#357 LifeVac – Instrument gegen den drohenden Erstickungstod

Bei drohendem Erstickungstod gibt es einige bekannte Maßnahmen wie z.B. das Heimlich-Manöver. Doch LifeVac, ein handliches Instrument, welches mit Unterdruck arbeitet, soll im Notfall viel wirksamer sein.

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Wenn man etwas in den „falschen Hals“ bekommt, ist die Erstickungsgefahr sehr groß – denn wenn etwas in der Luftröhre stecken bleibt, muss so rasch wie möglich reagiert werden. Bekannt ist das Heimlich-Manöver, eine oftmals lebensrettende Sofortmaßnahme, um eine drohende Erstickung abzuwenden.

Doch LifeVac, ein medizinisches Instrument des irischen Unternehmens ProMed Home, soll drei Mal so wirksam sein wie bislang bekannte Maßnahmen. Dabei wird der Aufsatz auf den Mund aufgelegt und mit Unterdruck das im Hals steckende Ding herausgezogen. Zum Einsatz kommen soll das Instrument aber, wenn alle lebensrettenden Basismaßnahmen erfolglos angewendet wurden.

Introducing the Life Vac, emergency care device for choking. Life Vac is safe to use. The LifeVac is a non-powered single patient portable suction apparatus developed for resuscitating a choking victim when standard BLS protocol has been followed without success. The negative pressure generated by the force of the suction is 3 times greater than the highest recorded choke pressure. The duration of suction is minimal so LifeVac is safe and effective.

Die Geschichte von LifeVac hat bereits im August 2014 begonnen – und seither in den USA, Europa und Australien mehrere tausend Stück verkauft. Ein LifeVac kostet aktuell in den USA vergünstigt rund 70 Dollar – in Europa (Versand nach Ländern außerhalb des Vereinigten Königreichs) rund 91 Pfund (rund 103 Euro). Das Problem ist, dass der Einsatz von LifeVac nicht in einem normalen Ablaufprotokoll für Einsatzkräfte vorgesehen ist – das muss sich in den kommenden Monaten und Jahre noch verändern.


Weiterführende Links und Quellen:

Bildquelle: von der Lifevac-Website

#292 Produktion von Kohle sinkt weltweit

Die weltweite Kohleproduktion sinkt seit dem bisherigen Höhepunkt, den Jahren 2013 und 2014 – und das auf allen Kontinenten. China, das Land mit den stärksten Zuwächsen in den vergangenen Jahrzehnten schwenkt nun vermehrt auf erneuerbare Energien um.

Die weltweite Kohleproduktion sinkt seit dem bisherigen Höhepunkt, den Jahren 2013 und 2014 – und das auf allen Kontinenten. Lag die Produktion Anfang der 80er Jahre noch bei etwas über 21.000 Terawattstunden, so waren es am Höchststand 2013 über 46.500 – ein Grund dafür war der massive Anstieg in Asien. Einzig in Süd- und Mittelamerika gab es 2016 wieder einen kleinen Anstieg.

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Die Kohleproduktion nach Region in Terawattstunden (CC BY-SA OurWorldInData.org)

Wie die nachfolgende Grafik zeigt, ist vor allem China für den deutlichen Anstieg bis 2013 verantwortlich. Produzierte man 1950 noch rund 250 Terrawattstunden, waren es 2003 rund 10.500, und 2011 rund 20.700 – also die Hälfte der weltweiten Terrawattstunden.

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Die Kohleproduktion nach Ländern in Terrawattstunden (CC BY-SA OurWorldInData.org)

Ein weiterer Rückgang ist zu erwarten, weil gerade China einerseits gegen die Luftverschmutzung in Städten kämpft („In ganz China mussten seit dem 1. Oktober mehr als 176.000 Fabriken und 44.000 Kohlekraftwerke den Betrieb einstellen, weil sie die vorgegebenen Emissionsziele nicht erreichten.“ schreibt z.B. Die Zeit) und andererseits massiv in erneuerbare Energien investiert.


Weiterführende Links und Quellen:

Bildquelle: CC0 Public Domain, hangelaPixabay

#287 Superfood gegen die Armut der thailändischen Reisbauern

Die 17 Millionen Reisbauern und -bäuerinnen in Thailand verdienen durchschnittlich 40 Cent (US-Dollar) am Tag. Damit liegt ihr Verdienst weit unter der nationalen Armutsgrenze. Nun soll der „Superfood“-Reis namens Jasberry dafür sorgen, dass für einige von ihnen am Ende des Tages mehr herausschaut.

