#365 Sesamstraße für syrische Kinder

Figuren aus der Kindersendung Sesamstraße werden eingesetzt, um Kindern zu helfen, die durch den Krieg in Syrien vertrieben wurden.

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Figuren aus der Kindersendung Sesamstraße werden eingesetzt, um Kindern zu helfen, die durch den Krieg in Syrien vertrieben wurden. Dabei wird eine angepasste Version der Sesamstraße produziert, welche auf Mobiltelefonen erhältlich sein wird und die Alphabetisierung und das Erlernen von Rechnen unterstützt. Zusätzlich soll es dazu beitragen, Wissen über Beziehungen zu lehren und den Respekt vor anderen zu fördern.

Der Sesame Workshop und das International Rescue Committee haben für diese Entwicklung einen Zuschuss von 100 Millionen US-Dollar erhalten – das Geld kam dabei von der John D. and Catherine T. MacArthur Foundation. Es ist eine der größten philantropischen Spenden für ein solches Bildungsprojekt.

Ziel ist es, frühkindliche Bildung zu leisten und auch das Trauma von Millionen junger Flüchtlinge anzugehen. Zusätzlich soll es auch Kinderentwicklungszentren geben, in denen Eltern ihre Kinder mitbringen können und ihnen Beratung, Ressourcen und Informationen zur Verfügung stehen. Flüchtlingskinder in Jordanien, Libanon, Irak und auch in Syrien sollen von diesem Projekt profitieren.


Weiterführende Links und Quellen:

Bildquelle: CC0 Public Domain, ScribblingGeekPixabay

#161 Restaurierte Fahrräder für benachteiligte Kinder

Im Folsom State Prison gibt es ein Fahrrad-Restaurationsprogramm. Dabei reparieren Insassen Fahrräder, die dann u.a. an Kinder verschenkt werden, deren Eltern sich die Anschaffung eines Fahrrads nicht leisten können.

Folsom State Prison ist wohl (neben dem 1963 geschlossenen Alcatraz) das bekannteste Gefängnis Kaliforniens. Seit Johnny Cash besang es erstmals 1955 mit dem „Folsom Prison Blues“, 1968 spielte er schließlich sein weltberühmtes Konzert vor den Insassen. Heute zählt das Gefängnis rund 4.000 Strafgefangene – einer davon ist Mauricio Argueta.

Er arbeitet rund 60 Stunden pro Woche um hunderte Fahrräder pro Jahr in einem Arbeitsprogramm wieder auf Vordermann zu bringen. Diese Fahrräder werden dann Kindern überreicht, deren Eltern es sich die meist recht teure Anschaffung nicht leisten können.

In den 1980er Jahren wurde das Restaurationsprogramm entwickelt – und wird seither organisiert vom Cameron Park Rotary Club und dem Folsom Moose Lodge. Von Anfang an war das Ziel, die Insassen zu beschäftigen und dabei benachteiligten Kindern ein Geschenk in den Ferien geben zu können.

Normalerweise sind in diesem Restaurationsprogramm mehrere Insassen angestellt – in diesem Jahr ist es aber wirklich nur Mauricio Argueta, der für all die Räder zuständig ist. Zu Weihnachten 2016 konnten dank seiner Arbeit über 200 Räder an Kinder ausgegeben werden.

“The kids win, the adults win, and the inmates win for providing a service for people on the outside“ (Bill Huges, Mitglied des Cameron Park Rotary Clubs, The Sacramaento Bee)

In den vergangenen Jahren bekommen nicht mehr nur benachteiligte Kinder Fahrräder: Auch Obdachlose oder mittellose VeteranInnen bekommen. Im Restaurationsprogramm können nicht-gewalttätige Straftäter arbeiten. In 24 Monaten soll Argueta das Gefängnis verlassen. Sobald er frei ist, möchte (laut The Sacramento Bee) er einen eigenen Bikeshop aufmachen – und auch weiter der Gesellschaft helfen.


Weiterführende Links und Quellen:

Updateinfo: 12. Juni, 9 Uhr 10 – Zuvor stand im Titel statt „benachteiligt“ das Wort „unterprivilegiert“. Dabei bezog ich mich auf die Definition von Duden: „(von bestimmten Menschen, Schichten, Minderheiten, Völkern) nicht oder nur eingeschränkt an bestimmten Rechten, Privilegien, Vorteilen in sozialer oder ökonomischer Hinsicht teilhabend.“ Hier also Kinder, die von vielen Dingen aufgrund ihrer sozialen Stellung (und damit einhergehend mit der finanziellen Lage der Eltern) in der Gesellschaft ausgeschlossen sind. Das Wort bereitete mir aber Bauchweh. Das neue Wort, „benachteiligt“ beschreibt es nun einfach besser – wobei man natürlich auch da wieder über den Begriff streiten kann.

