#363 Wadi – Ein UV-Messgerät für die Wiederaufbereitung von Trinkwasser

Das österreichische Start-up Helioz hat ein UV-Messgerät entwickelt, um sicherzustellen, dass wiederaufbereitetes Trinkwasser frei von schädlichen Bakterien und Protozoen (Mikrolebewesen) ist.

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Das österreichische Start-up Helioz hat ein UV-Messgerät entwickelt, um sicherzustellen, dass wiederaufbereitetes Trinkwasser frei von schädlichen Bakterien und Protozoen (Mikrolebewesen) ist. Es wird bereits tausendfach in Ländern eingesetzt – 2016 wurde Wadi es als eines von acht Verfahren von der Weltgesundheitsorganisation WHO als zuverlässig bestätigt.

Der Vorgang funktioniert nur mit der Sonne: Dabei legt man Wasser in durchsichtigen Plastikflaschen in die pralle Sonne. Die UV-Strahlung desinfiziert dabei mittels UV-Strahlung das kontaminierte Wasser. Wadi zeigt dann an, wenn es ungefährlich ist, das Wasser zu trinken. Ein Vorteil des Geräts ist es, dass es keine Batterien braucht und dadurch jahrelang eingesetzt werden kann.

Bereits 2016 waren es 10.000 Geräte weltweit: in Ländern wie den Philippinen, Kenia, Uganda, Äthiopien, Ghana, Mali und Indien.


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Bildquelle: von der Helioz-Website

#332 Kaffee als Antrieb für einen Londoner Bus

Durchschnittlich 2,3 Tassen Kaffee pro Person und Tag ergeben 200.000 Tonnen Abfall pro Jahr – und das alleine in London. Das britische Start-Up Bio Bean will daraus, gemeinsam mit dem Erdölkonzern Shell, einen Biodiesel entwickeln – nun startet das Pilotprojekt.

Durchschnittlich 2,3 Tassen Kaffee pro Person und Tag ergeben 200.000 Tonnen Abfall pro Jahr – und das alleine in London. Ein britisches Start-Up bio-bean will daraus, gemeinsam mit dem Erdölkonzern Shell, einen Biodiesel entwickeln – nun startet das Pilotprojekt.

Der Biodiesel namens B20, der zu 20 Prozent aus Kaffeeresten besteht, soll nun ein Jahr lang den Kraftstoff für einen  Londoner Bus bieten. Alternative Biokraftstoffe werden schon seit längerem in Londons Bussen getestet – um einerseits Emissionen, andererseits auch die Ausgaben zu senken. Doch im Gegensatz zu anderen Beimischungen handelt es sich bei Kaffeesatz um ein reines Abfallprodukt – eine Pflanze wird dafür nicht ausschließlich dafür angebaut, um dann zu Biodiesel zu werden.

bio-bean möchte in diesem Jahr 6.000 Liter des Kaffeeöls produzieren, welches gewöhnlichem Diesel beigemengt wird. Der Gründer Arthur Kay denkt übrigens bereits an Expansion: denn in Deutschland würden rund 61 Milliarden Tassen Kaffee pro Jahr getrunken.


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Bildquelle: Bild von Shell

#214 Wiener Start-Up reißt für Menschen mit Behinderung auf Konzerten Barrieren ein

Das Start-Up „Full Access“ ist Anlaufstelle für Menschen mit Musikbegeisterung und Behinderung. Sie möchten jedem Menschen einen Konzertbesuch organisatorisch ermöglichen und damit vorhandene Barrieren überwinden oder gleich ganz einzureißen.

Martina Gollner und Christina Riedler kennen sich bereits seit der Schule – und im Mai 2016 wurden sie schließlich zu Gründerinnen. Ihr gemeinsam gegründete Start-Up nennt sich Full Access und ist Anlaufstelle für Menschen mit Musikbegeisterung und Behinderung. Sie möchten jedem Menschen einen Konzertbesuch organisatorisch ermöglichen und vorhandene Barrieren überwinden oder gleich ganz einzureißen.

