#349 Super Mario hilft gegen Demenz

3D-Videospiele mit SeniorInnen zeigen positive Effekte im Gehirn – das beschreibt eine nun vorgestellte Studie von ForscherInnen der Universität Montreal (Kanada), an der 33 Menschen zwischen 55 und 75 Jahren teilgenommen haben. 

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3D-Videospiele mit SeniorInnen zeigen positive Effekte im Gehirn – das beschreibt eine nun vorgestellte Studie von ForscherInnen der Universität Montreal (Kanada), an der 33 Menschen zwischen 55 und 75 Jahren teilgenommen haben.

Die StudienteilnehmerInnen wurden in drei Gruppen eingeteilt: eine Gruppe (die zuvor noch nie ein 3D-Videospiel gespielt haben) spielte über sechs Monate hinweg fünf Tage die Woche je eine halbe Stunde „Super Mario 64“. Einige spielten das Spiel innerhalb der sechs Monate sogar aus – und konnten dann „Super Mario Galaxy“ beginnen. Die zweite Gruppe übte, ebenfalls ohne Vorerfahrung, am Computer ein halbes Jahr Klavier. Die dritte Gruppe bekam keine Aufgaben.

Die ForscherInnen erfassten bei allen TeilnehmerInnen die Masse an „Grauer Substanz“ (Substantia grisea) und führten einen Gedächtnistest durch. Eine Abnahme an Grauer Substanz hat Anteil an Alterskrankheiten wie Demenz. Einzig die Gruppe, die 3D-Videospiele spielte, zeigte eine Zunahme von Grauer Substanz im Hippocampus. Bei den beiden anderen Gruppen nahm dort die Graue Substanz ab – bei der Pianogruppe wuchs die Graue Substanz aber im dorsolateralen präfrontalen Cortex und im Kleinhirn.


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#250 Kanada und Inuitgemeinschaft vereinbaren neue arktische Schutzmaßnahmen

Die kanadische Regierung hat sich mit der Inuit-Gruppe der Qikiqtani Inuit Association darauf geeinigt, ein neues Meeresschutzgebiet in arktischen Gewässern zu erschaffen.

Die kanadische Regierung hat sich mit der Inuit-Gruppe der Qikiqtani Inuit Association darauf geeinigt, ein neues Meeresschutzgebiet in arktischen Gewässern zu erschaffen. Mit 50.500 Quadratmeilen (umgerechnet rund 130794,4 Quadratkilometer – oder, weil man das immer so macht: mehr als 18 Millionen Fußballfelder) wird es Kanadas mit Abstand größtes nationales Meereserhaltungsgebiet werden. Zugleich verdoppelt sich damit die Fläche der gesamten kanadischen Schutzgebiete.

walrus-680366.jpgDas Gebiet liegt in Lancastersund (auf Englisch: Lancaster Sound, auf Inuktitut: Tallurutiup Imanga). Es ist ein Lebensraum für Beluga, Grönlandwal, Narwal, Walross, Eisbär und Robbe.

„For almost five decades, Inuit have strived to ensure these incredible resources continue to provide our traditional way of life and our survival.“ P.J. Akeeagok, Präsident der Qikiqtani Inuit Association, positive.news


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#238 Dolly Partons Imagination Library versendet 1 Million Bücher pro Monat an Kinder

Dolly Parton ist eine der wichtigsten Country-SängerInnen aller Zeiten – doch ihre Initiative „Imagination Library“ hinterlässt wohl einen noch größeren Eindruck: Jedes Monat werden rund 1 Million altersgerechte Bücher an Kinder zwischen 0 und 5 Jahren geschickt – vollkommen kostenlos.

