#337 Totgesagte leben länger: Salamanderart nach über 40 Jahren wiederentdeckt

Im Jahre 1975 fanden zwei amerikanische Naturschützer in Guatemala eine Salamanderart und nannten ihn „Jacksons Salamander“. Das war das erste und lange Zeit einzige Mal, dass er gesichtet wurde. Nun, 42 Jahre später, wurde die Art jedoch wieder gesichtet und fotografiert.

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Im Jahre 1975 fanden zwei amerikanische Naturschützer in Guatemala eine Salamanderart und nannten ihn „Jacksons Salamander“. Das war das erste und lange Zeit einzige Mal, dass er gesichtet wurde. Nun, 42 Jahre später, wurde die Art jedoch wieder gesichtet und fotografiert.

Das Wiederentdecken von „verlorenen“ Arten ist gewollt: eine Kampagne von Global Wildlife Conservation (GWC) hat angekündigt, in den kommenden Jahren nach 25 dieser Arten zu suchen. So wurden in Workshops für Waldwächter Plakate mit Bildern von Jacksons Salamander aufgehängt – um ihn bei einer Sichtung rasch zu erkennen. Insgesamt befinden sich auf der Liste 1.200 Arten, die für die Wissenschaft als „verloren“ gelten.

Ein Grund, warum man die Art so lange Zeit nicht mehr gesichtet hat: Man hat an der falschen Stelle gesucht. Das Jungtier war fast 1.000 Fuß (rund 300 Meter) höher als dort, wo man die einzigen anderen beiden Individuen 1975 gefunden hatte. Offenbar hat der Klimawandel dazu beigetragen, dass sie über die Jahre höher gewandert sind.


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Bildquelle: Bild von Carlos Vásquez Almazán

#331 Gelungene Korallen-Transplantation am Great Barrier Reef

Zum Wiederaufbau von beschädigten Ökosystemen im Great Barrier Reef, dem größten Korallenriff der Erde, haben sich australische ForscherInnen an die Transplantation gewagt: So wurde Korallenlaich ausgebrütet und in einen gefährdeten Teil transplantiert – mit Erfolg.

Zum Wiederaufbau von beschädigten Ökosystemen im Great Barrier Reef, dem größten Korallenriff der Erde, haben sich australische ForscherInnen an die Transplantation gewagt: So wurde Korallenlaich ausgebrütet und in einen gefährdeten Teil transplantiert – mit Erfolg.

Man entnahm große Mengen an Korallenlaich und brütete sie aus, um die geschlüpften Larven 2.300 Kilometer weiter wieder einzusetzen – bei der Überprüfung, acht Monate danach, fand man dort junge Korallen vor, die den Umzug überlebt und weiter gewachsen waren.

Bislang arbeitete man so, dass man sogenannte „Ableger“ gesunder Korallen abgetrennt hat und sie woanders ins Riff gesteckt hat, in der Hoffnung, dass sie an- und weiterwächst. Durch die Transplantationsmethode werden keine bestehenden, gesunden Korallen beschädigt.

Das Korallenriff vor Australiens Nordostküste hat mit dem Klimawandel, der dadurch entstehenden Erwärmung der Ozeane sowie der Wasserverschmutzung durch Schifffahrt und Landwirtschaft zu kämpfen.


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Bildquelle: CC0 Public Domain127071Pixabay

#315 Die Energiewende bis 2050 ist möglich

Die globale Energiewende muss bis zum Jahr 2050 passieren – die Erderwärmung soll dadurch bei zwei Grad Celsius eingebremst werden. Was heute noch sehr utopisch klingt, kann aber gelingen. Eine Studie von ForscherInnen der Stanford Universität haben für 139 Nationen „Fahrpläne“ ausgearbeitet.

Der Klimawandel zeigt schon heute seine Folgen – gerade deshalb ist wichtig, dass die Weltgemeinschaft gemeinsam an einer globalen Energiewende bis zum Jahr 2050 arbeitet. Bis dahin soll die Erderwärmung bei zwei Grad Celsius eingebremst werden – durch eine Nullbilanz beim CO2-Ausstoß.

Was heute noch sehr utopisch klingt, kann aber gelingen. Eine Studie von ForscherInnen der Stanford Universität haben für 139 Nationen „Fahrpläne“ ausgearbeitet. Das Pariser Klimaabkommen wurde 2015 von allen 195 Ländern unterzeichnet. Warum also nur 139 Nationen? Weil diese für 99 Prozent des globalen CO2-Aufkommen verantwortlich sind. Der Forscher Mark Z. Jacobson und seine KollegInnen ist also die Umsetzung des Klimaabkommens möglich. Es ist nicht der einzige Weg für diese Länder, aber eben einer, der funktionieren kann.