Bildquelle: CC0 Public Domain, markusspiske, Pixabay

#129 Kindersterblichkeit zwischen 1990 und 2015 halbiert

Zählte man 1990 noch 14,2 Millionen Todesfälle von Kindern, so hat sich diese Zahl 2015 auf 7,3 Millionen reduziert. Ein deutlicher Fortschritt, aber muss sich in der Zukunft noch vieles ändern, damit die Zahl weiter sinkt.

 

1990 zählte man noch 14,2 Millionen Todesfälle von Kindern auf der ganzen Welt, 2015 sind es 7,3 Millionen. Und das bei einem weltweiten Bevölkerungsanstieg von rund 2 Milliarden Menschen (von 5.309.668.000 auf 7 349 472.000)Immer noch eine schrecklich hohe Zahl, und doch ein deutlicher Fortschritt: Dr. Nicholas J. Kassebaum, ein Autor des Berichts, sieht die Gründe dafür in flächendeckenden Impfungen, Schutz für schwangere Mütter und der Ernährung.

Äthiopien und Malawi stechen dabei besonders hervor: Hier sieht Kassebaum vor allem die positiven Entwicklungen beim Zugang zu sauberem Trinkwasser und besseren Kenntnissen über Hygiene als ausschlaggebend an. Ebenso führt in diesen Ländern bessere Bildung (vor allem auch von Frauen) dazu, dass die Menschen mehr auf ihre Gesundheit und auch auf ihre Ernährung achten.

The world is doing a much better job of keeping babies alive long enough to become children, children alive long enough to become teens and teens alive long enough to fully grow up. (mainepublic.org)

Zwar sind das gute Nachrichten für Säuglinge und Kleinkinder (bis 5 Jahre). Kinderkrebserkrankungen bei älteren Kindern und Jugendlichen sind jedoch immer noch ein großes Problem: In Japan, Europa und den USA gab es dabei große Fortschritte bei der Heilung, in ärmeren Ländern gibt es jedoch diesen Zugang zu den Behandlungsmethoden nicht. Außerdem ist Krieg immer noch der größte Grund für Kindersterblichkeit im Mittleren Osten – jene, die ihre Kindheit im Krieg überlegen, leiden dann häufig an Posttraumatischer Belastungsstörung.

Und so beendet Kassebaum das Interview mit folgenden Worten:

For the last two decades, enormous progress has been made. Children under five are not dying as much. But you have to think of childhood and adolescence as a continuum. We have to continue to address the health challenges of all children and adolescents (mainepublic.org)


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Bildquelle: CC0 Public Domain, simple_tunchy0, Pixabay

#103 Weltweit höhere Fünf-Jahres-Überlebensrate bei Kindern mit Leukämie

Eine Studie, bei der rund 90.000 Kinder mit Leukämie von 1995 bis 2009 erfasst wurden zeigt, dass die Überlebensrate teilweise sehr deutlich angestiegen sind – Deutschland und Österreich bewegen sich dabei auf den vordersten Plätzen.

Die medizinischen Fachzeitschrift Lancet Haematology veröffentlichte am 11. April die Ergebnisse einer Studie zur Überlebenschance von Leukämie bei Kindern. Die Ergebnisse zeigen, dass die Fünf-Jahres-Überlebensrate seit 1995 weltweit angestiegen ist.

Für die Studie wurden 89.828 Kinder in 53 Staaten untersucht. Zwischen 1995 und 1999 lag die Rate in China bei 10,6 % und in Österreich von 86,8 %. Auch in der Phase zwischen 2005 und 2009 gab es große Unterschiede zwischen einzelnen Ländern – hier rangierten die Werte zwischen 52,4 % in Cali, Kolumbien und 91,6 % in Deutschland. Doch die Werte verbesserten sich in den meisten Ländern – in China liegt sie in 2005-2009 bei 69, 2 %.