Die 17 Millionen Reisbauern und -bäuerinnen in Thailand verdienen durchschnittlich 40 Cent (US-Dollar) am Tag. Damit liegt ihr Verdienst weit unter der nationalen Armutsgrenze. Nun soll der „Superfood“-Reis namens Jasberry dafür sorgen, dass für einige von ihnen am Ende des Tages mehr herausschaut.

Jasberry zählt zum Trendbereich „Superfood“, da er „zehn Mal so viele Antioxidantien stecken wie in grünem Tee, zudem viel Vitamin E und Beta-Carotine“ (enorm-magazin.de) beinhaltet. Und im Gegensatz zu Acai-Beeren und Granatäpfeln ist hier der Anbau vergleichsweise günstig.

Der Thailander Peetachai Dejkraisak, der in Australien aufgewachsen ist, hat mit vier Freunden das Unternehmen Siam Organic gegründet. Dieses Unternehmen schult Bauern in nachhaltigen, ökologischen Anbaumethoden – und zeigt ihnen die Vorteile des Jasberry-Reis. Jene 1.800 Bauern, die diesen Reis anbauen, verdienen bereits das 14-Fache eines durchschnittlichen Reisbauern, also ungefähr 5,6 US-Dollar pro Tag. In den nächsten drei Jahren ist es das Ziel, dass damit 20.000 thailändische Farmer aus der Armut geholt werden sollen.

Der große Markteintritt in den USA und Europa steht bevor. In Amerika gibt es den Reis bereits in New York. Wenn erst der große Hype über den Superreis ausbricht, werden wohl noch viele weitere Jasberry-Farmer benötigt werden.


Weiterführende Links und Quellen:

Bildquelle: CC BY 2.0, ronamae, „Black rice, white dish“, Flickr

#286 Segel- statt Containerschiff: Fair gehandelter Kaffee soll emissionsfrei nach Europa kommen

Alles kommt irgendwann wieder: Was in der Mode für die eine oder andere Überraschung sorgt, soll nun auch im globalen Warentransport Einkehr finden. Zwei Österreicher wollen fair gehandelten Kaffee aus Lateinamerika mit einem richtig alten Segelschiff nach Europa bringen – angetrieben nur vom Wind.

Alles kommt irgendwann wieder: Was in der Mode für die eine oder andere Überraschung sorgt, soll sich nun auch im globalen Warentransport Einkehr finden. Zwei Österreicher wollen fair gehandelten Kaffee aus Lateinamerika mit einem richtig alten Segelschiff nach Europa bringen – angetrieben nur vom Wind.

Der weltweite Handel mit Containerschiffen

Der weltweite Handel wird mit rund 40.000 Containerschiffen (umweltbundesamt.de) betrieben. Während man am Festland den Schadstoffausstoß von Fahrzeugen beschränken will, fahren die Containerschiffe mit Schweröl, das sehr hohe Schwefel- und Schwermetallanteile beinhaltet. Bei Containerschiffen darf der Schwefelgehalt im Schiffstreibstoff maximal 3,5 Prozent betragen. Was nach wenig klingt, ist in Wahrheit extrem hoch: Es ist 3.500 Mal so viel wie in LKW-Diesel. Saubere Alternativen (also „saubere“ Treibstoffe gäbe es, und sie würden damit auch den Preis für Produkte nur um wenige Cents ansteigen lassen). Laut Schätzungen sterben in Europe 50.000 Menschen an der Luftverschmutzung durch den Ausstoß von Containerschiffen.

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Oscar und Daniel Kravina, beide Ende der 60er in Tarvis, Italien geboren, haben sich einen über 100 Jahre alten Frachtsegler gekauft, der aktuell in der Werft in Trapani, Sizilien restauriert wird. „Brigantes“, so der Name des Schiffes, soll ab Ende 2018 zwischen dem Mittelmeer und Lateinamerika verkehren. Auf dem 30 Meter langen Zweimaster sollen 160 Tonnen Waren geladen werden können. Es sollen vor allem fair gehandelter Kaffee und Kakao auf diesem Weg transportiert werden.

