#361 Dracontiasis fast völlig ausgerottet

Anfang der 80er Jahren erkrankten schätzungsweise 3,5 Millionen Menschen pro Jahr an Dracontiasis, einer Infektion mit dem Guineawurm (oder Medinawurm). 2007 waren es noch fast 10.000 – im Jahr 2016 registrierte die Weltgesundheitsorganisation WHO nur 25 Fälle in drei Ländern.

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Anfang der 80er Jahren erkrankten schätzungsweise 3,5 Millionen Menschen pro Jahr an Dracontiasis, einer Infektion mit dem Guineawurm (oder Medinawurm). 2007 waren es noch fast 10.000 – im Jahr 2016 registrierte die Weltgesundheitsorganisation WHO nur 25 Fälle in drei Ländern.

Bei dieser Krankheit nistet sich der Parasit, welcher äußerst langlebig ist und bis zu einem Meter lang werden kann über viele Jahre im Organismus eines Wirten ein – die Folge sind Entzündungen, Geschwüre und Fieberschübe. Eine Heilung gegen diese Infektion gibt es nicht – daher hat sich die WHO Aufklärung über die Infektionswege betrieben. Besonders wichtig war dabei auch: der Zugang zu sauberem Wasser.

Die 25 Fälle passierten in drei Ländern: dem Tschad, Äthiopien und dem Südsudan.


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#342 Erfolge bei globaler Bekämpfung von Tuberkulose

Durch weltweite Bemühungen zur Bekämpfung von Tuberkulose konnten seit dem Jahr 2000 rund 53 Millionen Leben gerettet werden. Zugleich konnte die Sterberate um 37 Prozent gesenkt werden. 

Durch weltweite Bemühungen zur Bekämpfung von Tuberkulose konnten seit dem Jahr 2000 rund 53 Millionen Leben gerettet werden. Zugleich konnte die Sterberate um 37 Prozent gesenkt werden.

Der Tuberkuloseerreger wurde bereits 1882 in Berlin entdeckt – noch heute gibt es ca. 9 Millionen Erkrankungen pro Jahr. Obwohl Millionen Leben gerettet werden konnten, gilt Tuberkulose immer noch als tödlichste Infektionskrankheit weltweit. Eine der wichtigsten Maßnahmen ist die frühe Erkennung um einerseits die frühzeitig mit einer Behandlung zu beginnen und andererseits die weitere Übertragung zu unterbinden.

75 Minister weltweit haben nun zugestimmt, bis 2030 dringende Maßnahmen zur Beendigung der Tuberkulose zu ergreifen. So soll universelle Gesundheitsversorgung ermöglicht werden, ausreichende und nachhaltige Finanzierung und mehr Einsatz in der Forschung, Diagnose, Behandlung und Vorbeugung.

Zusätzlich konnten ForscherInnen in Düsseldorf einen neuen Wirkstoff entdecken, der bei der Behandlung von Tuberkulose wirken könnte: Chlorfalvonin findet sich in einem Pilz einer afrikanischen Pflanze, der in entsprechenden Tests antibakteriell gegen den Erreger Mycobacterium tubercolusis wirkt.


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#138 Bessere Impfstoffe gegen Keuchhusten und HPV

Bei einem Symposium in Wien wurden neue, besser wirksame Impfstoffe gegen Keuchhusten und Humane Papilloma Viren vorgestellt.

Zwar gibt es sowohl gegen Keuchhusten als auch gegen Humane-Papilloma-Viren-Infektionen Impfstoffe – doch nun wurden auf einem Symposium in Wien neue, wirksamere Impfstoffe vorgestellt.

Neuer Keuchhusten-Impfstoff

Keuchhusten fordert pro Jahr weltweit zwischen 200.00 bis 400.000 Todesopfer bei rund 16 Millionen Erkrankungsfällen. Obwohl es schon lange Zeit einen Impfstoff gab, gingen in den vergangenen Jahren die Erkrankungen (v.a. auch bei Jugendlichen und Erwachsenen) wieder in die Höhe. Waren es in den 1980er Jahren in den USA nur um die 2.000 Fälle pro Jahr, waren es 2012 rund 50.000. Allein in Österreich stiegen die Fälle von 339 Fälle im Jahr 2014 auf 1.165 im Jahr 2016 an.

