#312 Plastikflaschen aus Zucker und CO2

ForscherInnen des Centre of Sustainable Chemical Technologies (CSCT) der University of Bath (Großbritannien) haben nun ein Plastik erfunden, das keine giftigen Chemikalien beinhaltet und noch dazu völlig biologisch abbaubar ist.

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Zahlreiche ForscherInnen beschäftigen sich mit Alternativen zu Plastik, um u.a. die anwachsende Verschmutzung der Weltmeere abzuwenden. ForscherInnen des Centre of Sustainable Chemical Technologies (CSCT) der University of Bath (Großbritannien) haben nun ein Plastik erfunden, das keine giftigen Chemikalien beinhaltet und noch dazu völlig biologisch abbaubar ist.

Zur Herstellung wird Kohlenstoffdioxid (CO2) einem natürlich vorkommenden Zucker namens Thymidine unter geringem Druck bei Raumtemperatur hinzugefügt. Diese Vermengung kreiert ein Polycarbonat (PC), ein stabiles Plastik wie es für Trinkflaschen, Brillengläsern, CDs und DVDs sowie kratzsichere Hüllen für Smartphones. Um Polycarbonate herzustellen benötigt man normalerweise Erdöl.

Die ForscherInnen sind natürlich nicht die einzigen, die an biologisch abbaubarem Plastik arbeiten. Doch während, wie manche KritikerInnen erklären, oftmals Temperaturen von 50 Grad Celsius von Nöten sind, um den Abbauprozess in Gang zu bringen, ist dieses Plastik nicht auf hohe Temperaturen angewiesen.

Jetzt steht jedoch noch viel Arbeit an, damit das Plastik so haltbar (während des Gebrauchs) und kosteneffektiv wird, wie heutiges Plastik.


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#283 Pflanzliches Öl: Schuhsohlen aus Algen

ForscherInnen der University of California haben die weltweit ersten Flip-Flops vorgestellt, die mit Algenöl produziert werden. Jährlich werden 3 Milliarden Flip-Flops weltweit verkauft – mit dieser Entwicklung sollen diese in Zukunft Algenöl statt Erdöl enthalten.

ForscherInnen der University of California haben die weltweit ersten Flip-Flops vorgestellt, die mit Algenöl produziert werden. Durch diese Entwicklung sollen aktuell verwendete Sohlen (bei deren Entstehung Erdöl verwendet wird) verschwinden und damit auch die Gefahr gebannt werden, dass weiterhin die jährlich 3 Milliarden Stück, die weltweit verkauft werden, in Deponien, Flüssen und schließlich den Ozeanen landen. Gerade dort ist Polyurethan, der Hauptbestandteil von Schuhsohlen, einer der größten Schadstoffe.

Flip-Flops sind in Indien, China und Afrika die beliebtes Schuhbekleidung – deshalb dürfen die Algen-Flip-Flops kein sündhaft teuren Bio-Lösung werden. Das wissen auch die ForscherInnen: Mit dem Start der industriellen Herstellung solcher Flip-Flops soll ein Paar gerade einmal drei US-Dollar kosten.

Drei Professoren gründeten das Unternehmen Algenesis Materials, dort sind ausschließliche Studierende beschäftigt. Hier wird auch weitergeforscht: Aktuell sind diese Flip-Flops kompostierbar – in Zukunft möchte man aber auch versuchen, das Algenöl zurückzugewinnen (um aus alten, verschlissenen wieder neue Flip-Flops werden zu lassen).


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#227 Take-Away-Essen ohne Einwegmüll

Das Schweizer Unternehmen reCIRCLE möchte Mehrweggeschirr bei Mitnehm-Speisen etablieren. Mittels Pfandsystem und vielen teilnehmenden Lokalen und Restaurant soll so der Einwegmüll verringert werden.

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Das Logo von reCIRCLE

Wenn man sich ein Essen zum Mitnehmen bestellt, bekommt man das in Bechern, in einer Alu- oder Styroporbox oder in einem Karton. Das hält zwar (meist) die Speisen warm, landet dann aber sogleich im Müll. Das Schweizer Unternehmen reCIRCLE möchte dieser Tatsache mit der Einführung von Mehrwegverpackungen entgegentreten.