Dafür haben sie das Unternehmen das Unternehmen „Sail-powered Shipping GmbH“ gegründet und ist Mitglied der Sail Cargo Alliance. Finanziert werden soll das Projekt vorerst durch Spenden und Crowd-Investing: 800 von ingesamt 1.600 Firmenanteilen können zu jeweils 1.000 Euro gekauft werden. Auch hier bezieht man sich auf ein traditionelles Finanzierungsmodell in der Schifffahrt: Seit 2007 in Österreich und 2013 in Deutschland dürfen eigentlich keine neuen Reedereien errichtet werden – es bleibt also spannend, ob dies als „Crowd-Investing“ schließlich doch möglich sein wird.


Weiterführende Links und Quellen:

Bildquelle: Alle Bilder sind von der Website Brigantes.eu

#279 PocketDefi: Ein Defibrillator zum Mitnehmen

Ein Grazer Startup hat den kleinsten und handlichsten Defibrillator entwickelt. Vor wenigen Tagen startete man eine Crowdfundingkampagne – und konnte das erste Fundingziel bereits nach 48 Stunden erreichen.

Der Einsatz von Defibrillatoren kann die Überlebenchance nach einem Herzstillstand deutlich erhöhen – deshalb sollte man stets wissen, wo man einen findet (bzw. wo man online nachschauen muss:  für Österreich 144.at/defi, für Deutschland defikataster.de und für die Schweiz: herzsicher.ch). Das Grazer Start-up Liimtec hat sich aber zum Ziel gesetzt, den Defibrillator weiterzuentwickeln: Der PocketDefi ist nur 400 Gramm schwer und laut seinen EntwicklerInnen der kleinste Defibrillator der Welt. Seit wenigen Tagen ist nun die Crowdfunding-Kampagne am Laufen – mit vollem Erfolg: nach gerade einmal zwei Tagen wurden bereits 120.000 Euro finanziert – die erste 75 Geräte waren sogar innerhalb von 10 Minuten verkauft.

Natürlich gibt es bei einem solchen lebensrettenden Gerät große Auflagen – das Gerät soll für Österreich, Deutschland und die Schweiz angeboten werden und soll natürlich alle notwendigen Zertifizierungen und Zulassungen vorweisen können. Sollte die Kampagne so gut weiterlaufen (und im kommenden Monat zumindest 250.000 Euro erreicht werden, soll es weitere Sprachpakete für Frankreich, Spanien, die Niederlande und Italien geben – dem großen Launch in vielen europäischen Staaten sollte damit also nichts mehr im Weg stehen. (Im August erhielt das Startup zudem Investitionen in sechststelliger Höhe.)

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Für die KäuferInnen heißt es aber trotzdem warten: Die ersten Geräte sollen im Dezember 2018 ausgeliefert werden. Sofort nach dem Ende des Fundings wird mit der serienfähigen Produktion begonnen – doch aufgrund der strengen medizinrechtlichen Vorgaben kann die Zulassung nur auf Basis eines fertigen Produktes erfolgen. Das Gerät kostet 699 Euro – aktuell gibt es bei der Crowdfunding-Aktion noch einen 35-prozentigen Rabatt (der Preis sinkt dadurch auf 449 Euro). Im Vergleich zu größeren Geräten ist der Preis deutlich geringer.


Weiterführende Links und Quellen:

Bildquelle: Bilder von der PocketDefi-Facebookseite

#251 Europäischer Sozialfonds feiert 60. Geburtstag

Seit 1957 gibt es den Europäischen Sozialfonds – in der aktuellen Funktionsperiode von 2014 bis 2020 werden über 80 Milliarden Euro u.a. in Ausbildungsangebote und die Bekämpfung bzw. Vermeidung der Arbeitslosigkeit investiert. Damit profitieren pro Jahr rund 15 Millionen Menschen am gesamteuropäischen Arbeitsmarkt.

Die am 25. März 1957 unterzeichneten Römischen Verträge waren nicht nur der Startschuss für jenen innereuropäischen Zusammenschluss, den wir als Europäische Union kennen. Gleichzeitig wurde nämlich auch der Europäische Sozialfonds (kurz: ESF) gegründet – seit sechzig Jahren gilt es als das wichtigste Finanzinstrument für Sozialpolitik und Investitionen in Menschen.

So möchte man mit dem Fonds Maßnahmen fördern, die Arbeitslosigkeit vermeiden oder bekämpfen, die das Ausbildungsangebot erweitern und „eine verbesserte Funktionsweise des Arbeitsmarktes“ ermöglichen. Die Förderzyklen umfassen sieben Jahre – aktuell befinden wir uns um 8. Zyklus, der 2020 endet.