Der neue Impfstoff soll prophylaktisch wirken – im Gegensatz zum vorhanden Impfstoff, welcher vor der Krankheit, aber nicht vor der Infektion schützt. Camille Locht vom Institute Pasteur im französischen Lille arbeitet mit ihrem Team seit Jahren an dem neuen Impfstoff: „Nach einer Erprobung an Pavianen und in anderen Tiermodellen gelang es auch durch eine entsprechende Dosierung, in einer frühen Phase der klinischen Prüfung an Probanden eine Bildung von schützenden Antikörpern bei bis zu um die 90 Prozent der Probanden nachzuweisen.“ (derStandard.at)

Neuer HPV-Impfstoff aus Wien

Humane Papilloma Viren stecken faktisch hinter fast „allen Fällen von Gebärmutterhalskrebs und viele Karzinomen des Genitaltraktes und im HNO-Bereich sowie hinter Haut- und Genitalwarzen“

Reinhard Kimbauer, in Wiener Immundermatologe war 1992 bei der Schaffung des aktuellen Impfstoffs beteiligt. Der neue Impfstoff hat führt zu einer viel breiteren und deutlich mehr HP-Viren umfassenden Immunantwort als der modernste Impfstoff. Bereits 2018 soll dieser Impfstoff angewendet werden.


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#117 Mexiko eliminiert Infektionskrankheit, die Blindheit verursacht

Mexiko ist nach dem Oman und Marokko das dritte Land, welches die bakterielle Infektionskrankheit Trachom eliminiert hat. Der 2004 eingeleitete Plan mit Fokus auf Sauberkeit, Antibiotika, Umweltverbesserung und Chirurgie für Menschen mit fortgeschrittener Erkrankung gelang, wie die Weltgesundheitsorganisation verkündete.

Die Pan American Health Organization (PAHO) und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) verkündeten Anfang der Woche, dass die Infektionskrankheit Trachom in Mexiko als öffentliches Gesundheitsproblem beseitigt werden konnte. Die Krankheit ist eine bakterielle Entzündung des Auges mit „Chlamydia trachomatis (Serotyp A bis C) und führt zu wiederholten Infektionen. Diese führen dann zur Narbenbildung und schließlich auch zum Verlust des Sehvermögens.

Trachom betrifft vor allem arme und isolierte Populationen in 41 Ländern. Am amerikanischen Kontinent ist die Krankheit in Brasilien, Guatemala und Kolumbien noch weit verbreitet. In Mexiko waren 146.000 Menschen davon betroffen – im Jahr 2004 startete das Land bzw. das mexikanische Gesundheitsministerium schließlich ein „Trachom-Präventations- und Kontrollprogramm“ inklusive einer WHO SAFE-Strategie. Hierbei wurde der Fokus auf Sauberkeit, Antibiotika, Umweltverbesserung und auch Chirurgie für Menschen mit fortgeschrittener Erkrankung. Eine „Task Force“ ging in Schulen, sprach mit Familien und erklärte den Slogan: „With water, soap and cleanliness you can prevent trachoma.“

Weltweit sind 1,9 Millionen an Trachom erkrankt. Seit Jahren wird nun verstärkt versucht, die Krankheit mehr und mehr zu schwächen und schließlich zu eliminieren. Mexiko ist das dritte Land, welches das erreicht hat – zuvor schafften das der Oman und Marokko. Das große Ziel, also die weltweite Eliminierung von Trachom, soll bereits im Jahr 2020 erreicht werden.


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#101 Experimenteller Zika-Impfstoff zeigt vielversprechende frühe Ergebnisse

Erste Ergebnisse eines experimentellen Zika-Impfstoffs lassen hoffen: In weiteren Studien wird der Wirkstoff weiter getestet – bei Zulassung wäre es der erste wirksame DNA-Imfpstoff für Menschen.

Der lange Zeit relativ unbekannte Zika-Virus (Abkürzung: ZIKV) hat sich seit 2015 in vielen Ländern Lateinamerikas verbreitet. Aktuell sind auf der ganzen Welt 84 Staaten betroffen. Am 1. Februar 2016 rief die Weltgesundheitsorganisation einen „öffentlicher Gesundheitsnotstand internationalen Ausmaßes“ aus.

Der Virus wird durch Stechmücken übertragen. Der Infektionsverlauf beim Menschen verläuft normalerweise relativ glimpflich, bislang sind keinerlei Tote durch den Virus nachgewiesen. Für Schwangere jedoch ist die Infektion eine große Gefahr: Föten von infizierten Schwangeren wurden mit Mikrozephalie (also eine Fehlbildung, bei der der Kopf eine deutliche geringer Größe hat) geboren, manche sterben bereits kurz nach der Geburt.

