#203 Betrieb von neuartiger Wasserturbine auch bei geringer Fallhöhe wirtschaftlich

Ein Grazer Start-Up hat eine neuartige Wasserturbine entwickelt, welche auch bei geringen Fallhöhen wirtschaftlich genutzt werden kann. Ziel ist es, die Energieerzeugung durch Wasserkraft dadurch weiter zu forcieren.

Advertisements

Doro Turbine nennt sich das Anfang dieses Jahres gegründete Grazer Start-Up, dass sich das Ziel gesetzt hat, die Erzeugung von Strom durch Wasserkraft nicht nur in großem Ausmaß, sondern auch im kleinen zu ermöglichen.

Der 27-jährige Maschinenbauer Stefan Strein hat die Turbine konzipiert und arbeitet aktuell an einem einsatzfähigen Prototypen. Das Besondere daran ist, dass es auch bereits bei kleinen Fallhöhen von 0,7 bis drei Meter möglich ist, die Turbinen wirtschaftlich zu nutzen. Bislang war es so, dass Wasserkraftpotential im Fallhöhenbereich bis 3 Meter nur unwirtschaftlich genutzt werden konnten.

Fallhöhe

bezeichnet im Wasserbau die Differenz zwischen Ober- und Unterwasser einer Fallstufe, im Einzelnen zum Beispiel eines Wehres, einer Schleuse oder eines Wasserkraftwerkes. (Quelle: de.wikipedia.org)

Auf der Website des Start-Ups wird die Funktionsweise der kleinen Turbine erklärt:

Die Schaufeln der doro turbine bewegen sich unabhängig zur Nabe und tauchen geführt ins Oberwasser ein. Dies ermöglicht weitaus höhere Wirkungsgrade und Durchflussmengen als bei herkömmlichen Schaufelturbinen. (Quelle: doro-turbine.com)

Eine solche Turbine soll bis zu 800 Haushalte versorgen. Die Kraftwerkgesamtleistung liegt zwischen 20 und 500 Kilowatt. Im Gegensatz zu konventioneller Stromerzeugung soll das 2.200 Tonnen CO2 pro Jahr einsparen. Zusätzlich betont das Unternehmen, dass die Turbine fisch- und sedimentdurchgängig ist.


Weiterführende Links und Quellen:

Bildquelle: CC0 Public DomaineberhardgrossPixabay

#168 Sparsamster Supermarkt der Welt in Finnland

Der sparsamste Supermarkt der Welt steht in Oulu in Finnland. Er verbraucht dabei nur 40 % des herkömmlichen Energiebedarfs eines Supermarkts.

Supermärkte haben einen enormen Energieverbrauch: Ob nun die ganz normale Heizung, die Backöfen fürs Gebäck oder die Kühlvorrichtungen für die Tiefkühlkost bzw. die Lagerung der Produkte. Deshalb arbeiten auch einige kluge Ingeneure und Architekte daran, dass auch hier Einsparungen möglich werden.

Ein Supermarkt in der Stadt Oulu zeigt nun, wie es gehen kann: Er verbraucht weniger als die Hälfte eines vergleichbaren Supermarkts. Da er nur 40 Prozent der Energie braucht, spart sich der Betreiber jährlich 180.000 Euro an Kosten für Strom. Oulu ist übrigens die fünftgrößte Stadt Finnlands und die nördlichste Großstadt der Europäischen Union.

Pro Quadratmeter und Jahr liegt der Energiebedarf des Supermarkts bei 240 Kilowattstunden. Im durchschnittliche Bestand (Altbau, 1950er bis 1970er-Jahre) liegt bei 150-250 kWh pro Quadratmeter – somit liegt dieser Supermarkt (trotz des deutlich höheren Energiebedarfs) im Durchschnitt einer alten Wohnung. Zum Vergleich: Ein „normaler“ Supermarkt verbraucht 600 kWh pro Quadratmeter pro Jahr. Die Hälfte des Energiebedarfs wird übrigens durch eine Solaranlage am Dach gedeckt.

Der Supermarkt gehört zur S Group, einer finnischen Firmengruppe mit über 1.600 Märkten. Der Supermarkt ist ein Teil des VIRPA Projekts, in dem VTT Technical Research Centre of Finland Ltd., der University of Oulu und der Privatsektor involviert sind.


Weiterführende Links und Quellen:

Bildquelle: CC0 Public Domain, TeroVesalainen, Pixabay

#142 Schweiz: Mehrheit stimmt für Energiewende

Bei der am Sonntag stattgefundenen Volksabstimmung in der Schweiz haben sich 58,2 % der Wählerinnen und Wähler für die Energiestrategie 2050 ausgesprochen.