Der Budgetumfang der ersten Funktionsperiode (von 1958/1961 bis 1972) umfasste ungefähr 420 Millionen – in der aktuellen Funktionsperiode (von 2014 bis 2020) beläuft es sich auf rund 83 Milliarden Euro. Gemeinsam mit der Jugendbeschäftigungsinitiative sind das rund 8,5 % des gesamten EU-Budgets. Die ESF-Projekte werden einerseits von der Europäischen Union, andererseits von den Nationalstaaten finanziert – so kommt man insgesamt auf Investitionen von rund 120 Milliarden Euro.

Laut der deutschen Website des Europäischen Sozialfonds profitieren pro Jahr rund 15 Millionen Menschen von den Investitionen in den Arbeitsmarkt und der Bekämpfung bzw. Vermeidung der Arbeitslosigkeit:

ESF Arbeit

Natürlich kann der ESF nicht mit den Finger schnipsen und damit Arbeitsplätze entstehen lassen. Auf der Website der Europäischen Kommission wird es so erklärt:

Der ESF ist keine Arbeitsvermittlung und schreibt daher auch keine Stellen aus. Vielmehr fördert er EU-weit Zehntausende von lokalen, regionalen und einzelstaatlichen Beschäftigungsprojekten – von Kleinprojekten, die von Wohltätigkeitsorganisationen vor Ort durchgeführt werden und zum Beispiel der Unterstützung behinderter Menschen bei der Suche nach angemessener Arbeit dienen, bis hin zu landesweiten Projekten zur Förderung der Berufsbildung. (ec.europa.eu)

In diesem kurzen Video (nicht vom Zeichentrickstil abschrecken lassen) wird zusätzlich in aller Kürze erklärt, wie das Geld europaweit investiert wird:


Weiterführende Links und Quellen:

Bildquelle: CC0 Public DomaindmnkltnrPixabay

Transparenz: Auf das Thema wurde ich aufmerksam, als mich die Kommunikationsbeauftragte für den Europäischen Sozialfonds in Österreich per Mail kontaktierte. Da ich selber bislang nur weniger über den Fonds gewusst habe – und auch nicht, in welchem Umfang hier in Europa investiert wird, war es meine Entscheidung, nun darüber zu berichten. (Vor allem auch, weil die Frittierweise von Pommes oder die Giftigkeit in Porzellanfarbe Dutzende Nachrichtenbeiträge bekommen, der ESF hingegen nicht.)

Update: 8. September 2017, 13.38 Uhr – Absatz gelöscht, in dem ich fälschlicherweise erkläre, dass Österreich bereits 1957 vom ESF profitierte. Tatsächlich (und logischerweise) erhält Österreich erst seit dem Beitrag 1995 Geld aus dem ESF.

#240 Die Rückkehr der Sumpfschildkröte

Was wie ein schlechter Titel für eine Thriller-Fortsetzung klingt, ist in Wahrheit eine Erfolgsgeschichte. Ende der 1990er-Jahre galt die Sumpfschildkröte in ganz Europa als nicht mehr vorhanden. Doch man nahm sich den letzten auffindbaren Exemplaren an, hat begonnen, sie zu züchten und wieder auszuwildern.

Die Europäische Sumpfschildkröte (Emys orbicularis) ist eine kleine bis mittelgroße, fleischfressende und überwiegend im Wasser lebende Schildkröte. Sie ist die einzige Schildkrötenart, die – wenn auch selten – in Mitteleuropa (auch Deutschland) natürlich vorkommt. Ihr Verbreitungsgebiet geht aber weit darüber hinaus, von Nordafrika im Südwesten bis an den Aralsee im Nordosten. (de.wikipedia.org)

Bereits im Jahr 1999 entwickelte die Biologin Sibylle Winkel das Artenschutzprogramm „Europäische Sumpfschildkröte“. Gemeinsam mit der hessischen Arbeitsgemeinschaft Sumpfschildkröte wurden im Exotarium des Frankfurter Zoos hunderte Tiere erfolgreich aufziehen. Interessant dabei ist, dass die Temperatur im Brutschrank beeinflussen kann, welches Geschlecht die kleinen Nachkömmlinge bekommen: Bei über 28 Grad Celsius werden es Weibchen, bei weniger Grad Männchen.

