#364 Keine Tanzbären mehr in Nepal

Nepal reiht sich in eine Reihe von Ländern ein, welche die grausame „Tradition“ von Tanzbären offenbar beendet haben: Nun wurden die letzten bekannten Tanzbären gerettet.

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Nepal reiht sich in eine Reihe von Ländern ein, welche die grausame „Tradition“ von Tanzbären offenbar beendet haben: Nun wurden die letzten bekannten Tanzbären gerettet. Von Albanien, Bulgarien, Griechenland, Indien, Serbien und der Türkei wird angenommen, dass sie keine Tanzbären mehr haben.

Die Bären wurden früher in der Wildnis gefangen und am Schwarzmarkt verkauft. Oftmals wurden sie als Junge verkauft, während die Mutter getötet werden. Die Tiere wurden dann geschlagen, gequält und gefügig gemacht; ihnen wurden die Zähne gezogen und teilweise auch die Krallen entfernt.

Zumindest in Nepal wurde nun das letzte bekannte Tanzbärenpaar von Behörden konfisziert. Aktuell leben sie in einem Nationalpark in Nepal und werden dann in eine geschützte Gegend in Indien transferiert.


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Bildquelle: CC0 Public Domain, frank3143Pixabay

#352 Die Robin Hood Army im Kampf gegen Hunger

Im August 2014 begannen sechs Freiwillige in Delhi, Indien, Speisen an 150 Menschen auszugeben. Heute zählt die „Robin Hood Army“ 12.350 Freiwillige in 54 Städten und hat über 35 Millionen Speisen ausgegeben und dabei über 3,2 Millionen Menschen mit Essen versorgt.

RobinHoodArmyIm August 2014 begannen sechs Freiwillige in Delhi, Indien, Speisen an 150 Menschen auszugeben. Heute zählt die „Robin Hood Army“ 12.350 Freiwillige in 54 Städten und hat über 35 Millionen Speisen ausgegeben und dabei über 3,2 Millionen Menschen mit Essen versorgt. Das Projekt hat bislang keinen Cent an Geldspenden erhalten – dafür Spenden von Restaurants oder großen Veranstaltungen wie Hochzeiten. Überschüssige Speisen werden gesammelt und kostenlos an Bedürftige ausgegeben.

Die Robin Hood Army streckt ihre Arme auch über Indiens Grenzen hinaus aus: So gibt es Ableger in Sri Lanka, Pakistan, den Philippinen und Malaysia. Die Freiwilligen sind zum größten Teil StudentInnen und jungen ArbeiterInnen – und diese tragen die anfallenden Kosten (Fahrtkosten zum Abholen und Ausliefern der Speisen) selben. Sie nennen sich „Robins“ und tragen als „Uniform“ ein T-Shirt in Dunkelgrün mit dem RHA-Logo. Das langfristige Ziel ist es, die Robin Hood Army auf der ganzen Welt zu etablieren und damit den Hunger zu bekämpfen.


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#334 Neuartige Windturbine soll Indien weiter elektrifizieren

Zwischen 240 und 270 Millionen Menschen leben in Indien ohne elektrischen Strom, zahlreiche weitere können ihn sich nur stundenweise leisten. In den kommenden Jahren und Jahrzehnten sollen Indien deshalb mittels großen Solarprojekten weiter elektrifiziert werden. Arun und Anoop George verzichten mit ihrem Startup Avant Garde Innovations auf die Kraft der Sonne – sie setzen auf den Wind.

Zwischen 240 und 270 Millionen Menschen leben in Indien ohne elektrischen Strom, zahlreiche weitere können ihn sich nur stundenweise leisten. In den kommenden Jahren und Jahrzehnten sollen Indien deshalb mittels großen Solarprojekten weiter elektrifiziert werden. Arun und Anoop George verzichten mit ihrem Startup Avant Garde Innovations auf die Kraft der Sonne – sie setzen auf den Wind.

Ihr Windrad ist nicht viel größer als ein Deckenventilator – doch mit durchschnittlichen Windgeschwindigkeiten soll er so zwischen drei und fünf Kilowattstunden Strom liefern. Das ist der Durchschnittsverbrauch eines einfachen indischen Haushalts. Natürlich ist der Preis dafür eine wichtige Sache: Mit 50.000 Rupien (umgerechnet zwischen 650 und 700 Euro) ist die Windturbine nicht billig – verglichen zu einem Preis eines Smartphones jedoch auf demselben Niveau.

Kann man sich diese Investition leisten, so bekommt man für die Lebensdauer der Turbine – die rund 20 Jahre betragen soll – kostenlosen Strom erzeugen. Anfang nächsten Jahres sollen die ersten Windräder an VorbestellerInnen (einzelne Haushalte, dörfliche Gemeinschaften, Zusammenschlüsse von Farmen und kleinere Unternehmen) gehen – und wie Arun George erklärt, werden die Kosten durch die Massenproduktion weiter sinken.