Das Logo von Dolly Parton's Imagination Library. Ein aufgeschlagenes Buch, auf welchem fünf weitere Bücher stehen und durch die ein Zug durchfährt.
Das Logo der Initiative

Dolly Parton hat eigentlich schon alles erreicht: Als Country-Sängerin hat sie seit den 70er Jahren mehr als 100 Millionen Alben verkauft und 8 Grammys gewonnen. Doch viele junge Menschen werden etwas anderes mit ihr verbinden: Die von ihr initiierte „Imagination Library“ versendet jeden Monat ein Buch an Kinder zwischen 0 und 5 Jahren.

Im Juli 2017 vermeldet die Initiative, dass allein in diesem Monat 1.098.100 Bücher versendet wurden. Seit dem Start im Jahr 1996 ist die Imagination Library für 92.919.139 versendete Bücher verantwortlich. Bis heute hat sich das Projekt weiterentwickelt. Gab es diese Initative anfangs nur im US-Bundesstaat Tennessee, bekommen nun Kinder in den gesamten USA, in Kanada, dem Vereinigten Königreich und Australien einmal im Monat ein Buch.

Die einzelnen (der mehr als 1.600) Kommunen, die an dem Projekt teilnehmen, sind dabei auf die Unterstützung durch Spenden angewiesen. In Lewis County, Kentucky kann man z.B. mit 25 Dollar pro Jahr das Lesevergnügen für ein Kind finanzieren. Gerade durch die Einsparungen im Bereich der Bildung in den USA braucht es umso mehr SpenderInnen für diese Initiative.

Studien zeigen auch, dass es einen Zusammenhang zwischen der Imagination Library und der Fähigkeit, bereits im Kindergartenalter lesen zu können gibt.

Results presented in this article suggest that program participation is also positively and significantly associated with higher early language and math scores, even after controlling for other key factors associated with kindergarten readiness. These results offer support for policy interventions designed to advance kindergarten readiness by increasing access to early literacy materials for families with young children. (tandfonline.com)


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#181 Kolumbien: FARC-Rebellen offiziell abgerüstet

53 Jahre nach Beginn des bewaffneten Konflikts in Kolumbien hat die größte Rebellengruppe FARC all ihre Waffen abgegeben – nun wollen sie als politische Partei für ihre Ziele kämpfen.

Nach 53 Jahren Guerilla-Krieg ist es ein großes Zeichen. In einer offiziellen Zeremonie feierten der kolumbische Präsident Juan Manuel Santos und der FARC-Führer Rodrigo Londoño die Abrüstung der brutalen Rebellen.

Dem seit 1964 andauernden Konflikt waren mehr als 260.000 Menschen zum Opfer gefallen. Ausgetragen wurde er dabei von der kolumbianischen Armee, der FARC, anderen linken Guerillagruppen und recht(sextrem)en Paramilitärs. Sieben Millionen Menschen wurden aufgrund der Auseinandersetzung zur Flucht gezwungen. Seit 22. Juni 2016 gab es einen offiziellen endgültigen Waffenstillstand zwischen der kolumbianischen Regierung und der FARC

FARC heißt eigentlich FARC-EP bzw. F.A.R.C.-E.P. und steht für „Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia – Ejército del Pueblo“, also „Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens – Volksarmee. In den EU-Ländern, den USA, Kanada, Peru und Kolumbien wurde die FARC bis September 2016 als „terroristische Organisation“ eingestuft.  Die Annäherung der Regierung an die FARC-Rebellen wird jedoch nicht von der gesamten Bevölkerung als positiv angesehen: Bei einem nichtbindenden Referendum im Oktober 2016 stimmten 50,23 Prozent gegen das Friedensabkommen.