Wohlgemerkt: Es geht hier nicht um die Verhinderung von Müll – auch die Mehrwegverpackungen Rebox bestehen aus Kunststoff. Aber PBT (Polybutylenenterephtalat) kann mindestens 100 Mal wiederverwendet werden. Laut der Gründerin Jeannette Morath ist aber der 7. Nutzung die CO2-Bilanz vom Mehrweggeschirr besser als jene vom Einweggeschirr.

Eine Form der reBOX

Doch wie soll das funktionieren? Lokale bieten neben dem Einweggeschirr auch die Mehrwegverpackungen an – dafür zahlt man zwar 10 Franken Pfandgebühr, bekommt das aber bei geglückter Rückgabe natürlich auch wieder zurück. Zurückgeben kann man reBOX dann bei allen teilnehmenden Lokalen und Restaurants. In der Schweiz gibt es bislang 70 Restaurants, die meisten davon in Bern – auf einer Karte kann man sich die an reCIRCLE teilnehmenden Unternehmen ansehen. Und auch in Stuttgart, Deutschland hat reCIRCLE schon losgelegt.

Was reCIRCLE jetzt noch braucht, sind zahlreiche weitere teilnehmende Lokale. Erst dadurch wird es für die KundInnen einfacher, das Mehrweggeschirr zu verwenden – solange sie auch bereit sind, die recht hohe Pfandgebühr zu bezahlen. Wobei das wahrscheinlich auch dazu führt, dass man eher gewillt ist, das Geschirr auch wieder zurückzugeben.


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#201 „leaf republic“ macht aus Blättern Geschirr

Das deutsche Start-Up „leaf republic“ produziert aus Blättern Geschirr – und bietet damit 100 % abbaubare Alternativen zum tagtäglichen Einwegplastik.

Das Münchner Start-up „leaf republic“ hat zugegebenermaßen keine neue Idee: Im asiatischen Raum kennt man schon lange die Vorteile von Pflanzenblättern als Essensunterlage und Geschirr. Doch die Deutschen wollen die Arbeit mit Blättern weiterdenken und auch in Europa zeigen, was in ihren Fasern steckt: Das Produkt von „leaf republic“ ist eine mehrschichtige Naturschale aus Laubblättern, wasserfestem Laub-Papier und noch einer Schicht Laubblätter. Darin befinden sich, wie das Unternehmen betont, keine synthetischen Zusätze, keine Farbe, kein Kleber und außerdem musste kein Baum dafür gefällt werden. Und innerhalb von 28 Tagen ist dieser Schale auch schon wieder verschwunden – und damit vollkommen biologisch abgebaut.

Die Idee zum Produkt kam den GründerInnen von „leaf republic“ während einer Weltreise, wo sie selbst das Pflanzengeschirr in Aktion erlebten – und natürlich im Gedanken, den Plastikmüll zu verringern. Produziert wird in Deutschland, doch das Unternehmen steht aktuell noch vor einem Problem: Europäischem Laub fehlt es bislang an der Formstabilität und Biegsamkeit. Doch die ForscherInnen im Team suchen bereits nach einer Lösung. Solange importieren sie passendes Laub aus Indien.

So sieht die Produktpalette aus:

PULS, das junge Programm des Bayerischen Rundfunks, hat erst kürzlich über die Teller aus Laubblättern berichtet:


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#195 Refill Berlin: Für den Genuss des Leitungswassers

Eine neue Aktion in Berlin möchte den Plastikmüll verringern: Denn in der deutschen Bundeshauptstadt bieten Lokale und Geschäfte nun offiziell an, leere Flaschen mit Leitungswasser nachzufüllen.

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Teilnehmende Unternehmen werden mit diesem Sticker markiert.

Das Projekt „Refill Berlin“ hat ein Ziel: Der Gebrauch von Einwegflaschen aus Plastik soll reduziert werden. Daher bieten bislang zehn Orte (Lokale, Shops usw.) an, dass  leere Flaschen kostenlos und offiziell mit Leitungswasser nachfüllt werden.