Bei den deutschsprachigen Staaten liegt Deutschland auf Platz 1:

Jahre Deutschland Österreich Schweiz
1995-1999 86,3 % 86,8 % 86,0 %
2000-2004 87,3 % 90,1 % 87,9 %
2004-2009 91,6 % 91,1 % 87,9 %

Bei der Studie unterschied man zwischen den Überlebensraten bei Akuter Lymphatischer Leukämie (ALL, die häufigste Form von Leukämie bei Kindern) und Aktuer Myeloischer Leukämie (AML) und weiteren Leukämieformen. Bei den untersuchten Fällen handelte es sich bei 81 % um ALL, bei 16 % um AML und bei 3 % um weitere Formen. Die in diesem Beitrag genannten Werte gelten für alle Formen von Leukämie.

Österreich und Deutschland werden im Artikel extra erwähnt: Hier waren und sind die Überlebensraten für ALL und AML schon immer sehr hoch. Den Grund dafür sehen sie in einem besseren Einhalten der Therapie-Protokolle.


Weiterführende Links und Quellen:

Bildquelle: CC BY (2.0), Ed Uthman, Chronic Lymphocytic Leukemia, Flickr

#76 „We Dine Together“ lässt niemanden allein essen

Vier SchülerInnen an einer High School in Florida haben einen Club gegründet, damit niemand mehr in der Mittagspause alleine und einsam im Schulhof sitzen muss.

In einer neuen Klasse oder einer neuen Schule Anschluss zu finden ist für viele Kinder und Jugendliche anfangs sehr schwierig. Wenn man dann in den Mittagspausen alleine dasitzt, wird schließlich die Einsamkeit und der Abstand zu den anderen immer größer. Denis Estimon war selber in dieser Lage, als er mitten im ersten Schuljahr von Haiti kommend an der Boca Raton Community High School in Florida landete. Heute ist er beliebt, aber das Gefühl kennt er immer noch – und möchte etwas dagegen tun.

Aus diesem Grund hat er im vergangenen Herbst mit zwei Freunden und einer Freundin „We dine together“ gestartet. Mitglieder des Clubs halten im Schulhof Ausschau nach Schülerinnen und Schülern, die abseits sitzen und leisten ihnen Gesellschaft (falls sie das möchten) – so entstanden schon die ein oder andere überraschende Freundschaft. Dieses Video von CBC Evening News fasst das Ganze gut zusammen:

Und aus diesem Club in einer Schule soll jetzt eine NGO werden, die in den gesamten USA aktiv wird:

We are thankful for all the love & support we are receiving! We can not wait to expand our club into a non-profit and spread our goal of diminishing isolation and building relationships nationwide!


Weiterführende Links und Quellen:

Bildquelle: CC BY NC SA (2.0), Jens Wessling, Tables, Flickr

#72 Barrierefreier Sessellift in der Schweiz

„Schaffürggli“, der neue Sessellift am Schweizer Madrisahorn passt sich flexibel auf die Bedürfnisse seiner Fahrgäste an.

Sessellifte haben sich in den vergangenen Jahrzehnten massiv verbessert und ermöglichen heutzutage mancherorts einen fast luxuriösen Aufstieg auf den Berg. Aber so modern sie auch geworden sind – flexibel an die Bedürfnisse der Fahrgäste konnten sie sich bislang noch nicht anpassen.

Seit Ende 2016 gibt es in Madrisahorn bei Davos in der Schweiz „Schaffürggli“, einen Sessellift der Firma ABB, welcher nun speziell für Kinder und Monoskifahrer konzipiert wurde. Durch ein Sensorsystem erkennt der Lift automatisch die Größe der Person, und aufgrund dieser Messung wird den jeweiligen Sitz auf die korrekte Sitzhöhe angehoben. Die Sesselbügel verfügen über einen speziellen automatischen Schließ- und Öffnungsmechanismus.

Damit soll es für Menschen mit körperlicher Beeinträchtigung möglich sein, komplett eigenständig den Berg zu erklimmen. Das Skigebiet Klosters-Madrisa hat es sich zum Ziel gemacht, zum Schweizer Mekka für den Behindertenschneesport zu werden.


Weiterführende Links und Quellen:

Bildquelle: ABB AG

#64 Simbabwe verbietet körperliche Gewalt an Kindern

Der Oberste Gerichtshof von Simbabwe verbietet körperliche Gewalt an Kindern, nachdem Eltern sich mit Kinderrechtsorganisationen zusammengeschlossen haben, um gegen körperliche Bestrafung in Schulen vorzugehen.

