#141 Hotel-Seife findet Wiederverwendung in Kambodscha

Samir Lakhani startete 2014 die Non-Profit-Organisation „Eco Soap Bank“: Gebrauchte Hotel-Seifen, die normalerweise im Müll landen, werden seither recycelt und Menschen in Kambodscha zur Verfügung gestellt, die sich die Hygieneartikel normalerweise nicht leisten können.

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Zahlen von UNICEF besagen, dass einer von fünf Todesfällen von kambodschanischen Kindern im Alter von fünf Jahren und jünger auf Durchfallerkrankungen zurückzuführen sind. Gründe davor sind die schlechten Hygienepraktiken. Doch es ist nicht so einfach: Für viele Menschen in Kambodscha ist ein Stück Seife ein Luxusartikel, den sie sich nicht leisten können.

Aus diesem Grund hatte der US-Student Samir Lakhani im Jahr 2014 bei einem Aufenthalt in einem Hotel in Kambodscha eine Idee: Hotel-Seife, die kaum benutzt wurde, wird normalerweise in den Müll geworfen. Er wollte diese Seifen sammeln, recyceln und jenen Menschen im Kambodscha zur Verfügung zu stellen, die sie sich normalerweise nicht leisten können. Daher startete er die Non-Profit-Organisation „Eco-Soap Bank“.

Heute betreibt diese Organisation vier Recyclingcenter im ganzen Land und bietet bezahlte Arbeitsplätze für 35 Frauen. Für diese Frauen bedeutet das, dass sie ihre Familie versorgen, Schulden zurückzahlen und ihren Kindern eine Schulbildung ermöglichen können. Ihre Aufgabe in den Recyclingcentern ist es, die benutzten Seifen zu reinigen und sie zu neuen Seifen oder Flüssigseifen einzuschmelzen.

Doch Eco-Soap konzentriert sich nicht nur darauf, die Seifen unter die Menschen zu bringen. Die Communities, Familien und Kinder lernen auch die Wichtigkeit von Hygiene, um Krankheiten vorzubeugen. Über 660.000 Menschen haben von den recycelten Seifen der Eco Soap Bank bislang profitiert. Das Ziel von Lakhani ist es, das Konzept in weiteren Entwicklungsländern umzusetzen – aktuell sind Expansionen in sieben weitere Länder geplant.

Lakhani ist nicht der erste mit dieser Idee: Bereits 2011 stellte CNN ein ähnliches Projekt von Derreck Kayongo vor, das „Global Soap Project„.


Weiterführende Links und Quellen:

Bildquelle: CC0 Public Domain, B_A, Pixabay

#98 Stark gefährdete Tigerart pflanzt sich in Thailands Dschungel fort

Neue Bilder zeigen Indochinesische Tiger mit Tigerjungen – etwas Hoffnung für die stark gefährdete Tiger-Unterart in Thailand.

Der Indochinesiche Tiger steht auf der Roten Liste gefährdeter Tierarten des IUCN (International Union for Conservation of Nature) – mit dem Status EN (endangered, also: stark gefährdet). WWF ging 2009 davon aus, dass es nur mehr 350 wilde Indochinesische Tiger gibt. In China, Laos und Kambodscha gilt diese Unterart bereits als ausgestorben, 20 zählt man in Vietnam, 85 in Myanmar und zwischen 189 bis 252 Tiere in Thailand. The Guardian schreibt von nur mehr 221 Exemplaren in Thailand und Myanmar

Durch den Einsatz Thailands, die Tigerart zu schützen und wieder anzusiedeln. Panthera, eine Organisation, die sich ausschließlich für den Schutz der 38 Wildkatzen-Arten verschrieben hat, arbeitet gemeinsam mit Thailands „Department of National Parks, Wildlife and Plant Conservation „(DNP) und der „Freeland Foundation“ daran, die Tiger zu beobachten und zu schützen – dazu haben sie im Juni 2016 Kameras installiert, bei denen sie vorbeiziehende Tiger vermuten. Neueste Bilder zeigen nun eine Tiger-Population mit Tigerjungen.

A breeding population here means that the future of this subspecies is less precarious and could potentially even expand—tigers here could disperse and repopulate Cambodia and Laos, where no breeding populations persist. (panthera.org)

Natürlich sind die Indochinesischen Tiger immer noch vom Aussterben bedroht. Die aktuellen Beobachtungen lassen jedoch Hoffnung entstehen, dass sie sich, bei weiterem Schutz, wieder etwas verbreiten.


Weiterführende Links und Quellen:

Bildquelle: CC0 Public Domain, Pexels, Pixabay

#9 Hunger in Entwicklungsländern sinkt um 29 %

Der aktuelle Welthunger-Index 2016 sieht einen weltweiten Rückgang des Hungers – Ziel der Agenda 2030 ist das Ende des Hungers.

Laut dem Welthunger-Index (WHI) 2016 ist der Hunger in Entwicklungsländern seit dem Jahr 2000 um rund 29 Prozent zurückgegangen. Ein kleiner Fortschritt auf dem Weg zur Erfüllung der Agenda 2030.

22 Länder konnten zwischen dem WHI 2000 und dem WHI 2016 ihre Werte um mindestens 50 Prozent reduzieren. Myanmar, Ruanda und Kambodscha sind dabei die drei Länder in den Kategorien „ernst“ und „sehr ernst“, die ihre Hunger-Werte am stärksten reduzieren konnten.

Die höchsten Hungerwerte gibt es in den afrikanischen Staaten südlich der Sahara: So haben z.B. die Zentralafrikanische Republik und der Tschad die höchsten Zahlen. Doch auch hier gibt es Rückgänge zu vermelden: Von 52,2 % im Jahr 1992 zu 46,1 % im Jahr 2016 in der Zentralafrikanischen Republik, und von 62,5 % im Jahr 1992 zu 44,3 % im Jahr 2016 im Tschad.

Übrig bleibt aber immer noch eine erschreckend hohe Anzahl an Hungernden in  in diesen Staaten. Der WHI 2016 sieht Gründe für die relativ geringe Reduzierung an den gewaltsamen Konflikten, der schlechten Regierungsführung und bereits an den negativen Auswirkungen des Klimawandels.

Die sogenannte „Agenda 2030“, ein Abkommen aller 193 Staaten der Vereinten Nationen, sieht die Beseitigung des weltweiten Hungers als ein Ziel an. Nehmen der Hunger im selben Tempo ab, so werde sich 2030 kein Land mehr in der Kategorie „sehr ernst“ wiederfinden. Immerhin 45 Länder wären noch in den Kategorien „mäßig“ und „ernst“.


Weiterführende Links und Quellen

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