Durch Chips werden die ausgewilderten Exemplare die Europäische Sumpschildkröte auch weiterhin beobachtet. Während die Zucht im Zoo einfacher ist, war es natürlich die Frage, ob es den Ausgewilderten auch in der freien Umgebung gelang, sich erfolgreich fortzupflanzen. 2013 und 2014 wurden schließlich die ersten Schlüpflinge gesichtet.

Seit 2006 gibt es außerdem im österreichischen Nationalpark Donau-Augen ein Artenschutzprogramm für die Europäische Schildkröte. Diese Gegend gilt als der Ort, an dem es das letzte intakte Vorkommen in Österreich gibt. Dabei werden die kleinen Eier direkt nach der Ablage mit stabilen Metallgittern abgedeckt. Bei einer Zählung im vergangenen Jahr kam man dabei auf 750 Individuen, davon 627 ausgewachsene Tiere mit Markierung plus 110 junge Tiere.


Weiterführende Links und Quellen:

Bildquelle: CC BY NC SA (2.0), Cloudtail the Snow Leopard, „European pond turtle“, Flickr

#162 Schutz der Ozeane: UN-Konferenz bringt Selbstverpflichtung aller Mitgliedsstaaten

Alle 193 Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen haben sich bei der ersten Oceans Conference zusammengetan, um gemeinsam gegen die Verschmutzung und Überfischung vorzugehen.

Zum allerersten Mal trafen sich VertreterInnen der Vereinten Nationen zu einer Meereskonferenz. Nach fünf Tagen haben sich alle 193 Mitgliedsstaaten auf eine gemeinsame Vorgehensweise geeinigt. So wollen sie die Ozeane „konservieren und nachhaltig“ nutzen und gaben 1.300 Selbstverpflichtungen für Meeresschutzprojekte ab.

8.000 TeilnehmerInnen, darunter RegierungsvertreterInnen, Staatschefs und -chefinnen und MeeresexpertInnen, trafen sich von 5. bis 9. Juni 2017 im Sitz der Vereinten Nationen in New York. Herausgekommen ist ein „Call for Action“, mit 14 Punkten, an die sich alle Staaten halten sollten. Peter Thomson, der Präsident der Generalversammlung, spricht sogar davon, dass sich für alle Beteiligten die Beziehung zu den Ozeanen verändert habe. „Von jetzt an könne niemand mehr sagen, dass man „von dem Schaden, den die Menschheit den Ozeanen angetan hat, nichts wusste“ (dw.com).

Die Konferenz hat nun viele Absichterklärungen gebracht – jetzt müssen die Staaten diese auch in nationale Politik umsetzen und durchsetzen. In Europa hat die EU zugesichert, „Westafrika mit 15 Millionen Euro zu unterstützen, um vor Ort eine nachhaltige Fischerei aufzubauen. Für das Management bestehender Meeresschutzgebiete will Europa 60 Millionen Euro beisteuern, vorwiegend in Entwicklungsländern. In europäischen Gewässern soll die Meeresverschmutzung angegangen werden, dazu will Brüssel Reduktionsziele für den Meeresmüll vorgeben“ (sueddeutsche.de)

Kritik kommt von Umweltorganisationen: Einerseits begrüßen sie die Erklärung, sehen aber keinen Mechanismus, der überprüft, ob die einzelnen Staaten ihre Selbstverpflichtungen auch schaffen. Mit dem Seerechtsübereinkommen (SRÜ) von 1982 gibt es eigentlich schon einem umfassenden Rahmenvertrag der UN für zahlreiche Länder – durch die rapide fortschreitende Verschmutzung und Überfischung scheint nun etwas mehr Schwung in die ganze Sache zu kommen.

Asiatische Staaten versprechen Veränderung

China, Thailand, Indonesien und die Philippinen haben sich im Rahmen der Konferenz. Anfang 2016 wurde diese vier Länder (gemeinsam mit Vietnam) für mehr als die Hälfte des gesamten Plastikmülls in den Meeren verantwortlich gemacht. Laut Oceans Conservancy sollen sogar rund 60 Prozent des gesamten Plastikmülls, das pro Jahr im Meer landet, aus diesen fünf Staaten kommen.

Thailands Regierung hat eine 20-Jahres-Strategie entwickelt um das Problem zu bekämpfen. In Indonesien startet die Regierung ein Programm um Schulkinder zu bilden. Die Philippinen entwickeln neue Gesetze.


Weiterführende Links und Quellen:

Bildquelle: CC0 Public Domain, Pexels, Pixabay