Für Gollner, die selber hochgradig sehbehindert ist, war es lange Zeit nicht möglich, große Konzerte zu besuchen. Riedler hat sie schließlich irgendwann zu einem Konzert von Bad Religion begleitet und so wurden die Freundinnen regelmäßige gemeinsame Konzertgeherinnen und erkannten dabei auch noch eine auszufüllende Nische. Die Idee entstand aber auf einem Iron-Maiden-Konzert in Knebworth (England), als ein junger Mann auf einer Krankenliege teilnahm. Er konnte sich nicht bewegen, wurde künstlich ernährt und war in Begleitung von zwei Pflegern. „Da dachte ich mir: Wenn dieser Mensch auf einer Krankenliege so etwas erleben kann, weil es ihm so wichtig ist, müssen wir was tun, damit auch jeder diese Chance hat“, erzählt Riedler im Gespräch mit der Journalistin Conny Sellner auf meinbezirk.at.

Ihre Zielgruppe sind Menschen mit Behinderung, chronischen und psychischen Erkrankungen oder Lernschwierigkeiten. Und im Interview erklären sie auch ihren umfangreichen Aufgabenbereich:

Wir organisieren Tickets für Events, kümmern uns um Begleitpersonen und klären mit dem Veranstalter ab, wie die Location auch für behinderte Menschen ausgestattet ist. Wir beraten auch Veranstalter selbst, um mehr Verständnis für behinderte Fans aufzubauen. (Claudia Riedler, meinbezirk.at)

Für die beiden Gründerinnen ist es wichtig, dass FullAccess als Start-Up und nicht als Verein verstanden wird. Die KundInnen nehmen eine Dienstleistung in Anspruch, zahlen dafür – und genau das ist ein wichtiger Punkt.

In naher Zukunft soll mit Aeon Tickets der ersten Ticketshop weltweit starten, der sich explizit auf die Bedürfnisse von Menschen mit allen Behinderungen spezialisiert.


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Bildquelle: Pressefoto von Full Access

#205 „Never Eat Alone“ – Die App für die Mittagspause

Die App „Never Eat Alone“ soll es vereinfachen, dass man in großen Unternehmen auch außerhalb der eigenen Abteilung neue KollegInnen trifft und dabei auch die eigene Expertise teilen kann.

„Never Eat Alone“ ist eine App, die große Unternehmen in ihr firmeninternes Ökosystem einbinden können – und damit eine große Veränderung herbeiführen: Denn ähnlich einer Partnerbörse sucht man hier nach Menschen aus anderen Abteilungen mit ähnlichen Interessen oder besonderen Expertisen, um sich beim Mittagessen austauschen zu können.

Die Idee zur App kam die Deutsche Maria Schneegans, 23 Jahre alt und bereits Unternehmerin eines Millionenunternehmens, als sie selber für drei Monate ein Praktikum bei der Schweizer Großbank UBS machte. Weil es schwierig war, am Anfang Anschluss und MittagspartnerInnen zu finden, begann sie einfach, an Türen zu klopfen und um Begleitung zum Mittagessen zu fragen. Am Ende ging sie sogar manchmal mit dem Vorstandsvoritzenden essen – und überraschte damit zahlreiche langjährige MitarbeiterInnen.

Daraus entstand die Idee, mittels firmeninterner App das Kennenlernen, Einladen und das Über-die-Wände-der-eigenen-Abteilung-Schauen zu erleichtern. Umgesetzt hat sie ihre Idee dann mit Paul Dupuy, einem Freund, der bereits als leitender Angestellter bei einem App-Start-Up gearbeitet hat. JedeR MitarbeiterIn füllt dabei ein Profil aus und gibt darin die eigenen Themenexpertise an sowie jene Themen, über die man persönlich mehr erfahren möchte. Bereits nach 16 Monaten zählt Schneegans bereits 60 Kunden für ihre App: darunter L’Oreal in New York, Allianz in Deutschland oder die LLoyd’s Bank im Vereinigten Königreich.

Das Unternehmen startet nun ein offizielle Studie um herauszufinden, ob es einen Zusammenhang zwischen gemeinsamen Mittagspausen und der Unternehmensproduktivität gibt. „Never Eat Alone“ entwickelt sich übrigens auch weiter: die Workwell-Plattform soll sich darum kümmern, dass das Firmenintranet weniger nervt.


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#203 Betrieb von neuartiger Wasserturbine auch bei geringer Fallhöhe wirtschaftlich

Ein Grazer Start-Up hat eine neuartige Wasserturbine entwickelt, welche auch bei geringen Fallhöhen wirtschaftlich genutzt werden kann. Ziel ist es, die Energieerzeugung durch Wasserkraft dadurch weiter zu forcieren.

