#331 Gelungene Korallen-Transplantation am Great Barrier Reef

Zum Wiederaufbau von beschädigten Ökosystemen im Great Barrier Reef, dem größten Korallenriff der Erde, haben sich australische ForscherInnen an die Transplantation gewagt: So wurde Korallenlaich ausgebrütet und in einen gefährdeten Teil transplantiert – mit Erfolg.

Advertisements

Zum Wiederaufbau von beschädigten Ökosystemen im Great Barrier Reef, dem größten Korallenriff der Erde, haben sich australische ForscherInnen an die Transplantation gewagt: So wurde Korallenlaich ausgebrütet und in einen gefährdeten Teil transplantiert – mit Erfolg.

Man entnahm große Mengen an Korallenlaich und brütete sie aus, um die geschlüpften Larven 2.300 Kilometer weiter wieder einzusetzen – bei der Überprüfung, acht Monate danach, fand man dort junge Korallen vor, die den Umzug überlebt und weiter gewachsen waren.

Bislang arbeitete man so, dass man sogenannte „Ableger“ gesunder Korallen abgetrennt hat und sie woanders ins Riff gesteckt hat, in der Hoffnung, dass sie an- und weiterwächst. Durch die Transplantationsmethode werden keine bestehenden, gesunden Korallen beschädigt.

Das Korallenriff vor Australiens Nordostküste hat mit dem Klimawandel, der dadurch entstehenden Erwärmung der Ozeane sowie der Wasserverschmutzung durch Schifffahrt und Landwirtschaft zu kämpfen.


Weiterführende Links und Quellen:

Bildquelle: CC0 Public Domain127071Pixabay

#295 Anbaufläche für Bio-Landwirtschaft wächst in Deutschland deutlich

1,25 Millionen Hektar Felder wurden 2016 in Deutschland dazu genutzt, ökologische Landwirtschaft zu betreiben – dahinter stehen 27.132 Bio-Bauernhöfe. Das ist ein Anstieg um 15 Prozent zum Jahr zuvor.

1,25 Millionen Hektar Felder wurden 2016 in Deutschland dazu genutzt, ökologische Landwirtschaft zu betreiben – dahinter stehen 27.132 Bio-Bauernhöfe. Das ist ein Anstieg um 15 Prozent zum Jahr zuvor. Im Jahr 2007 waren es noch 18.703 Bio-Unternehmen. Die Anbaufläche hat sich in den vergangenen zwanzig Jahren mehr als verdreifacht – 7,5 Prozent (Quelle: positive.news; 7,1 Prozent auf statista.de) aller Felder in Deutschland werden bereits für die ökologische Landwirtschaft genutzt.

statistic_id3233_anteil-der-anbauflaeche-im-oekologischen-anbau-in-deutschland-bis-2016.png
BMEL, & BÖLW. (n.d.). Anteil der Anbaufläche im ökologischen Landbau an der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche in Deutschland in den Jahren 1996 bis 2016. In Statista – Das Statistik-Portal. Zugriff am 22. Oktober 2017.

Auch wenn die ökologische Landwirtschaft, gemessen am Gesamtvolumen, noch immer ein Nischendasein fristet, zeigen die Zahlen, dass es sich um einen boomenden Bereich handelt. Das zeigt auch der Anteil der Bio-Betriebe an der Gesamtheit aller Agrarbetriebe: Waren es 1995 noch 1,1 Prozent, so sind waren es zwanzig Jahre später bereits 8,7 Prozent.

statistic_id160253_anteil-der-betriebe-im-oeko-landbau-an-allen-agrarbetrieben-in-deutschland-bis-2015.png
BMEL. (n.d.). Anteil der Betriebe im ökologischen Landbau an allen Agrarbetrieben in Deutschland in den Jahren 1995 bis 2015. In Statista – Das Statistik-Portal. Zugriff am 22. Oktober 2017.