In vielen Medien liest man heute, dass die Schweiz sich für den Atomausstieg ausgesprochen hat. Das entspricht – sehr langfristig gesehen – auch der Wahrheit. Nur ist dieser „sanfte Atomausstieg“ nur ein kleiner Teil der „Energiestrategie 2050“, welche mit 58,2 % (bei einer Wahlbeteiligung von 42,4 %) angenommen wurde. Basis für diese Abstimmung ist ein revidiertes Energiegesetz (EnG), welches bereits im Herbst 2016 vom Parlament verabschiedet wurde.

Das Energiegesetz beinhaltet folgende Punkte: Verbot des Baus neuer Kernkraftwerke, Senkung des Energieverbrauchs, Steigerung der Energieeffizienz und Förderung erneuerbarer Energien. Auf diese Weise wird die Schweiz unabhängiger von importierten fossilen Energien. Gleichzeitig werden in der Schweiz die einheimischen erneuerbaren Energien gefördert und damit Arbeitsplätze sowie Investitionen geschaffen. (politnetz.ch)

Nach dem eindeutigen Ja für die Energiestrategie 2050 werden keine neuen Atomkraftwerke in der Schweiz hinzukommen. Wobei dies eher ein symbolischer Akt sei, wie Karl Gaulhofer in der Presse schreibt: „Durch das Überangebot an gefördertem Ökostrom sind die Preise so niedrig, dass sich die Investition in ein AKW nicht mehr rentiert“ (diepresse.com). Von den fünf bestehenden Atommeilern wird Mühleberg 2019 aus wirtschaftlichen Gründen aus dem Netz genommen. Zwei weitere stehen seit Monaten still – aufgrund technischer Probleme. Dabei ist fraglich, ob Beznau 1, das dienstälteste Atomkraftwerk der Welt, je wieder ans Netz gehen wird.

Das Gesetz sieht aber grundsätzlich vor, dass die restlichen vier so lange weiterlaufen dürfen, solange sie als sicher eingestuft werden. Dabei kann es aber natürlich dazu kommen, dass wirtschaftliche Gründe auch bei den vier AKWs dazu führen, dass die eigentlich sicheren Reaktoren früher oder später abgeschaltet werden.

Die drei Eckpfeiler der Energiewende 2050

  • Atomausstieg: keine neuen AKWs, „Auslaufen lassen“ der bestehenden AKWs)
  • Erneuerbare Energien: Sonne, Wind, Biomasse, Abfall, Biogas und Geothermie haben im Jahr 2000 0,2 TWh (Terawattstunden) erzeugt, 2015 waren es 1,7 TWh, bis 2035 sollen es 11,4 TWh und bis 2050 schließlich 24,2 TWh werden. (Wem Wasserkraft fehlt: Die Schweiz bezieht bereits 60 % des Schweizer Stroms aus Wasserkraft)
  • Energieeffizienz: Hier soll sich der Energieverbrauch von 232,9 TWh im Jahr 2015 auf 125 TWh im Jahr 2050 verringern. Außerdem soll der Stromverbrauch pro Kopf um 18 % sinken (im Vergleich zum Verbrauch im Jahr 2000)

Das neue Gesetz soll Anfang 2018 in Kraft treten.


Weiterführende Links und Quellen:

Bildquelle: CC0 Public Domain, 422737, Pixabay

#13 Schweden will 100 % erneuerbare Energie bis 2040

2015 stammten bereits 57 % des schwedischen Strombedarfs aus erneuerbaren Energien – bis 2040 sollen es schließlich 100 % werden.

Wie der Independent berichtet, ist Schweden auf dem besten Weg, ihr Ziel zu zu erreichen: Bis zum Jahr 2040 wollen die Skandinavier ihren Bedarf voll und ganz mit erneuerbare Energien abdecken. Schon 2015 stammten 57 % des schwedischen Strombedarfs aus erneuerbaren Energien. Im selben Jahr verkündete der schwedische Premierminister Stefan Löfven, dass man durch massive Investitionen in erneuerbare Energien und grüne Technik eines der ersten Länder weltweit sein möchte, das komplett auf fossile Brennstoffe verzichten will.

Warum das in Schweden offenbar so gut gelingt? Weil das Land nicht dicht besiedelt ist und somit viel Land für den Bau von großen Windradanlagen zur Verfügung steht. Die zehn schwedischen Atomkraftwerke werden deshalb nach und nach abgedreht und ihr Anteil an der schwedischen Stromerzeugung von den Windrädern übernommen.

Andere Länder sind da noch besser dran: Dänemark stellt 140 % des dänischen Energiebedarfs allein durch Windkraft her und exportiert den Überschuss in die Nachbarländer. Island schafft es fast, dass 100 % ihres Energiebedarfs aus erneuerbaren Energien kommt. Costa Rica gelang es 2016 auch fast zu 100 %, rein mit erneuerbarer Energie auszukommen.


Weiterführende Links und Quellen:

Bildquelle: CC0 Public Domain, markusspiske, Pixabay