#363 Wadi – Ein UV-Messgerät für die Wiederaufbereitung von Trinkwasser

Das österreichische Start-up Helioz hat ein UV-Messgerät entwickelt, um sicherzustellen, dass wiederaufbereitetes Trinkwasser frei von schädlichen Bakterien und Protozoen (Mikrolebewesen) ist.

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Das österreichische Start-up Helioz hat ein UV-Messgerät entwickelt, um sicherzustellen, dass wiederaufbereitetes Trinkwasser frei von schädlichen Bakterien und Protozoen (Mikrolebewesen) ist. Es wird bereits tausendfach in Ländern eingesetzt – 2016 wurde Wadi es als eines von acht Verfahren von der Weltgesundheitsorganisation WHO als zuverlässig bestätigt.

Der Vorgang funktioniert nur mit der Sonne: Dabei legt man Wasser in durchsichtigen Plastikflaschen in die pralle Sonne. Die UV-Strahlung desinfiziert dabei mittels UV-Strahlung das kontaminierte Wasser. Wadi zeigt dann an, wenn es ungefährlich ist, das Wasser zu trinken. Ein Vorteil des Geräts ist es, dass es keine Batterien braucht und dadurch jahrelang eingesetzt werden kann.

Bereits 2016 waren es 10.000 Geräte weltweit: in Ländern wie den Philippinen, Kenia, Uganda, Äthiopien, Ghana, Mali und Indien.


Weiterführende Links und Quellen:

Bildquelle: von der Helioz-Website

#361 Dracontiasis fast völlig ausgerottet

Anfang der 80er Jahren erkrankten schätzungsweise 3,5 Millionen Menschen pro Jahr an Dracontiasis, einer Infektion mit dem Guineawurm (oder Medinawurm). 2007 waren es noch fast 10.000 – im Jahr 2016 registrierte die Weltgesundheitsorganisation WHO nur 25 Fälle in drei Ländern.

Anfang der 80er Jahren erkrankten schätzungsweise 3,5 Millionen Menschen pro Jahr an Dracontiasis, einer Infektion mit dem Guineawurm (oder Medinawurm). 2007 waren es noch fast 10.000 – im Jahr 2016 registrierte die Weltgesundheitsorganisation WHO nur 25 Fälle in drei Ländern.

Bei dieser Krankheit nistet sich der Parasit, welcher äußerst langlebig ist und bis zu einem Meter lang werden kann über viele Jahre im Organismus eines Wirten ein – die Folge sind Entzündungen, Geschwüre und Fieberschübe. Eine Heilung gegen diese Infektion gibt es nicht – daher hat sich die WHO Aufklärung über die Infektionswege betrieben. Besonders wichtig war dabei auch: der Zugang zu sauberem Wasser.

Die 25 Fälle passierten in drei Ländern: dem Tschad, Äthiopien und dem Südsudan.


Weiterführende Links und Quellen:

Bildquelle: CC0 Public Domain, 3345408Pixabay

#305 Weltweiter Kampf gegen Hepatitis zeigt Erfolge

in den vergangenen zwei Jahren haben auf der ganzen Welt rund 3 Millionen Menschen Zugang zu Medikamenten gegen Hepatitis C bekommen, weitere 2,8 Millionen Menschen wurden 2016 gegen Hepatitis B behandelt. Ziel ist es immer noch, bis 2030 die Viruserkrankung weitestgehend zu eliminieren.

Die Weltgesundheitsorganisation (kurz: WHO) verkündete anlässlich des Welt-Hepatitis-Gipfels in São Paulo aktuelle Zahlen: in den vergangenen zwei Jahren haben auf der ganzen Welt rund 3 Millionen Menschen Zugang zu Medikamenten gegen Hepatitis C bekommen, weitere 2,8 Millionen Menschen wurden 2016 gegen Hepatitis B behandelt. Ziel ist es immer noch, bis 2030 die Viruserkrankung weitestgehend zu eliminieren.

Der für Hepatitis C verantwortliche Virus ist nur wenige Nanometer groß. Er greift die Leberzellen an und diese geschwächten Zellen werden in weiterer Folge zusätzlich vom Immunsystem angegriffen. Die Zellen gehen kaputt und im schlimmsten Fall kann die Leber versagen – und mit ihr noch weitere Organe. Mit dem 2013 zugelassenen Medikament „Sofosbuvir“ heilt 90 bis 95 Prozent der Erkrankten – kostet aber z.B. in den USA 1.000 Dollar pro Tablette. Weltweit sind ca. 170 Millionen Menschen mit dem Hepatitis C-Virus infiziert, 350.000 sterben jährlich an den Folgen. Die Schätzungen von Erkrankungen in Deutschland liegen bei 300.000, in Österreich und der Schweiz je bei 40.000.

An allen Formen von Hepatitis (virale Hepatitis und Hepatitis A, B, C, D und E) sind weltweit rund 325 Millionen erkrankt, 1,3 Millionen sterben. Charles Gore, Präsident der Welt-Hepatitis-Allianz fordert deshalb deutlich stärkere finanzielle Anstrengungen der Länder.


Weiterführende Links und Quellen:

Bildquelle: CC0 Public DomainjrvalverdePixabay

#298 Mögliche Lösung zur Bekämpfung von Antibiotikaresistenz

Antibiotikaresistenz (also wenn Bakterien beginnen, auf bestimmte Antibiotika nicht mehr reagieren) wird ein immer größeres Problem. Deshalb bekommt eine alte Therapie neuen Aufschwung: Bakteriophagen sind Viren, die darauf programmiert sind, Bakterien zu töten.

Antibiotikaresistenz ist ein immer weiter wachsendes Problem: Mehr und mehr Bakterien beginnen auf bestimmte Antibiotika nicht mehr zu reagieren. