#298 Mögliche Lösung zur Bekämpfung von Antibiotikaresistenz

Antibiotikaresistenz (also wenn Bakterien beginnen, auf bestimmte Antibiotika nicht mehr reagieren) wird ein immer größeres Problem. Deshalb bekommt eine alte Therapie neuen Aufschwung: Bakteriophagen sind Viren, die darauf programmiert sind, Bakterien zu töten.

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Antibiotikaresistenz ist ein immer weiter wachsendes Problem: Mehr und mehr Bakterien beginnen auf bestimmte Antibiotika nicht mehr zu reagieren. Im Jahr 2014 zählte man rund 700.000 Todesfälle durch Antibiotikaresistenz, bis 2050 könnte diese Zahl weltweit auf 10 Millionen steigen. (Zum Vergleich: weltweit starben 8,2 Millionen Menschen an Krebs.)

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SZ. (n.d.). Häufigste Todesursachen weltweit im Jahr 2014 (in Millionen). In Statista – Das Statistik-Portal. Zugriff am 25. Oktober 2017.

Doch nun könnte eine neue Methode eine Änderung herbeiführen: Mittels bakterientötender Viren, sogenannten Bakteriophagen (kurz: Phagen) können Menschen mit bakterieller Infektion behandelt werden. Entdeckt wurden sie bereits in den frühen 1900er Jahren. Die Viren sind einzig darauf programmiert, Bakterien zu töten – dadurch stellen sie keine große Bedrohung für den menschlichen Körper dar (dazu müssen natürlich die richtigen Viren zur Anwendung gebracht werden).

Pharmaunternehmen haben aufgehört, neue Antibiotika zu entwickeln – und jene, die dies noch tun, scheitern oftmals an der Zulassung. In der Phagenforschung gebe es hingegen Fortschritte: Während sie in Osteuropa und den Ländern der ehemaligen Sowjetunion bereits eingesetzt wird, braucht es in den USA und Europa noch weitere Studien. AmpliPhi Bioscences, eine kleine Pharmafirma plant, in der zweiten Jahreshälfte 2018 mit einer groß angelegten Phase 2-Studie durchzuführen. Mehrere Phase 1-Studien gibt es bereits aus Australien, die als Grundlage für die weitere Forschung sind. (Zum Nachlesen: Die 4 Phasen der klinischen Arzneimittelprüfungen)

 „There is an urgent need for more investment in research and development for antibiotic-resistant infections including TB, otherwise we will be forced back to a time when people feared common infections and risked their lives from minor surgery.“ (WHO-Generaldirektor Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus, who.int)


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Bildquelle: By Dr Graham Beardsen:Image:Phage.jpg, CC BY-SA 3.0, Link

#197: Immun-Gentherapie gegen Leukämie in den USA vor Zulassung

In den USA steht eine Immun-Gentherpaie zur Behandlung von B-Zell-Leukämie vor der Zulassung. Mit dem zukunftsweisenden Verfahren könnten in naher Zukunft auch Behandlungsatherapien für weitere Krebsarten zugelassen werden.

Eine von dem Schweizer Pharmaunternehmen Novartis eingereichte Therapie zur Behandlung von Leukämie wurde von dem Onkologie-Experten-Gremium der FDA (Food and Drug Administration) als einstimmig positiv empfohlen. Damit könnte ein möglicherweise zukunftsweisendes Verfahren für die immunologische Krebstherapie in naher Zukunft zugelassen werden.

Die Methode mit dem wohlklingenden Namen „Tisagenlecleucel“ ist eine Zelltherapie für Patienten mit der Diagnose B-Zell-Leukämie. Die ForscherInnen entnehmen dabei T-Lymphozyten aus dem Blut, frieren diese ein und verschicken sie an ein Labor. Dort werden schließlich diese Zellen genetisch verändert und vermehrt, bevor sie dann den PatientInnen wieder als Infusion verabreicht werden. Diese Zellen steuern dann gezielt bösartige Zellen an und beseitigen sie.

Die FDA sprach sich für eine Zulassung aus, jedoch mit einigen Auflagen: So soll diese Behandlungsform für Kinder ab drei Jahren bis hin zu Erwachsenen von 25 Jahren eingesetzt werden. Die PatientInnen müssen zudem bereits Rückfälle nach etablierten Therapien (wie z.B. Chemotherapie oder Bestrahlung) erlitten haben.