Die Idee tauchte in Deutschland eigentlich erstmals in Hamburgauf und hat sich bislang in sieben deutsche Städte verbreitet. In Berlin beteiligen sich auch die Berliner Wasserbetriebe an dem Projekt: Dort können sich Unternehmen die blauen Aufkleber besorgen, die sie dann neben dem Eingang außen anbringen sollen.

„Wir wollen Trinkwasser aus der Leitung für alle Menschen zugänglich machen – auch unterwegs“, erklärt Lena Ganssmann von a tip: tap, einer Initiative, die sich für frei zugängliches Leitungswasser einsetzt. „So vermeiden wir den Müll der Plastikflaschen – und die beteiligten Geschäfte werben für sich als jemand, der Nachhaltigkeit unterstützt.“ (Pressemitteilung der Berliner Wasserbetriebe)

Der Verein „a tip: tap“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Leitungswasser wieder mehr Aufmerksamkeit zukommen zu lassen.


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#176 2 Milliarden Plastiktaschen weniger in Deutschland

In Deutschland wanderten im Jahr 2016 3,6 Milliarden Plastiktaschen über die Ladentheke. In Minus von rund 2 Milliarden gegenüber dem Vorjahr

Im Jahr 2015 verbrauchte der bzw. die Durschnittsdeutsche noch 68 Plastiktaschen pro Jahr. Ein Jahr später sind ist der Pro-Kopf-Verbrauch auf 45 Taschen pro Jahr gesunken. Laut aktuellen Zahlen der Gesellschaft für Verpackungsforschung sank der Verbrauch von 5,6 Milliarden Taschen pro Jahr auf 3,6 Milliarden – ein Rückgang von einem Drittel.

Die Gründe dafür sind vielfältig: Modeketten wie H&M oder C&A haben 2016 begonnen, Gebühren für die Einkaufstaschen zu verlangen – allein damit sank die Ausgabe von Taschen um 50 Prozent. Supermärkte wie Real, Penny, Lidl oder Rewe haben Plastiktaschen komplett aus ihren Geschäften verbannt. Insgesamt verlangen seit Juli 2016 über 350 Unternehmen Geld für jede ausgegebene Plastiktasche.

Eine Alternative, die Papiertaschen, sind zwar gut recyclebar, werden sie aber nur ein- oder zweimal genutzt, schneiden sie auch hier in der Ökobilanz schlecht ab. Ihr Herstellung verbraucht nämlich viel Wasser und Energie. (Wobei sie natürlich grundsätzlich viel ökologischer sind als ihre Plastikpendants.) Perfekt hingegen sind Stoffbeutel. Sie sind extra für eine häufige Nutzung ausgelegt und können einen über Monate oder gar Jahre hinweg begleiten.


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#170 Supermärkte testen Verpackungen aus Gras

Die Rewe-Gruppe testet seit Anfang Juni Obstschachteln aus Graspapier. Die Produktion dieser Verpackung ist energie- und wassersparender, chemiefrei und erzeugt weniger Treibhausgase als vergleichbare Alternativen.

Bei einem ganz normalen Einkauf kommt man mit nicht nur mit Lebensmitteln nach Hause – sondern auch mit einer Unmenge an Verpackungsmaterial, dass im Müll landet. Nach und nach öffnen auch einzelne „Unverpackt“-Läden: Dabei wird ganz bewusst auf unnötiges Verpackungsmaterial und vor allem Plastik verzichtet. Doch in großen Supermarktketten wie Spar, Rewe oder Edeka gibt es nur ein langsames Umdenken.

Doch nun startet ein kleiner Testlauf der Rewe-Gruppe (in Deutschland: Rewe und Penny; in Österreich: Merkur, Billa, Penny; in der Schweiz: seit 2011 nicht mehr aktiv). Seit Anfang Juni gibt es ihre Bio-Äpfel in Schachteln aus Graspapier.

Das Graspapier besteht zu 60 Prozent aus Holz und zu 40 Prozent aus sonnengetrocknetem Gras. Doch warum soll das besser sein als Karton?

