährlich sterben, laut einem Report von Greenpeace mit dem düsteren Namen „Airpocalypse„, in Indien 2,3 Millionen Menschen durch die Luftverschmutzung. KritikerInnen werfen der nationalistischen Regierung Indiens jedoch vor, diesen Schritt nicht aus Umweltschutz zu wagen, sondern aus einer rein protektionistischen Haltung, um den Erdölgebrauch (welches aus dem Ausland importiert werden muss) stark einzuschränken. Außerdem wird bezweifelt, dass in dem Land ein so rascher Umstieg innerhalb von dreizehn Jahren überhaupt möglich ist.


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#77 70.000 Elektrotaxis für Peking

Um die anhaltende Luftverschmutzung zu bekämpfen, sollen in Peking über 70.000 benzinbetriebene Taxis durch Elektroautos getauscht werden.

Die chinesischen Großstädte leiden aufgrund des anhaltenden Verkehrs (wie auch viele westliche Städte) an massiver Luftverschmutzung. Um dieser in Zukunft Einhalt zu gebieten, hat die chinesische Hauptstadt Peking geplant, die Taxiflotte in den kommenden Jahren auf Elektroautos umzustellen. Dies würde rund 70.000 Taxis betreffen und 1,3 Milliarden US-Dollar (rund 1,24 Milliarden Euro) kosten.

Wie lange dieser Wechsel dauern wird, ist noch nicht abzusehen. Beginnen soll die Umstellung aber bereits in diesem Jahr: alle neu zugelassenen Taxis müssen ab da Elektroautos sein. Auch in den Städten Shenzen und Taiyuan wurden Beschlüsse dieser Art gefasst. Im Jahr 2016 verdoppelte sich die Zahl der in China zugelassenen Elektrofahrzeuge auf 600.000 – damit ist der chinesische E-Automarkt bereits der größte der Welt.

Damit man sich ein Bild machen kann, warum der Kampf gegen Smog so wichtig ist, hier ein einminütiges Video vom TIME Magazine:


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#68 Physiker erfindet mit 94 Jahren den Akku neu

John B. Goodenough sollte eigentlich jedeR kennen: Er ist jener Mann, der den heutzutage überall eingesetzten Li-On-Akku entwickelt hat. Jetzt, mit 94 Jahren, stellt er mit „Solid-State-Akkus“ die mögliche Zukunft vor.

Wir nutzen sie jeden Tag, aber die wenigsten wissen, wer sie eigentlich erfunden hat: Die Akkus. Ob in Telefonen, Tablets, PCs – Lithium-Ionen-Akkus haben sich in den vergangenen Jahrzehnte eindeutig durchgesetzt. Erfunden wurde die Technologie Ende der 70er und Anfang der 80er Jahre damals vom US-amerikanischen Physiker und Materialwissenschaftler John B. Goodenough. Für diese Entwicklung wurde er relativ spät, im Jahr 2011 mit der „National Medal of Science“ vom damaligen US-Präsidenten Barack Obama ausgezeichnet.

Heute ist Herr Goodenough 94 Jahre alt. Er arbeitet immer noch an der University of Texas in Austin und selbst in diesem hohen Alter steht er an der Spitze eines ForscherInnenteams, das nun eine neue Akku-Technologie namens „Solid-State-Akkus“ vorgestellt hat: Hierbei wird Glas als Elektrolyt eingesetzt (in klassischen Akkus ist der Elektrolyt flüssig)- das Lithium wird durch Natrium ersetzt, welches deutlich günstiger, verfügbarer und umweltfreundlicher ist. Durch die höhere Dichte können solche neuen Akkus ungefähr 3x mehr Energie speichern, sind sicherer, günstiger und funktionieren bei Temperaturen zwischen -20 und +60 Grad Celsius.

Außerdem soll es innerhalb weniger Minuten aufgeladen werden können. Und genau das macht diese Technologie für die Elektroautoindustrie so interessant: Der z.B. in Tesla-Autos verwendete Lithium-Akku ist teuer, ist bei Kälte ineffizient und braucht lange zum Laden. Sollte also diese Akku-Technologie die Marktreife erreichen, wäre das ein sehr positives Zeichen für Elektroautos. Nur kann es bis dahin noch etwas dauern – der Weg von der Entwicklung zur Marktreife bei Lithium-Ionen-Akkus dauerte damals rund zwölf Jahre.


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#34 Österreich zählte 2016 die meisten Neuzulassungen bei Elektroautos in der EU

Im Jahr 2016 wuchs der Anteil an Neuzulassungen von Elektroautos in Österreich um 128,2 Prozent. Gemessen an den Gesamtzulassungen zählt Österreich 1,2 % E-PKW-Zulassungen – der Spitzenwert in den 28 EU-Staaten.

War Österreich 2015 noch auf Platz 5 der Neuzulassungen von Elektroautos in den EU-28, so schaffte man im vergangenen Jahr den Sprung an die Spitze. Insgesamt wurden 2016 im ganzen EU-Raum 63.330 E-Autos zugelassen – 3.826 davon in Österreich. Das entspricht für Österreich ein Plus von 128,2 Prozent gegenüber 2015. Großbritannien zählte 10.624 Zulassungen, Deutschland 11.284 und Frankreich 21.776.

Gemessen an den Gesamtzulassungen liegt Österreich aber an der Spitze: 1,2 Prozent aller neu zugelassenen Autos im Vorjahr waren Elektroautos. Der EU-Schnitt liegt bei 0,4 %, Deutschland kommt auf 0,3 %. Allein in Vorarlberg (Einwohnerzahl am 1.1.2015: 378.490) wurden 355 E-Pkws zugelassen – drei Mal so viel wie in ganz Polen.

In zwölf EU-Staaten gab es jedoch einen Rückgang bei den Neuzulassungen – so zum Beispiel auch in Deutschland.


Weiterführende Links und Quellen:

Bildquelle: CC0 Public Domain, OpenClipart-Vectors, Pixabay