Die FARC will ihre Ziele nun ohne Waffen und Entführungen umsetzen – nämlich als politische Partei – 10 Sitze im Kongress soll ihnen dabei in den ersten Jahren garantiert werden. Wie Boris Herrmann in der Süddeutschen schreibt, werden sie es aber langfristig schwer haben:

Als künftige Bewerber um Wählerstimmen sorgen sich die Farc um ihr schlechtes Image. Sie haben eine Werbekampagne gestartet, in der sie sich als soziale Wohltäter inszenieren. Große Teile der Bevölkerung halten das für scheinheilig. (sueddeutsche.de)

Er ist es auch, der beschreibt, dass die Gewalt in Kolumbien noch nicht zu Ende ist. Die ELN („Ejército de Liberación Nacional; Nationale Befreiungsarmee), die zweitgrößte Guerillagruppe, mordet und entführt weiter. Doch auch hier begannen im Februar 2017 Gespräche zwischen der kolumbianischen Regierung und der ELN mit dem Ziel der Entwaffnung.


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#87 Ein Haarschnitt für Obdachlose

Josh Coombes in London und Nasir Sobhani in Melbourne gehen an ihren freien Tagen mit ihrem Friseurwerkzeug auf die Straße – um Obdachlose einen Haarschnitt und ein offenes Ohr zu schenken.

Joshua Coombes arbeitet seit sechs Jahren als Frisör. Im Jahr 2015 begann er schließlich, sich mit seinem Friseur-Werkzeug im Rucksack auf den Weg in Exeters Straßen (Exeter ist die Hauptstadt der Grafschaft Devon im Westen von England). Seither schneidet er obdachlosen Menschen kostenlos die Haare – zuerst eben in Exeter, später auch in London. Begleitet wird er dabei von seinem Freund Matt Spracklen, ein Fotograf, der die Ergebnisse mit der Kamera dokumentiert.

Auf Coombes Instagram-Account findet man diese sehenswerten und berührenden Eindrücke, gemeinsam mit dem Hashtag #DoSomethingforNothing (übersetzt: Mache etwas für nichts). Coombes möchte mit seiner Arbeit Bewusstsein schaffen für die vielen Menschen, die auf der Straße leben. Im April 2016 veranstalteten Coombes und Spracklen auch ein Zusammentreffen für Menschen, die sich ebenfalls engagieren wollen. Josh erklärt,

„For me, it is about giving something back and raising awareness of the homeless and by doing it on the street, it breaks the generalisation and so far it has been a good response.“ (metro.co.uk)

Nasir Sobhani ist ein weiterer Straßenfrisör. Er kümmert sich dabei seit 2014 um die Obdachlosen der australischen Stadt Melbourne. Er ist geboren und aufgewachsen in Japan, hat in Kanada ein College besucht, am Inselstaat Vanuatu ehrenamtlich gearbeitet und ist schließlich in Australien gelandet.

Und auch er erklärt, warum nicht nur der Haarschnitt für die Obdachlosen wichtig ist:

„They need actual human contact, to engage in some form of intimacy with a human being who actually cares for them.“ (popsugar.com)

Neben seinem Instagram-Account (mit dem Hashtag #CleanCutCleanStart) gibt es auch noch einen eigenen YouTube-Account, in der Geschichten von einzelnen Obdachlosen während eines Haarschnitts erzählt werden.


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#44 Drei Syrer starten Upcycling-Marktstand

Der Marktstand „Piece of the East“ in Halifax, Kanada bietet Produkte, die in ihrer Herstellung Lebensmittel vor dem Müll bewahrt haben. Die Macher: Drei syrische Flüchtlinge, die erst vor einem halben Jahr nach Kanada gekommen sind.

Was ist Upcycling?

Wikipedia beschreibt es wie folgt: „Beim Upcycling (englisch up ’nach oben‘ und recycling ‚Wiederverwertung‘) werden Abfallprodukte oder (scheinbar) nutzlose Stoffe in neuwertige Produkte umgewandelt. Im Gegensatz zum Downcycling kommt es bei dieser Form des Recyclings zu einer stofflichen Aufwertung. Die Wiederverwertung von bereits vorhandenem Material reduziert die Neuproduktion von Rohmaterialien.“ (de.wikipedia.org)

Schöne Beispiele für Upcycling mit Nicht-Essbares gibt es hier.