Ein von einem Arm des US-amerikanischen National Institutes of Health entwickelte experimenteller Zika-Impfstoff zeigt nun aber bei frühen menschlichen Studien recht vielversprechende Ergebnisse. Dieser Impfstoff wurde auf DNA-basierter Technologie gearbeitet. Bei traditionellen Impfstoffen ist oftmals die Kultivierung und das Wachstum von Viren und Bakterien notwendig, was mitunter mehrere Monate dauert. Bei DNA-Impfstoffen geht das deutlich schneller: Dabei werden Gene, die in Verbindung mit einem bestimmten Virus oder Bakterium stehen, in synthetische DNA eingesetzt.

Nun startet eine weitere, größere Versuchsreihe. In der zweiteiligen Studie werden rund 2.500 TeilnehmerInnen in sechs Staaten am gesamten amerikanischen Kontinent untersucht und geimpft. Bereits Ende des Jahres 2017 könnten erste Ergebnisse vorliegen, wobei man sich hier fast wünschen muss, dass sie später kommen. Denn 2017 ist nur bei einer gewissen Verbreitung von Zika haltbar – kommt es also zu weniger Infektionen, verzögert sich dadurch die Studie.

Wenn die Tests positiv verlaufen, dann wäre der Zika-Impstoff bei der Zulassung der erste DNA-Impfstoff für Menschen. Wissenschaftler arbeiten zwar bereits seit 25 Jahren an verschiedenen DNA-Impfstoffen, hatten aber bislang immer Probleme, dass diese dann im Körper aktiviert wurden und ihren Dienst verrichteten.


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#55 Erfolg gegen HIV bei frühen Impfstoffversuchen

Mit einem Medikamentenmix aus zwei innovativen HIV-Impfstoffen und einem Krebsmedikament ist es gelungen, dass bei einigen Studienteilnehmern das Virus zumindest für größeren Zeitraum nicht mehr nicht mehr nachweisbar war.

Heutzutage kann man mit einer HIV-Infektion durch die tägliche Einnahme von antiretroviralen Medikamenten. Aber natürlich forscht man weltweit an einer Möglichkeit, den Virus mittels Impfung bekämpfen zu können. Wird der HI-Virus nicht behandelt, bricht fast immer die Krankheit AIDS aus.

Ein Forschungsteam des IrsiCaixa Aids Research Institue in Barcelone hat für eine Studie zwei innovative HIV-Impfstoff, welche an der University of Oxford entwickelt wurden, und ein Krebs-Medikament Romidepsin miteinander kombiniert. Die Studie dauerte drei Jahre lang – dabei wurden 24 TeilnehmerInnen, welche vor kurzem erfahren hatten, dass sie das HI-Virus in sich trugen, zuerst einmal lange Zeit beobachtet, damit die ForscherInnen herausfanden, wie das Immunsystem auf die täglichen antiretroviralen Medikamente reagiert. Erst relativ spät bekamen dann 15 von ihnen schließlich die innovative Medikamentenkombi.

Bei fünf der TeilnehmerInnen war das Virus nach Erhalt der Behandlung vorübergehend mehr als ein Monat (und darüber hinaus) nicht mehr nachweisbar, durch das Immunsystem wurde dabei seine Verbreitung gestoppt. Einer von ihnen ist sogar seit sieben Monaten medikamentenfrei. Beim Rest wurden nach den ersten vier Wochen jedoch schon wieder das Virus festgestellt.

Das ist definitiv ein großer Fortschritt in der Forschung nach einem Impfstoff gegen HIV. So sieht das auch Mitchell Warren von der „Aids Vaccine Advocacy Coalition“:

Mitchell Warren, executive director of the Aids Vaccine Advocacy Coalition (Avac), said the study had been carried out on a small scale but its findings were “interesting and important”.

“Long-term systems that don’t require daily pill taking could really help accelerate getting 37 million people with HIV undetectable and not infectious – that would be a great opportunity to turn the tide on the epidemic,” he told The Independent.

Warum diese Medikamentenmix so besonders ist? Die beiden Impfstoffe stimulieren dabei die Produktion von weißen Blutkörperchen im Körper. Diese weißen Blutkörperchen sind fähig, Zellen zu erkennen und zu zerstören, die durch das Virus infiziert worden sind. Das Krebsmedikament Romidepsin dient dazu, dass der HI-Virus aus Geweben, in denen er sich niedergelassen hat, herausgespült wird.


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Bildquelle: CC0 Public Domain, allinonemoviePixabay