#137 Die Rückkehr der Wölfe nach Dänemark

Im Jahr 1813 wurde der letzte Wolf in Dänemark getötet worden. Nach über 100 Jahren wurde nun das erste Rudel (mit Weibchen) gesichtet – mit der Hoffnung auf Nachwuchs in diesem oder kommenden Jahr.

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Zum ersten Mal seit über 200 Jahren wurde in Dänemark nun ein ganzes Wolfsrudel in freier Wildbahn gesichtet. (Männliche) Wölfe traten bereits 2012 erstmals in Erscheinung, doch in diesem Jahr wurde erstmals offiziell auch eine Wölfin als Teil eines Rudels erkannt. Sie hatte eine 500 Kilometer lange Wanderung von Deutschland nach Dänemark hinter sich.

Durch die Ankunft einer Wölfin rechnet Peter Sunde, ein Forscher an der Aarhus University, dass es noch in diesem Jahr bzw. im kommenden Jahr wieder dänischen Wolfnachwuchs geben wird. Es gibt aber auch Menschen, die schätzen, dass es sich hier nicht um die erste Wölfin handelt, sondern bereits 4 Wölfinnen am dänischen Festland aufhalten.

104 Jahre ist es her, dass der letzte Wolf in Dänemark im Jahr 1813 getötet wurde. Die Frage bleibt natürlich, wie es die menschliche Bevölkerung diesmal schafft, die Wölfe zu akzeptieren:

As long as we don’t disturb them, they will be fine in these human-dominated landscapes. In Denmark there’s no reason wolves can’t thrive. But the question has to be asked, are people going to accept the wolves? (Guillaume Chapron, Forscher  ab der Swedish University of Agricultural Sciences, theguardian.com)

Die dänische Regierung hat bereits einen „wolf management plan“ entwickelt, welche Kompensationszahlungen für gerissene Schafe an dänische Bauern vorsieht und Förderungen für wolfsichere Zäune ausgibt.

In Kontinentaleuropa (ohne Russland, Ukraine und Weißrussland) soll es mehr als 12.000 Wölfe geben – und sie tauchen auch mit ihrem lateinischen Namen (Canis lupus) in der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (Langform: Richtlinie 92/43/EWG des Rates vom 21. Mai 1992 zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen) der Europäischen Union  auf. Unter anderem im Anhang IV namens „Streng zu schützende Tier- und Pflanzenarten von gemeinschaftlichen Interesse“.

Die deutsche Wolfpopulation wächst aktuell um 25-30 % pro Jahr – in Deutschland haben sich 1998 Wölfe wieder etabliert. Von dort aus machen sich viele junge Wölfe in die umliegenden Länder auf – und legen dabei teilweise 1.000 Kilometer zurück.


Weiterführende Links und Quellen:

Bildquelle: CC0 Public Domain, tpsdave, Pixabay

#64 Simbabwe verbietet körperliche Gewalt an Kindern

Der Oberste Gerichtshof von Simbabwe verbietet körperliche Gewalt an Kindern, nachdem Eltern sich mit Kinderrechtsorganisationen zusammengeschlossen haben, um gegen körperliche Bestrafung in Schulen vorzugehen.

Das ostafrikanische Land Simbabwe wird das nächste Land sein, welches körperliche Gewalt an Kindern in der Schule und Zuhause unter Strafe stellt. Der Oberste Gerichtshof des Landes entschied sich für den Verbot, nachdem Eltern sich aufgrund der Gewalt von LehrerInnen an SchülerInnen  mit Kinderrechtsorganisationen zusammentaten und damit bis zum Obersten Gerichtshof gelangten. Nun muss nur noch der Verfassungsgerichtshof dem Verbot zustimmen.

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Durch Klick auf die Landkarte landest du auf einer interaktiven Weltkarte, die den Fortschritt des weltweiten Verbots zeigt

Grundsätzlich ist ein Verbot von körperlicher Gewalt gegen Kinder bereits in der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen niedergeschrieben – diese Konvention wurde von der UN-Generalversammlung  im November 1989, also vor über 27 Jahren verabschiedet. Bislang haben 52 Staaten der Welt jede Form körperlicher Gewalt gegen Kinder verboten (Simbabwe wäre Staat Nr. 53). Zumindest 54 weitere Staaten haben sich verpflichtet, an einem vollen Verbot zu arbeiten.

In Österreich ist körperliche Gewalt gegen Kinder seit 1989 verboten, in Deutschland seit 2000. In der Schweiz ist körperliche Bestrafung zuhause und in der alternativen Betreuung erlaubt. Österreich ist übrigens nach Schweden (1979), Finnland (1983) und Norwegen (1987) das vierte Land weltweit, welches ein solches umfassendes Verbot hatte. Seit 2011 gibt es zudem ein verfassungsgesetzlich geschütztes Recht jedes Kindes auf eine gewaltfreie Kindheit.

Wer sich die interaktive Landkarte (siehe Abbildung rechts) ansieht, wird überrascht sein: Südamerika ist hier Nordamerika weit voraus – aber auch in Europa gibt es Staaten (Vereinigtes Königreich, Frankreich, Luxemburg, Schweiz, Italien, Tschechien, Kosovo und Weißrussland), welche in manchen Bereichen bislang noch keinen Verbot vorweisen können – sich die Regierungen aber auch nicht zu einem baldigen vollen Verbot verpflichtet haben.


Weiterführende Links und Quellen:

Bildquelle: CC0 Public Domain, Alexas_Fotos, Pixabay