Die von Novartis eingereichte Studie zeigte vorerst herausragende Ergebnisse: Zwischen April 2015 und August 2015 wurden 63 PatientInnen mit dieser neuartigen Form der Therapie behandelt. Bei 82,5 Prozent (52 PatientInnen) verschwand die Erkrankung, elf der 62 verstarben (aufgrund der Krankheit, nicht der Behandlung). Bis November 2016 gab es elf Rückfälle, 29 sind weiterhin in Remission (nicht vollständig genesen). Elf weitere PatientInnen unterzogen sich zusätzlich anderer Therapien oder haben eine Stammzellentransplantation hinter sich gebracht.

Aber nicht nur im Kampf gegen Leukämie soll diese Form der Therapie eingesetzt werden:

Die Akute B-Zell-Leukämie ist nur eine jener Krebserkrankungen, bei denen die CAR-T-Zellen derzeit als neue Therapieform in klinischen Studien erprobt werden. Andere Krebsarten sind bösartige Hirntumore, das Melanom und viele andere Krebsformen. (science.apa.at)


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#163 Studie: Medikament effektiv gegen verschiedene Tumorarten

Laut einer neuen Studie ist der Arzneistoff Pembrolizumab bei verschiedenen Tumorarten im ganzen Körper wirksam. Die Ergebnisse waren so erfolgreich, dass die Zulassungsbehörde in den USA das Medikament bereits zugelassen hat.

Eine vergangenen Donnerstag im Fachmagazin Science veröffentliche Studie sorgt für etwas positive Aufregung in der Krebsforschung. An Studie nahmen 86 KrebspatientInnen mit fortgeschrittener Tumorerkrankung an unterschiedlichen Stellen des Körpers (Bauchspeicheldrüse, Prostata, Gebärmutter und Knochen) teil. Für diese 86 PatientInnen sprachen die Standardbehandlungen nicht an – alle trugen Genmutationen in sich, wodurch ihre Zellen keine zerstörte DNA reparieren konnte. Im Rahmen der Studie haben sie nun ein Medikament getestet, dass helfen sollte, das Immunsystem dabei zu unterstützen, die Tumor anzugreifen.

Der Arzneistoff nennt sich Pembrolizumab und ist bereits als Medikament Keytruda von Merck/MSD am Markt. Das Medikament wird bereits bei ausgewählten PatientInnen mit seltenen Formen von fortgeschrittenem Lungenkrebs, Hautkrebs und Blasentumoren. Die Kosten sind bislang noch sehr teuer, pro Jahr kostet die Behandlung mit diesem Medikament 156.000 Dollar pro Jahr (rund 140.000 Euro).  Die Ergebnisse der gerade publizierten Studie waren jedoch so vielversprechend, dass die amerikanische Zulassungsbehörde Food and Drug Administration für Patienten mit denselben Genmutationen zugelassen.

Nachdem die PatientInnen Pembrolizumab verabreicht bekamen, hörte bei 66 PatientInnen der Wachstum des Tumors auf (bzw. begann zu schrumpfen). Bei 18 PatientInnen verschwand der Tumor sogar komplett und kam bislang nicht zurück. Die Studie startete 2013 und läuft auch jetzt noch weiter.

Normalerweise schützen sich Tumorzellen im Körper vor Angriffen durch das Immunsystem durch schützende Proteine. Dadurch sind sie für das Immunsystem unsichtbar. Pembroluzimab hingegen macht diese Zellen wieder sichtbar.

In den USA gibt es zudem auch bereits einen Test, der eine Genmutation feststellen kann. Die Kosten dafür belaufen sich auf 300 bis 600 Dollar (267 bis 535 Euro). Laut den StudienautorInnen tragen nur 4 Prozent aller KrebspatientInnen eine „passende“ Genmutation für dieses Medikament in sich – doch das sind allein in den USA bis zu 60.000 PatientInnen pro Jahr.