In Österreich sind übrigens bereits rund ein Fünftel aller landwirtschaftlichen Betriebe Bio-Betriebe, wie die nachfolgende Grafik zeigt:

statistic_id441317_anteil-der-bio-betriebe-an-den-landwirtschaftlichen-betrieben-in-oesterreich-bis-2016.png
Bio Austria. (n.d.). Anteil der Bio-Betriebe an allen landwirtschaftlichen Betrieben in Österreich in den Jahren 2013 bis 2016. In Statista – Das Statistik-Portal. Zugriff am 22. Oktober 2017.

Weiterführende Links und Quellen:

Bildquelle: CC0 Public Domain, AnneERPixabay

#79 „Farm School“ in Indien lehrt organischen Anbau

In der „Marudam Farm School“ in Thiruvannamalai lernen die SchülerInnen mit alternativer Pädagogik den Lehrstoff anhand praktischer Inhalte wie ökologischer Landwirtschaft, Aufforstung oder der Arbeit mit Vieh.

Die Marudam Farm School in Thiruvannamalai im südindischen Bundesstaat Tamil Nadu wurde 2009 gegründet. Damals startete die Schule mit 20 SchülerInnen, sechs bis sieben LehrerInnen und zwei Familien, die auf der Farm wohnten. Seit 2012 ist die Schule auch vom indischen „Board of Elementary Education“ anerkannt und darf offiziell als Grundschule agieren.

Der Unterricht findet in Klassen mit einer Größe von 4 bis 10 SchülerInnen statt und ist eine Mischung aus der Philosophie um Jiddu Krishnamurti (eine Form von alternativer Pädagogik), Waldorf, Montessori, Sudbury Valley School und UK’s Summer Hill – Ziel ist es, dass die Themen, die behandelt werden demokratisch zwischen den SchülerInnen und LehrerInnen beschlossen werden. So kam es einmal, dass eine Gruppe im Geografieunterricht sich derart für Ozeane interessiert hat, dass man im Laufe eines Schuljahres immer mehr und mehr davon erforschte und lernte.

Marudam also follows a principle of alternative education that encourages children to be curious, while helping them learn at their own pace. (thebetterindia.com)

In dieser Schule werden viele Dinge an praktischen Beispielen gelehrt:

Much of the teaching at Marudam is done through a continually evolving curriculum and projects that connect the children directly to nature and the community that surrounds them. For instance, mathematics is taught through pottery, baking, or even goat-rearing, depending on whatever strikes a chord with the children. Subjects like farming, tailoring, gardening, composting, carpentry and cooking are also taught. (thebetterindia.com)

Dabei wird schließlich die ökologische Landwirtschaft am eigenen Schulfeld gelehrt, ebenso wie Aufforstung oder die Arbeit mit Vieh. Der Fokus der Schule liegt dabei eindeutig auf nachhaltigem Leben. 85 Prozent der Speisen, die die Schule ausgibt, werden selbst angebaut und geerntet.

Heute leben in Marudam 5 Familien, die Schule umfasst 23 LehrerInnen und 70 Kinder. Diese kommen aus den unterschiedlichsten Schichten der Gesellschaft. 35.000 Rupien (umgerechnet rund 497,60 Euro) kostet der Unterricht für ein Kind für ein Jahr – nicht alle können es sich leisten: Drei Viertel der SchülerInnen wird deshalb das Schuljahr durch Spenden ermöglicht.


Weiterführende Links und Quellen:

Bildquelle: CC0 Public Domain, Unsplash, Pixabay

#49 Startschuss für österreichische Crowdfunding-Plattform fürs Gemeinwohl

Die Genossenschaft „Bank für Gemeinwohl“ hat nun eine Crowdfunding-Plattform gestartet, auf der nur ethisch, sozial und ökologisch ausgerichtete Projekte und Unternehmen Platz finden werden.

Die Genossenschaft „Bank für Gemeinwohl“ hat es sich zum großen Ziel gemacht, eine Bank zu gründen, welche ethisch, sozial und ökologisch ausgerichtete Unternehmen und Projekte fördert und finanziert. Im Oktober 2016 ist ein weiterer Schritt bis zur finalen Gründung dieser Bank angekündigt worden: Man wolle eine Crowdfunding-Plattform für „gemeinwohlorientierte“ Projekte starten. Dies ist im Jänner 2017 schließlich passiert, innerhalb eines Monats wurden auf der „BfG Crowdfunding Plattform“ nun bereits 20 Projekte eingereicht.