Doro Turbine nennt sich das Anfang dieses Jahres gegründete Grazer Start-Up, dass sich das Ziel gesetzt hat, die Erzeugung von Strom durch Wasserkraft nicht nur in großem Ausmaß, sondern auch im kleinen zu ermöglichen.

Der 27-jährige Maschinenbauer Stefan Strein hat die Turbine konzipiert und arbeitet aktuell an einem einsatzfähigen Prototypen. Das Besondere daran ist, dass es auch bereits bei kleinen Fallhöhen von 0,7 bis drei Meter möglich ist, die Turbinen wirtschaftlich zu nutzen. Bislang war es so, dass Wasserkraftpotential im Fallhöhenbereich bis 3 Meter nur unwirtschaftlich genutzt werden konnten.

Fallhöhe

bezeichnet im Wasserbau die Differenz zwischen Ober- und Unterwasser einer Fallstufe, im Einzelnen zum Beispiel eines Wehres, einer Schleuse oder eines Wasserkraftwerkes. (Quelle: de.wikipedia.org)

Auf der Website des Start-Ups wird die Funktionsweise der kleinen Turbine erklärt:

Die Schaufeln der doro turbine bewegen sich unabhängig zur Nabe und tauchen geführt ins Oberwasser ein. Dies ermöglicht weitaus höhere Wirkungsgrade und Durchflussmengen als bei herkömmlichen Schaufelturbinen. (Quelle: doro-turbine.com)

Eine solche Turbine soll bis zu 800 Haushalte versorgen. Die Kraftwerkgesamtleistung liegt zwischen 20 und 500 Kilowatt. Im Gegensatz zu konventioneller Stromerzeugung soll das 2.200 Tonnen CO2 pro Jahr einsparen. Zusätzlich betont das Unternehmen, dass die Turbine fisch- und sedimentdurchgängig ist.


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#202 Die Möglichkeit eines Bankkontos für Flüchtlinge

Das Start-Up Taqanu möchte Flüchtlingen ermöglichen, auch ohne staatliche Ausweispapiere ein Bankkonto zu eröffnen. Die Identifikation soll stattdessen mit dem digitalen Fingerabdruck funktionieren.

Die Integration von geflüchteten Menschen ist ein (gesellschafts-)politisches Dauerthema. Für Balázs Némethi scheitert die Eingliederung in die Gesellschaft bereits häufig daran, dass viele von ihnen kein Bankkonto besitzen. Das will er mit seinem Start-up Taqanu verändern.

Konto ohne Ausweis?

Das Problem für Flüchtlinge ist häufig, dass sie ohne staatliche Ausweispapiere ankommen. Für Banken normalerweise eine Voraussetzung, um überhaupt erst einmal ein Konto zu eröffnen. Némethi will seine potentiellen „Kunden“ anders identifizieren – mit ihren persönlichen digitalen Fingerabdruck:

Es ist problemlos möglich, jemanden anhand seines Onlineverhaltens zu identifizieren. Egal ob Kontakte, Suchanfragen, Profile in sozialen Netzwerken, das Tipp- und Wischverhalten auf dem Smartphone: Wenn man nur einen Bruchteil der verfügbaren Daten zusammenträgt, ergibt sich ein Profil, das so einzigartig wie ein Fingerabdruck ist. (Balázs Némethi im enorm Magazin)

Némethi betont, dass sie diese Daten nur zur Analyse nutzen, sie bleiben dabei immer im Besitz des/der jeweiligen Nutzers/Nutzerin und dieseR entscheidet auch, worauf Taqanu Zugriff bekommt.

In Zukunft soll diese Technik auch für weitere Bereiche geöffnet werden. So ist es vorstellbar, auch in Krankenhäusern, bei Mobilfunkanbietern oder im Online-Shopping diese Form der Identitätsfeststellung einzusetzen. Doch ob es überhaupt umgesetzt werden kann, ist fraglich: Je nachdem, ob die deutsche Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (kurz: BaFin) es zulässt – oder eben nicht.