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#127 Büstenhalter kann Brustkrebs entdecken

Der junge Mexikaner Julian Rios Cantu hat einen Büstenhalter entwickelt, welcher bereits frühe Stadien von Brustkrebs erkennen kann.

Julian Rios Cantu, ein 18jähriger Mexikaner, hat einen Büstenhalter entwickelt und patentieren lassen, welche bereits frühe Anzeichen von Brustkrebs erkennen kann. Innerhalb des BHs befinden sich Biosensoren, welche die Temperatur, das Gewebe, die Durchblutung und die Färbung der Brust messen und erkennen. Dafür müssen Frauen den BH nur ein bis zwei Mal pro Woche tragen – die vom BH erhobenen Daten werden dann mittels Bluetooth an eine App übertragen, welche bei auffälligen Veränderungen Alarm schlägt.

Der Grund, warum sich Cantu mit diesem Thema beschäftigt hat, hat persönliche Gründe: Bei seiner eigenen Mutter wurde vor zwei Jahren durch eine Mammographie Brustkrebs diagnostiziert. Zuerst dachten die DoktorInnen, dass es sich um einen gutartigen Tumor handelte – die Knoten waren jedoch bösartig. Deshalb musste sich seine Mutter einer Mastektomie unterziehen.

Entwickelt hat er den BH mit seinen Freunden und gründete eine Firma. Der Prototyp ist zwar noch in den frühen Teststadien, das Ziel ist jedoch, den BH ab Dezember 2018 in den Handel zu bringen.


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#126 London: Hilfreicher Button für Menschen mit unsichtbaren Behinderungen

Ein „Please offer me a seat“-Button für die Öffis in London soll dabei helfen, dass Menschen mit unsichtbaren Behinderungen sich nicht zu erklären brauchen, um einen Platz angeboten zu bekommen.

Ende April startete „Transport of London“ (die Dachorganisation, die das Verkehrssystem in London organisiert) mit „Please offer me a seat“-Buttons: Ziel ist es, dass Menschen mit unsichtbaren Behinderungen damit einfacher einen Platz angeboten bekommen, ohne umständlich (und öffentlich) erklären zu müssen, warum sie einen Platz benötigen.

34257028316_43206a5cf5_o.jpgBereits vergangenen Herbst hatte diese Aktion einen Testlauf – damals erklärten 72 Prozent der TeilnehmerInnen, dass sich ihre Wege in den Öffis Londons durch den Button erleichterten.

James McNaught, ein Teilnehmer, ist begeistert:

“This is a brilliant scheme and I am very glad that it is being introduced by the Mayor. The anxiousness of needing a seat but being unsure whether you will get one can rob people of the confidence to use public transport, and this simple initiative will make a huge difference to the lives of many people.” (positive.news)

In London stehen sie offenbar auf Buttons: So gibt es schon einen „Baby on board!“-Button für Schwangere, McNaught, ein Krebspatient, hat im März 2016 schließlich auch einen „Cancer on board“-Button ausgegeben.

Auch der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan ist überzeugt, dass die Buttons gut ankommen und angenommen werden:

“These blue badges will make a real difference to passengers who need a seat but just haven’t felt confident enough to ask for one,” said Sadiq Khan, mayor of London. “I’ve no doubt they’ll soon become as recognisable across the capital as our popular ‘Baby on Board’ badges.” (positive.news)


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#115 Medikamente stoppen Fortschritt bei neurodegenerativen Hinkrankheiten wie Demenz

Britische ForscherInnen entdeckten nun zwei Medikamente, mit welchen sie den Fortschritt von neurodegenerativen Erkrankungen wie z.B. Demenz bei Mäusen aufhalten konnten.

Britische ForscherInnen haben nun zwei Medikamente entdeckt, die alle neurodegenerativen Erkrankungen bei Mäusen zu verhindern scheinen. Das Interessante daran ist: Diese Medikamente sind  bereits in verschiedenen Stadien in Verwendung bzw. in menschlichen klinischen Studien erforscht.