Das ostafrikanische Land Simbabwe wird das nächste Land sein, welches körperliche Gewalt an Kindern in der Schule und Zuhause unter Strafe stellt. Der Oberste Gerichtshof des Landes entschied sich für den Verbot, nachdem Eltern sich aufgrund der Gewalt von LehrerInnen an SchülerInnen  mit Kinderrechtsorganisationen zusammentaten und damit bis zum Obersten Gerichtshof gelangten. Nun muss nur noch der Verfassungsgerichtshof dem Verbot zustimmen.

interaktivelandkarte
Durch Klick auf die Landkarte landest du auf einer interaktiven Weltkarte, die den Fortschritt des weltweiten Verbots zeigt

Grundsätzlich ist ein Verbot von körperlicher Gewalt gegen Kinder bereits in der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen niedergeschrieben – diese Konvention wurde von der UN-Generalversammlung  im November 1989, also vor über 27 Jahren verabschiedet. Bislang haben 52 Staaten der Welt jede Form körperlicher Gewalt gegen Kinder verboten (Simbabwe wäre Staat Nr. 53). Zumindest 54 weitere Staaten haben sich verpflichtet, an einem vollen Verbot zu arbeiten.

In Österreich ist körperliche Gewalt gegen Kinder seit 1989 verboten, in Deutschland seit 2000. In der Schweiz ist körperliche Bestrafung zuhause und in der alternativen Betreuung erlaubt. Österreich ist übrigens nach Schweden (1979), Finnland (1983) und Norwegen (1987) das vierte Land weltweit, welches ein solches umfassendes Verbot hatte. Seit 2011 gibt es zudem ein verfassungsgesetzlich geschütztes Recht jedes Kindes auf eine gewaltfreie Kindheit.

Wer sich die interaktive Landkarte (siehe Abbildung rechts) ansieht, wird überrascht sein: Südamerika ist hier Nordamerika weit voraus – aber auch in Europa gibt es Staaten (Vereinigtes Königreich, Frankreich, Luxemburg, Schweiz, Italien, Tschechien, Kosovo und Weißrussland), welche in manchen Bereichen bislang noch keinen Verbot vorweisen können – sich die Regierungen aber auch nicht zu einem baldigen vollen Verbot verpflichtet haben.


Weiterführende Links und Quellen:

Bildquelle: CC0 Public Domain, Alexas_Fotos, Pixabay

#50 Malawi hebt Mindestalter für Ehe auf 18 Jahre

Das Parlament des südostafrikanischen Staates Malawi will mit einer Gesetzesnovelle zukünftige Kinderehen verhindern.

Laut der zivilgesellschaftlichen Organisation „Girls Not Brides“ (und Zahlen der UNICEF) waren im afrikanischen Staat Malawi bereits 46 % aller Mädchen an ihrem achtzehnten Geburtstag verheiratet. 9 % der Mädchen wurden sogar bereits im Alter von 15 Jahren verheiratet. Malawi ist deshalb auf Platz 11 der Länder mit der höchsten Zahl an Kinderehen.

Am 14. Februar 2017 hat das malawische Parlament eine Gesetz verabschiedet: Nun müssen Personen mindestens 18 Jahre alt sein, um eine Ehe einzugehen. 131 von 133 Abgeordneten des Parlaments stimmten für diese Gesetzesnovelle.

Vor 2015 kam es vor allem in ländlichen Gegenden vor, dass Kinder bereits im Alter von neun oder zehn Jahren zwangsverheiratet wurden. Damit versuchten die meist armen Familien ihren finanziellen Notstand aufzubessern oder gar Schulden zurückzuzahlen. Vor zwei Jahren wurde jedoch ein erstes Gesetz verabschiedet, welches bereits eine Anhebung auf 18 Jahre vorsah – mit der Ausnahme, dass 15-Jährige, mit dem Einverständnis der Eltern, trotzdem noch verheiratet werden dürfen. Zivilgesellschaftliche Initiativen und Proteste von jungen MalawierInnen haben aber nun dazu geführt, dass diese Extraklauseln beseitigt werden:

Im September 2015 starteten die Jugendlichen eine Petition, die weltweit über 42.000 Unterschriften bekam. Auf der National Girls Conference überreichten die Campaigner die Unterschriften an die First Lady von Malawi und konnten so die Regierung dazu bewegen, ihr Recht auf Selbstbestimmung gesetzlich zu verankern. (plan.de)


Weiterführende Links und Quellen:

Bildquelle: CC0 Public Domain, OpenClipart-Vectors, Pixabay