Némethi sieht darin eine Möglichkeit, die Integration voranzutreiben:

Wenn wir es schaffen, diesen Menschen einen Zugang zum Finanzmarkt zu geben, kommt der Stein ins Rollen: Ist der einmal da, können die Flüchtlinge auch Verträge unterschreiben, Arbeit suchen – sich kurz gesagt eine Identität aufbauen und sich integrieren. (enorm Magazin)


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#201 „leaf republic“ macht aus Blättern Geschirr

Das deutsche Start-Up „leaf republic“ produziert aus Blättern Geschirr – und bietet damit 100 % abbaubare Alternativen zum tagtäglichen Einwegplastik.

Das Münchner Start-up „leaf republic“ hat zugegebenermaßen keine neue Idee: Im asiatischen Raum kennt man schon lange die Vorteile von Pflanzenblättern als Essensunterlage und Geschirr. Doch die Deutschen wollen die Arbeit mit Blättern weiterdenken und auch in Europa zeigen, was in ihren Fasern steckt: Das Produkt von „leaf republic“ ist eine mehrschichtige Naturschale aus Laubblättern, wasserfestem Laub-Papier und noch einer Schicht Laubblätter. Darin befinden sich, wie das Unternehmen betont, keine synthetischen Zusätze, keine Farbe, kein Kleber und außerdem musste kein Baum dafür gefällt werden. Und innerhalb von 28 Tagen ist dieser Schale auch schon wieder verschwunden – und damit vollkommen biologisch abgebaut.

Die Idee zum Produkt kam den GründerInnen von „leaf republic“ während einer Weltreise, wo sie selbst das Pflanzengeschirr in Aktion erlebten – und natürlich im Gedanken, den Plastikmüll zu verringern. Produziert wird in Deutschland, doch das Unternehmen steht aktuell noch vor einem Problem: Europäischem Laub fehlt es bislang an der Formstabilität und Biegsamkeit. Doch die ForscherInnen im Team suchen bereits nach einer Lösung. Solange importieren sie passendes Laub aus Indien.

So sieht die Produktpalette aus:

PULS, das junge Programm des Bayerischen Rundfunks, hat erst kürzlich über die Teller aus Laubblättern berichtet:


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Bildquelle: CC0 Public DomainPexelsPixabay

#198 Aufforstung durch Drohnen

Das britisches Startup BioCarbon Engineering möchte in naher Zukunft mittels Drohnen rund 1 Milliarde Bäume pro Jahr pflanzen. Dies soll vor allem in Gebieten passieren, die bislang nur sehr schwer für Menschen zu bewirtschaften waren.

Das britische Start-Up BioCarbon Engineering möchte etwas gegen die weltweite Abholzung machen – und mithilfe von Drohnen eine Milliarde Bäume pro Jahr pflanzen. Noch dazu an Gebiete, die für Menschen relativ schwer zu bewirtschaften sind.

Der Journalist Vincent Halang hat in seinem Artikel im enorm Magazin erklärt, wie das in Zukunft funktionieren soll:

Vereinfacht läuft das so ab: Eine Drohne kartografiert ein vorher per Satellit ausgewähltes Gebiet und misst bestimmte Faktoren wie Biodiversität und Topografie. Aus diesen Daten bestimmt ein Computer, wo sich am besten bestimmte Bäume pflanzen lassen. Eine zweite Drohne wirft die Samen in speziellen Kapseln, die das Wachstum beschleunigen und sicherstellen sollen, auf diese Stellen dann ab. (enorm-magazin.de)

Die Pflanzdrohne kann bis zu 150 Bäume ansetzen, bevor sie zurück zur Basis muss, um sich neue Samen abzuholen. Trotzdem soll diese Technik zehn Mal schneller sein als das Pflanzen per Hand und nur 20 Prozent der Kosten verursachen. Pro Sekunde soll ein Samen gesetzt werden können – bei zwei gleichzeitig agierenden Drohnenpaaren kommt man (mit der ständigen Aufnahme von neuen Samen) auf rund 100.000 Bäume pro Tag – bei 60 Drohnenteams kommt man dabei auf eine Milliarde Bäume pro Jahr.

Aktuell werden jährlich 15 Milliarden Bäume gefällt – und 9 Milliarden neu angesetzt. Das bedeutet einen Rückgang von sechs Milliarden Bäumen. Hier kann BioCarbon Engineering den vollen Rückgang nicht wett machen, aber doch einen bedeutenden Anteil an der Verringerung beisteuern.


Weiterführende Links und Quellen:

Bildquelle: CC0 Public Domain, abdulmominyottabdPixabay