Dabei soll auf der ganzen Welt der Energiebedarf um rund 42,5 Prozent sinken. Zusätzlich entstehen 24 Millionen neue Jobs und pro Jahr werden 4 Millionen Menschen davor bewahrt, aufgrund der Luftverschmutzung zu sterben. Allein für Österreich würde das 80.600 neue Jobs bedeuten – „bereits abzüglich jener Tätigkeitsbereiche, die durch einen Ausstieg aus der fossilen Energiewirtschaft gefährdet sind.“ (science.orf.at)


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Bildquelle: CC0 Public DomainmrgansoPixabay

#307 Neuseeland plant Visa für Klimaflüchtlinge

Menschen fliehen vor Krieg, Diktatur, Verfolgung und Aussichtslosigkeit – und vor den Folgen des Klimawandels. Doch in den meisten Ländern ist Klima-Flucht bislang kein Asylgrund. Für Neuseeland soll sich das nun ändern.

Menschen fliehen vor Krieg, Diktatur, Verfolgung und Aussichtslosigkeit – und vor den Folgen des Klimawandels. Erst kürzlich zeigt eine Studie von Oxfam (Oxfam ist ein internationaler Verbund von verschiedenen Hilfs- und Entwicklungsorganisationen), dass Menschen aus ärmeren Ländern „ein fünfmal höheres Risiko, aufgrund von Extremwettern aus ihrer Heimat vertrieben zu werden, als Bewohner wohlhabender Staaten“. Doch in den meisten Ländern ist Klima-Flucht bislang kein Asylgrund. Für Neuseeland soll sich das nun ändern.

Der neuseeländische Umweltminister James Shaw hat erklärt, dass eine erste Testphase mit „experimentellen Visa“ schon bald starten könnte.

Das alles passiert, nachdem bereits einige Klimaflüchtlinge um Asyl angesucht haben – und ihre Anträge abgelehnt wurden. In Zukunft soll nun aber auch der Klimawandel als Asylgrund akzeptiert werden. Das wird wohl auch in zahlreichen weiteren Ländern notwendig werden – denn sollte das „Zwei-Grad-Ziel“ (also der internationale Versuch, die Erderwärmung auf unter zwei Grad zu halten) nicht erreicht werden, so müsse man mit bis zu 200 Millionen Klimaflüchtlingen rechnen. (orf.at)


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#293 Methan-fressende Bakterien gegen den Klimawandel

In einem antarktischen See fanden ForscherInnen Bakterien, die Methain, ein Treibhausgas, essen. Mit dieser Entdeckung wird die Gefahr, dass es beim Auftauen im Zuge des Klimawandel zu einer weiteren Erwärmung durch freigesetzte Gasreservoirs kommen könnte, deutlich reduziert werden.

In einem antarktischen See fanden ForscherInnen Bakterien, die Methan, ein Treibhausgas, essen. Mit dieser Entdeckung wird die Gefahr, dass es beim Auftauen im Zuge des Klimawandel zu einer weiteren Erwärmung durch freigesetzte Gasreservoirs kommen könnte, deutlich reduziert werden.

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Der Lake Whillans befindet sich auf dieser Karte südwestlich, zwischen dem West Antarctic Ice Sheet und dem Ross Ice Shelf. Foto: Von NASA Earth Observatory, Gemeinfrei, Link

Die ForscherInnen müssten erst einmal 800 Meter in die Eisdecke bohren um die 120.000 Jahre alten Wasser- und Sedimentproben aus dem Lake Whillans zu bergen – das geschah 2013. Seither wurden diese Proben analysiert – nun wurden diese Analysen im Fachmagazin „Nature Geoscience“ veröffentlicht.

Das ist gerade deshalb interessant, da unter dem Eis, aber auch im arktischen Permafrost riesige Mengen an Methan liegen. Durch die durch den Klimawandel herbeigeführte Erderwärmung besteht ein großes Risiko: Denn damit würde mehr und mehr Methan freigesetzt werden – und dieses Treibhausgas hat im Gegensatz zu Kohlenstoffdioxid eine 86-fach größere Wirkung auf den Klimawandel. Damit würde zum berechneten, erwartbaren Klimawandel eine zusätzliche Erwärmung hinzukommen, die den Klimawandel dann völlig außer Kontrolle geraten. Die Bakterien sollen durch das Auffressen des Methans diese Gefahr verringern.

Die Bakterien brauchen das Methangas zum Überleben. Dort, unter dem Eis, gibt es keine Wärme und kein Sonnenlicht – daher holen sie sich die Energie aus dem Gas. Dadurch werden 99 % des Methans verbraucht.


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#272 München will ab 2050 (nahezu) klimaneutral sein

Der Münchner Stadtrat hat sich mit großer Mehrheit dafür ausgesprochen, dass München bis zum Jahr 2050 nahezu klimaneutral werden soll. Dafür sollen Maßnahmen hinsichtlich Förderung beim Neubau, dem Ausbau des Fernwärmenetzes usw. sorgen.