Ahmad Alhraki, Alla Alhraki und Rafaat Harb kamen vor einem halben Jahr nach Halifax, der Hauptstadt der auf der Halbinsel befindlichen kanadischen Provinz Nova Scotia an der Ostküste des Landes. Seit kurzem sind die drei zudem auch noch Unternehmer: Mit ihrem Stand „Piece of the East“ verkaufen sie selbstgemachte Produkte am Halifax Seaport Farmers‘ Market.

Alleine das wäre schon eine schöne, positive Geschichte. Doch es geht noch weiter: In ihrem Englisch-Sprachkurs war auch gemeinnützige Arbeit inbegriffen. So arbeiteten sie bei der „Parker Street Food Bank“, einer Essenstafel. Dabei sahen sie, dass zwar natürlich alles Nutzbare auch für die Food Bank genutzt wurde – war eine Frucht aber an einer Stelle faulig, durfte sie nicht mehr verwendet und musste weggeworfen werden. Ahmad sagte damals zu der Flüchtlingsbetreuerin Sylvia Gawad, dass man daraus doch noch Marmelade machen könnte. In ihrer Erinnerung reagierte sie so: „I was like ‘why not, let’s do it’.“ Mit dieser Idee sind sie sogar genau im Trend: Upcycling, also aus Abfallprodukten etwas Neues zu machen, wird immer häufiger angewandt.

Sie baute „Piece of the East“ auf. Von der Saint Mary’s University kamen die Verbindungen, die Parker Street Food Bank lieferte die Möglichkeit, neuen MitarbeiterInnen das Sortieren von Essen zu lehren und Hope Blooms bietet dem Team die Küche an, um ihre Gerichte (neben Marmelade auch Kokosnussbrot, Baklava oder Gurabi) herzustellen. Ein mittelfristiges Ziel ist es, weitere Quellen für Essensreste zu finden und eine eigene Küche zu haben – langfristig möchten sie gerne ein Pay-what-you-want-Restaurant eröffnen und von einem kleinen Teil der Einnahmen weitere Community-Projekte unterstützen.

Am Markt wurden sie freundlich aufgenommen und die drei freuen sich über den großen Zuspruch, der ihnen aus der Bevölkerung entgegengebracht wird. Hier noch ein Video von der Eröffnung des Marktstandes:


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Bildquelle: CC0 Public Domain, tiburi, Pixabay

#14 10.000 Socken für Bedürftige

Bob Rutherford hat im hohen Alter Strickmaschinen entwickelt und stellt mit seinen Freunden Socken für obdachlose Menschen her.

Bob Rutherford, ein heute 88-jähriger Mann in Kanada baute u.a. aus Abwasserschläuchen zwei Strickmaschinen, die es ihm ermöglichten, günstig und schnell Socken herzustellen. Warum er all das macht?

Als 2010 seine Ehefrau verstarb, spürte er den Verlust und hatte plötzlich nichts mehr zu tun. Erst sein Sohn brachte ihn dann mit den Worten „If you want to help yourself, help somebody else“ auf die Idee.

Seither haben er und sein Team (Glynn Sully, 92; George Slater, 85 & Barney Sullivan, 65) 10.000 Paar Socken hergestellt, die an Obdachlosenheime in seiner Heimat und im ganzen Land verteilt werden. Alleine im vergangenen Jahr stellten sie so 2.000 Paar her. Die Wolle kaufen sie dabei entweder von Spendengeldern oder erhalten kiloweise Wollspenden direkt von Händlern.

Einen Bauplan (zum Nachbauen) gibt es leider bislang noch nicht – dabei wäre es doch spannend, solche Maschinen, mit einem Tempo von 90 Maschen pro Sekunde, auch selbst herzustellen.


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Bildquelle: CC0 Public Domain, markusspiske, Pixabay