Wenn ein Virus eine Gehirnzelle befällt, bringt er die Zelle dazu, Virus-Proteine zu produzieren. Um die Verbreitung des Virus zu stoppen, fahren die anderen (noch nicht betroffenen) Zellen ihre Proteinproduktion vollkommen herunter. Bei neurodegenerativen Erkrankungen kommt es ebenfalls zur Produktion von fehlerhaften Proteinen, die Abwehrkräfte des Gehirns reagieren ähnlich – nur dass hier die Proteinproduktion so lange heruntergefahren wird, bis die „guten“ Zellen nach und nach absterben.

In einer ersten Studie nutzten die ForscherInnen einen Wirkstoff, der diesen Abwehrmechanismus verhinderte. Dadurch konnte der Fortschritt einer Form der Prion-Krankheit bei Mäusen gestoppt werden. Dies geschah im Jahr 2013 und markierte einen wichtigen Fortschritt: Nie zu vor war es gelungen, den Fortschritt einer neurodegenerative Krankheit in einem Tier zu stoppen. Das Problem: Der Wirkstoff griff dabei auch die Bauchspeicheldrüse zu stark an. Daher machten sie sich auf die Suche nach weiteren Wirkstoffen und Medikamenten.

Seither hat das Team über 1.000 fertige Medikamente an Fadenwürmern, Mäusen und schließlich auch menschlichen Zellen in einer Glasschale getestet. Zwei davon konnten den Fortschritt einer Form von Demenz und Prion-Krankheit stoppen. Ein Medikament davon ist bereits im Handel: Trazodone (Thombran [D], Trittico [CH, A EU]) wird Menschen mit Depression verschrieben. Prof. Malluci, eine der ForscherInnen, betont aber, dass man auf gar keinen Fall mit der Einnahme des Medikaments zur Behandlung von neurodegenerativen Krankheiten beginnen soll, bevor ausreichend Testresultate vorhanden sind:“As a professional, a doctor and a scientists, I must advise people to wait for the results. Das andere Medikament, DBM, wird aktuell an Krebspatienten getestet. Die Wirkung ist wie bei jenem Wirkstoff aus dem Jahr 2013 – nur dass Trazodone und DBM dabei die Bauchspeicheldrüse nicht angreifen.

Eine Heilung wird es wohl nicht geben – aber es könnte den Verlauf von Krankheiten in großem Ausmaße verändern und abmildern.

„We’re very unlikely to cure them completely, but if you arrest the progression you change Alzheimer’s disease into something completely different so it becomes liveable with.“ (Prof. Mallucci, bbc.com)

ExpertInnen sind gespannt auf die weiteren Forschungen zu diesen Medikamenten. Dr. Doug Brown von der „Alzheimer’s Society“ betont, dass vor allem der Umstand, dass Trazodone bereits für eine andere Erkrankung im Handel ist, eine Zulassung als Medikament für neurodegenerative Erkrankungen deutlich kürzer als gewöhnlich dauern würde. Dr. David Dexter von „Parkinson’s UK“ erfreute sich über die „very robust and important study“ und spricht, bei erfolgreichem Test an Menschen natürlich, von einem sehr großen Schritt vorwärts.


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#62 Dank Screening weniger Todesfälle durch Darmkrebs

Anlässlich des Darmkrebsmonats März: Zwischen 1989 und 2011 sank die Todesrate in einigen Ländern um 25, in anderen um 30 Prozent. Grund dafür: Die erfolgreiche Einführung der Screening-Programme.

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Die Kampagne der Felix Burda Stiftung zum Darmkrebsmonat März 2017

Nach aktuellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ging die Sterblichkeit bei Darmkrebs zwischen 1989 und 2011 in Europa deutlich zurück: bei Männer um 13 und bei Frauen um 27 Prozent.

In Ländern mit sogenannten Screening-Programmen gibt es dabei die größten Rückgänge: Unter anderem in Deutschland, Österreich, der Schweiz, England, Belgien, Luxemburg, Tschechien und Irland gingen die Sterberaten bei Männern um mehr als 25, bei Frauen um mehr als 30 Prozent zurück. In Deutschland konnten seit 2002 (als die Koloskopie als gesetzliche Vorsorgeleistung eingeführt wurde) 200.000 Neuerkrankungen und 90.000 Todesfälle verhindert werden.