Laut Rewe gibt es mehrere Vorteile:

  1. Gras ist ein Rohstoff, der sehr schnell nachwächst
  2. die Produktion von Graspellets ist wasser- und energiesparender als bei konventioneller Papierherstellung
  3. bei der Produktion entstehen deutlich weniger Treibhausgasse
  4. außerdem kommt dabei keine Chemie im Einsatz

„Insgesamt könnten so zukünftig bei 1 Million Verpackungseinheiten über eine halbe Tonne Treibhausgase (CO2-Äquivalente) im Vergleich zu bestehenden Apfelverpackungen (Trays) eingespart werden. Ebenso kann ca. 10 Prozent Energie eingespart werden.“ (rewe-group.com)


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#162 Schutz der Ozeane: UN-Konferenz bringt Selbstverpflichtung aller Mitgliedsstaaten

Alle 193 Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen haben sich bei der ersten Oceans Conference zusammengetan, um gemeinsam gegen die Verschmutzung und Überfischung vorzugehen.

Zum allerersten Mal trafen sich VertreterInnen der Vereinten Nationen zu einer Meereskonferenz. Nach fünf Tagen haben sich alle 193 Mitgliedsstaaten auf eine gemeinsame Vorgehensweise geeinigt. So wollen sie die Ozeane „konservieren und nachhaltig“ nutzen und gaben 1.300 Selbstverpflichtungen für Meeresschutzprojekte ab.

8.000 TeilnehmerInnen, darunter RegierungsvertreterInnen, Staatschefs und -chefinnen und MeeresexpertInnen, trafen sich von 5. bis 9. Juni 2017 im Sitz der Vereinten Nationen in New York. Herausgekommen ist ein „Call for Action“, mit 14 Punkten, an die sich alle Staaten halten sollten. Peter Thomson, der Präsident der Generalversammlung, spricht sogar davon, dass sich für alle Beteiligten die Beziehung zu den Ozeanen verändert habe. „Von jetzt an könne niemand mehr sagen, dass man „von dem Schaden, den die Menschheit den Ozeanen angetan hat, nichts wusste“ (dw.com).

Die Konferenz hat nun viele Absichterklärungen gebracht – jetzt müssen die Staaten diese auch in nationale Politik umsetzen und durchsetzen. In Europa hat die EU zugesichert, „Westafrika mit 15 Millionen Euro zu unterstützen, um vor Ort eine nachhaltige Fischerei aufzubauen. Für das Management bestehender Meeresschutzgebiete will Europa 60 Millionen Euro beisteuern, vorwiegend in Entwicklungsländern. In europäischen Gewässern soll die Meeresverschmutzung angegangen werden, dazu will Brüssel Reduktionsziele für den Meeresmüll vorgeben“ (sueddeutsche.de)

Kritik kommt von Umweltorganisationen: Einerseits begrüßen sie die Erklärung, sehen aber keinen Mechanismus, der überprüft, ob die einzelnen Staaten ihre Selbstverpflichtungen auch schaffen. Mit dem Seerechtsübereinkommen (SRÜ) von 1982 gibt es eigentlich schon einem umfassenden Rahmenvertrag der UN für zahlreiche Länder – durch die rapide fortschreitende Verschmutzung und Überfischung scheint nun etwas mehr Schwung in die ganze Sache zu kommen.

Asiatische Staaten versprechen Veränderung

China, Thailand, Indonesien und die Philippinen haben sich im Rahmen der Konferenz. Anfang 2016 wurde diese vier Länder (gemeinsam mit Vietnam) für mehr als die Hälfte des gesamten Plastikmülls in den Meeren verantwortlich gemacht. Laut Oceans Conservancy sollen sogar rund 60 Prozent des gesamten Plastikmülls, das pro Jahr im Meer landet, aus diesen fünf Staaten kommen.

Thailands Regierung hat eine 20-Jahres-Strategie entwickelt um das Problem zu bekämpfen. In Indonesien startet die Regierung ein Programm um Schulkinder zu bilden. Die Philippinen entwickeln neue Gesetze.


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