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Bildquelle: Bild von Avant Garde Innovations

#291 Die Rückkehr der Tiger nach Kasachstan

Zwischen den 40er und 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurde die Unterart „Kaspischer Tiger“ ausgerottet. Nun hat jedoch die kasachische Regierung eine Absichtserklärung mit der Umweltorganisation WWF (World Wide Fund for Nature) unterzeichnet: An der Mündung des Flusses Ili in den Balchasch-See im Südosten des Landes soll ein Schutzgebiet zur Wiederansiedlung des Tigers entstehen.

Wenn man heute an Tiger in freier Wildbahn denkt, kommt einen natürlich Indien und Sibirien/Russland in den Sinn. Doch es ist noch nicht allzu lange her, da lebte der Kaspische Tiger auch im Iran, der Türkei und Kasachstan. Zwischen den 40er und 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurde diese Unterart des Tigers ausgerottet. Nun hat jedoch die kasachische Regierung eine Absichtserklärung mit der Umweltorganisation WWF (World Wide Fund for Nature) unterzeichnet: An der Mündung des Flusses Ili in den Balchasch-See im Südosten des Landes soll ein Schutzgebiet entstehen.

Die ausgestorbene Unterart „Kaspischer Tiger“ kann man leider nicht wiederauferstehen lassen – doch der genetisch sehr nahe Verwandte „Sibirischer Tiger“ soll stattdessen angesiedelt werden. Tiger mögen ja normalerweise Wälder – etwas, das in der kasachischen Steppe wenig vorhanden ist. Doch die Schilflandschaften mit hohem Gras rund um den See können als Lebensraum sehr gut geeignet sein.

WWF möchte mit dem 2010 gestarteten Vorhaben „Tx2“ die Zahl der freilebenden Tiger bis 2022 zu verdoppeln. Damals gab es 3.200 Tiger in freier Wildbahn, bis 2016 konnte man die Zahl auf 3.900 erhöhen. Bis aber die Tiger auch in Kasachstan wieder angesiedelt werden können, muss noch einiges verändert werden: zuerst muss in dem spärlich besiedelten Gebiet die Land- und Viehwirtschaft eingeschränkt werden, danach der Bestand an Beutetieren erhöht werden.


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Bildquelle: CC0 Public Domain, andibreitPixabay

#283 Pflanzliches Öl: Schuhsohlen aus Algen

ForscherInnen der University of California haben die weltweit ersten Flip-Flops vorgestellt, die mit Algenöl produziert werden. Jährlich werden 3 Milliarden Flip-Flops weltweit verkauft – mit dieser Entwicklung sollen diese in Zukunft Algenöl statt Erdöl enthalten.

ForscherInnen der University of California haben die weltweit ersten Flip-Flops vorgestellt, die mit Algenöl produziert werden. Durch diese Entwicklung sollen aktuell verwendete Sohlen (bei deren Entstehung Erdöl verwendet wird) verschwinden und damit auch die Gefahr gebannt werden, dass weiterhin die jährlich 3 Milliarden Stück, die weltweit verkauft werden, in Deponien, Flüssen und schließlich den Ozeanen landen. Gerade dort ist Polyurethan, der Hauptbestandteil von Schuhsohlen, einer der größten Schadstoffe.

Flip-Flops sind in Indien, China und Afrika die beliebtes Schuhbekleidung – deshalb dürfen die Algen-Flip-Flops kein sündhaft teuren Bio-Lösung werden. Das wissen auch die ForscherInnen: Mit dem Start der industriellen Herstellung solcher Flip-Flops soll ein Paar gerade einmal drei US-Dollar kosten.

Drei Professoren gründeten das Unternehmen Algenesis Materials, dort sind ausschließliche Studierende beschäftigt. Hier wird auch weitergeforscht: Aktuell sind diese Flip-Flops kompostierbar – in Zukunft möchte man aber auch versuchen, das Algenöl zurückzugewinnen (um aus alten, verschlissenen wieder neue Flip-Flops werden zu lassen).


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Bildquelle: Erik Jepsen/UC San Diego Publications

#269 Indische Regierung will bis Ende 2018 alle Haushalte elektrifizieren

Der indische Premierminister Narendra Modi hat ein 2,5 Milliarden US-Dollar schweres Projekt angekündigt, mit dem bis Ende 2018 alle indischen Haushalte mit elektrischem Strom versorgt werden sollen.

Der indische Premierminister Narendra Modi hat am vergangenen Montag, dem 25. September 2017, ein 2,5 Milliarden US-Dollar (164 Milliarden Rupien und rund 2,11 Milliarden Euro) schweres Projekt gestartet, mit dem es gelingen soll, dass alle indischen Haushalte bis Ende 2018 mit elektrischem Strom versorgt werden.