Was ist Crowdfunding?

Der Begriff Crowdfunding stammt aus dem englischen Sprachraum und setzt sich aus den Wörtern „crowd“, was so viel heißt wie „Gruppe“ und „funding“ zusammen, was im Deutschen „Finanzierung“ bedeutet. Diese Übersetzung verrät auch schon so einiges über die Idee, die hinter Crowdfunding steht, nämlich geht es hier um die Finanzierung durch eine Personengruppe. Als deutsches Synonym wird in diesem Zusammenhang auch die Bezeichnung „Schwarmfinanzierung“ verwendet. (gruenderszene.de)

Auf ihrer Website erklärt das Team, aus welchen Bereichen die Projekt- und Geschäftsideen stammen müssen, damit sie Teil der Crowdfunding-Plattform werden können:

  • Ökologische Landwirtschaft und Ernährung
  • Erneuerbare Energien, Ressourceneffizienz und Mobilität
  • Sozialprojekte und soziales Engagement
  • Bildungs- und Kulturprojekte
  • Wohnprojekte und nachhaltiges Bauen
  • Sozial und ökologisch ausgerichtete Unternehmen

Die Projekte sollen mit den Crowdfunding-Varianten „Geld für Gegenleistung“ (Reward based Crowdfunding) und „Geld für Zinsen“ (Lending based Crowdfunding) finanziert werden. Auch „Geld für eine gute Tat“ (Donation based Crowdfunding) soll im weiteren Verlauf möglich sein – nur die Form „Geld für Beteiligung“ (Equity based Crowdfunding“ wird es bei dieser Plattform nicht geben.

Aktuell sucht das Team nach Projekten, Produkten und Startups, welche einen konkreten Finanzierungsbedarf haben. Diese werden dann, in einem mehrstufigen Prozess auf ihre „Gemeinwohl-Orientierung“ und Machbarkeit geprüft, bevor die Projekte ab April von der Crowd unterstützt werden können.

Die eigentliche Bank soll übrigens frühestens 2020 starten, 2018 möchte man als nächsten Schritt nach der Crowdfunding-Plattform ein Online-Zahlungsinstitut errichten.


Weiterführende Links und Quellen:

Bildquelle: CC BY SA, Rocío Lara, „Crowdfunding“, Flickr

#20 Goa unterstützt Bauern, damit sie beginnen, ökologisch anzubauen

Der indische Bundesstaat möchte durch finanzielle Unterstützung Bauern dazu bewegen, auf ökologische Landwirtschaft zu setzen.

Im Jahr 2016 gelang es Sikkim, der erste indische Bundesstaat zu werden, welcher zu 100 Prozent biologisch anbaut und vollkommen frei ist von gentechnisch veränderten Organismen verzichtet. Sikkim produziert 800.000 Tonnen biologische Produkte und erzeugt damit 65 Prozent des gesamten indischen Outputs.

Nun möchte der Bundesstaat Goa nachziehen: So hat das bundesstaatliche Umweltministerium ein Programm gestartet, um den Klein- und Großbauern in Goa eine bis zu 50-prozentige finanzielle Unterstützung zuzusichern um statt Stickstoffdünger auf organische Düngemittel zu wechseln. Ziel ist es, durch den biologischen Anbau zu einer Gesundung des belasteten Bodens beizutragen und sauberes Wasser zu bewahren.

Während in Industrienationen die Nutzung von Stickstoffdünger massiv abgenommen hat, haben asiatische Nationen die Nutzung solcher Dünger verdreifacht – was natürlich Auswirkungen auf die Qualität des Grundwassers hat. Mit solchen Programmen will man dem entgegensteuern.

Doch auch wenn es für manche Landwirte eine große Umstellung sein wird – es kann sich lohnen: Aufgrund der gestiegenen Nachfragen nach biologischen Produkten aus Sikkim verdienen die Landwirte dort nun um 20 Prozent mehr.


Weiterführende Links und Quellen:

Bildquelle: CC0 Public Domain, Unsplash, Pixabay