Im westlichsten österreichischen Bundesland Vorarlberg gibt es seit zehn Jahren ein großes Darmkrebsvorsorgeprogramm. Seit der Jahrtausendwende erreichte man damit rund 29,3 Prozent der Zielgruppe der über 50-Jährigen – bei den Frauen waren es sogar 55 Prozent.

Warum der Staat (natürlich abgesehen von den unzähligen Menschen, die dadurch gerettet werden können) weiter und intensiver in die Vorsorgeuntersuchungen investieren soll? Das erklärt der österreichische Präsident der Bundesärztekammer:

Laut einer von der österreichischen Ärztekammer in Auftrag gegebenen Studie würde der volkswirtschaftliche Nutzen nach nur zehn Jahren Vorsorgeuntersuchung in Österreich zwischen drei und 4,5 Milliarden Euro betragen. Das seien rund zehn Prozent der gesamten durchschnittlichen Ausgaben für das Gesundheitswesen pro Jahr, verdeutlichte Bundesärztekammer-Präsident Artur Wechselberger. (derstandard.at)

Seit 2002 organisiert die Felix Burda Stiftung, gemeinsam mit der Deutschen Krebshilfe und der „Stiftung Lebensblicke“ jährlich den Darmkrebsmonat März – um Aufmerksamkeit für die Erkrankung, aber vor allem für die erfolgreichen Möglichkeiten der Früherkennung  zu schaffen.


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#55 Erfolg gegen HIV bei frühen Impfstoffversuchen

Mit einem Medikamentenmix aus zwei innovativen HIV-Impfstoffen und einem Krebsmedikament ist es gelungen, dass bei einigen Studienteilnehmern das Virus zumindest für größeren Zeitraum nicht mehr nicht mehr nachweisbar war.

Heutzutage kann man mit einer HIV-Infektion durch die tägliche Einnahme von antiretroviralen Medikamenten. Aber natürlich forscht man weltweit an einer Möglichkeit, den Virus mittels Impfung bekämpfen zu können. Wird der HI-Virus nicht behandelt, bricht fast immer die Krankheit AIDS aus.

Ein Forschungsteam des IrsiCaixa Aids Research Institue in Barcelone hat für eine Studie zwei innovative HIV-Impfstoff, welche an der University of Oxford entwickelt wurden, und ein Krebs-Medikament Romidepsin miteinander kombiniert. Die Studie dauerte drei Jahre lang – dabei wurden 24 TeilnehmerInnen, welche vor kurzem erfahren hatten, dass sie das HI-Virus in sich trugen, zuerst einmal lange Zeit beobachtet, damit die ForscherInnen herausfanden, wie das Immunsystem auf die täglichen antiretroviralen Medikamente reagiert. Erst relativ spät bekamen dann 15 von ihnen schließlich die innovative Medikamentenkombi.

Bei fünf der TeilnehmerInnen war das Virus nach Erhalt der Behandlung vorübergehend mehr als ein Monat (und darüber hinaus) nicht mehr nachweisbar, durch das Immunsystem wurde dabei seine Verbreitung gestoppt. Einer von ihnen ist sogar seit sieben Monaten medikamentenfrei. Beim Rest wurden nach den ersten vier Wochen jedoch schon wieder das Virus festgestellt.

Das ist definitiv ein großer Fortschritt in der Forschung nach einem Impfstoff gegen HIV. So sieht das auch Mitchell Warren von der „Aids Vaccine Advocacy Coalition“:

Mitchell Warren, executive director of the Aids Vaccine Advocacy Coalition (Avac), said the study had been carried out on a small scale but its findings were “interesting and important”.

“Long-term systems that don’t require daily pill taking could really help accelerate getting 37 million people with HIV undetectable and not infectious – that would be a great opportunity to turn the tide on the epidemic,” he told The Independent.

Warum diese Medikamentenmix so besonders ist? Die beiden Impfstoffe stimulieren dabei die Produktion von weißen Blutkörperchen im Körper. Diese weißen Blutkörperchen sind fähig, Zellen zu erkennen und zu zerstören, die durch das Virus infiziert worden sind. Das Krebsmedikament Romidepsin dient dazu, dass der HI-Virus aus Geweben, in denen er sich niedergelassen hat, herausgespült wird.


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Bildquelle: CC0 Public Domain, allinonemoviePixabay