Rund ein Viertel aller indischen Haushalte (rund 43 Millionen) haben in ihren Unterkünften keinen Zugang zu elektrischem Strom – damit fehlt 300 Millionen Inderinnen und Indern (von insgesamt 1,3 Milliarden) der Anschluss ans Netz. Der jetzige Vorstoß geht bereits auf ein Versprechen Modis aus dem November 2015 zurück – damals sprach er, innerhalb von 1.000 Tagen die Elektrifizierung abzuschließen. Außerdem soll die Rund-um-die-Uhr-Stromversorgung (also 24h, 7 Tage die Woche) im März 2019 erreicht werden. (Abhishek Jain spricht in „The Indian Express“ hingegen von 2022)

Die einzelnen Bundesstaaten müssen die Elektrifizierung abschließen – und für Haushalte armer BürgerInnen soll auch keinerlei Gebühr eingehoben werden. Neben der gesamtindischen Stromversorgung soll dadurch auch der Einsatz von Petroleum mehr und mehr zurückgedrängt werden. In ganz entlegenen Gegenden verspricht die Regierung zusätzlich Solarmodule mit Akkuspeicher zu installieren.


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Bildquelle: CC0 Public DomainIamnitishthakurPixabay

#234 Indien: Islamische Praktik der sofortigen Scheidung verfassungswidrig

In Indien war es für muslimische Männer bislang möglich, sich von ihrer Ehefrau durch das dreimalige Aussprechen des arabischen Worts für Verstoßung mit sofortiger Wirkung zu scheiden. Heute hat das Oberste Gericht diese Praktik für verfassungswidrig erklärt – ein Sieg für die Rechte der muslimischen Frauen.

Im islamischen Recht gibt es bis heute eine Form der Verstoßung: Der Mann (und nur der Mann allein) hat die Möglichkeit, mittels einer auszusprechenden Scheidungserklärung gegenüber seiner Frau mit sofortiger Wirkung sozusagen seine Frau zu verstoßen. Genau das hat das Oberste Gericht in Indien am 22. August 2017 als verfassungswidrig eingestuft – ein großer Sieg für die Reche der islamischen Frauen. Rund 14 Prozent der 1,3 Milliarden Einwohner Indiens bekennen sich laut dem Zensus von 2011 zum Islam.

Man kann es sich eigentlich gar nicht vorstellen: Laut islamischen Recht (und nach allen vier sunnitischen und der schiitischen Rechtsschule) reicht es aus, wenn der Mann (und dieses „Recht“ steht ausschließlich dem Mann zu) drei Mal das arabische Wort für Verstoßung, nämlich „ṭalāqausspricht. (Teilweise passierte dies sogar via Skype oder WhatsApp.) Sobald dieses Wort drei Mal ausgesprochen wurden, gilt die Verstoßung als unwiderruflich. Die ersten beiden Male ist sie noch widerruflich und wird dabei von Männern auch als Drohung oder Erziehungsmaßnahme eingesetzt.

Mehr als 20 muslimische Länder (wie z.B. Pakistan oder Bangladesch) haben diese Praktik abgeschafft. In Jordanien, Libanon, Libyen, Marokko und Syrien muss ein Gericht die Verstoßung bestätigen, und wie Wikipedia schreibt muss „die Ehefrau (…) über die Verstoßung informiert werden“. KritikerInnen heben hervor, dass „triple talaq is not a basic and integral part of Islam“. Einige islamische Gelehrte erklären zudem, dass ṭalāq im Koran gar nicht erwähnt wird.

Das Oberste Gericht Indiens hat nun mit einer 3:2 Mehrheit diese islamische Praktik als unvereinbar mit der indischen Verfassung erklärt. Die Praktik wurde erstmal für sechs Monate ausgesetzt – nun muss das Parlament einen Weg finden, neue Gesetze zu entwickeln.


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Bildquelle: By Legaleagle86 at en.wikipedia, CC BY-SA 3.0, Link

#190 Indien: 66 Millionen Bäume in 12 Stunden gepflanzt

In Indien wurde der im Vorjahr aufgestellt Weltrekord bereits in diesem Jahr wieder eingestellt: 1,5 Millionen Menschen pflanzten innerhalb von 12 Stunden über 66 Millionen Bäume. Mit dem Ziel, die Auswirkungen des globalen Klimawandels zu verringern.

In Indien wurde 2016 ein Rekord aufgestellt: Innerhalb weniger Stunden wurden 2016 im Bundesstaaat Uttar Pradesh 50 Millionen Bäume eingepflanzt. Doch dieser Weltrekord wurde am 2. Juli 2017 gebrochen – ebenfalls in Indien: 1,5 Millionen Menschen pflanzten im Bundesstaat Madhya Pradesh innerhalb von 12 Stunden über 66 Millionen Bäume.

Indien möchte bis 2030 5 Millionen Hektar Land wieder aufforsten. Ziel ist es, die Auswirkungen des globalen Klimawandels zu verringern. Die Regierung unterstützt dieses Projekt mit 6,2 Milliarden US-Dollar (rund 5,4 Milliarden Euro). Bei dem Weltrekord haben sich unzählige Freiwillige zusammengefunden: StudentInnen, Hausfrauen oder auch Regierungsangestellte.


Weiterführende Links und Quellen:

Bildquelle: CC0 Public DomainsarangibPixabay