Die Vollversammlung des Stadtrats hat am Mittwoch, dem 27. September 2017, mit großer Mehrheit beschlossen, dass die Stadt München bis zum Jahr 2050 nahezu klimaneutral werden soll. Damit folgen sie den Beschlüssen des Pariser Klimaschutzabkommens sowie weiteren nationalen Abkommen. Damit soll pro EinwohnerIn und Jahr nur noch 0,3 Tonnen Kohlendioxid (CO2) in die Atmosphäre gelangen.

Bis zum kommenden Jahr wird die Stadtverwaltung nun Maßnahmen ausarbeiten, damit die neuen Klimaschutzziele auch erreicht werden. Dabei geht es z.B. um Förderprogramme beim Neubau von Wohn- und Geschäftshäusern, den weiteren Ausbau des Fernwärmenetzes und der Fokussierung auf umweltfreundliche Fahrzeuge für die Verwaltung.

0,3 Tonnen CO2 pro Person und Jahr sind ein großes Ziel: Bislang war der Zielwert stets 50 Prozent des Werts von 1990 – also 4,85 Tonnen. Bis 2030 will man den Ausstoß auf 3 Tonnen Kohlendioxid verringern. Für die Opposition sind die Pläne noch zu ungenau, die Ziele zum Teil zu hoch. Erst die Maßnahmen werden zeigen, ob das Erreichen auch wirklich möglich ist.


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#220 Wenn aus Treibhausgas Treibstoff wird

Einer internationalen Forschungsgruppe unter der Federführung der Johannes Kepler Universität Linz gelang es, mittels synthetischer Polymer CO2 effizient in Treibstoff umzuwandeln.

CO2, also Kohlendioxid, gilt als Hauptursache für den Klimawandel. Eine internationale Forschungsgruppe unter der Federführung der Johannes Kepler Universität Linz hat nun eine Methode vorgestellt, wie man das Treibhausgas in Treibstoff effizient umwandeln kann.

Weltweit suchen ForscherInnen aktuell nach geeigneten Materialien, die Kohlendioxid effizient mit Hilfe elektrischer Energie in Treibstoffe umwandelt. Bislang gelang dies mit Edelmetallen – welche für den Großeinsatz jedoch zu teuer und auch gar nicht in ausreichender Menge vorhanden wären. Das Forschungsteam arbeitet deshalb mit einem synthetischen Polymer („Ein Polymer ist ein chemischer Stoff, der aus Makromolekülen besteht.“, de.wikipedia.org). Als natürliche Vorlage für das synthetische Polymer dienten Melanine, die für die Färbung von Haut, Haaren, Augen usw. in unserem Körper vorhanden sind.

In einem mehrstündigen Testbetrieb konnte man in Linz Kohlendioxid in Ameisensäure (CH2O2) und Kohlenmonoxid umwandeln, weleche beide als Treibstoff verwendet werden könnten.

Die Umwandlung von elektrischer in chemische Energie erfolgte dabei mit einer Effizienz, die sonst nur mit Katalysatoren auf Basis von Metallen erreicht werden kann. (Tobias Prietzel, jku.at)


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#213 Los Angeles: Ab 2030 ausschließlich Elektrobusse

Erst 2011 gelang Los Angeles die erfolgreiche Umstellung von Diesel- auf Erdgasbusse – nun soll bis 2030 der Wechsel auf Elektrobusse abgeschlossen sein.

Die Los Angeles County Metropolitan Transportation Authority, kurz Metro Los Angeles oder LA Metro, betreibt mit 2.200 Fahrzeugen die zweitgrößte Busflotte in den Vereinigten Staaten. 2011 gelang die komplette Umstellung der Flotte auf Erdgas. Nun hat man sich dazu entschlossen, bis 2030 schließlich die Umstellung auf Elektrobusse zu schaffen. Dabei sollen jährlich 200 Busse durch die emissionsfreie Variante getauscht werden. Dafür nimmt die LA Metro in den kommenden zehn Jahren knapp eine Milliarde Dollar in die Hand.

Man wolle Führungsqualitäten im Kampf gegen den Klimawandel beweisen – und zudem Los Angeles zu einem zentralen Markt für Elektrobustechnologie machen. Von den ersten 95 angekauften Elektrobussen stammen 60 von einem chinesischen Hersteller, 35 vom lokalen Anbieter New Flyer. Es ist übrigens schon zu bemerken, dass Kalifornien und Los Angeles im Besonderen E-Fahrzeug-Firmen anzieht: Ein Elektrobusstart-Up aus Silicon Valley, Proterra, eröffnet gerade ihre zweite Fabrik, nach South Carolina diesmal in der Nähe von Los Angeles.


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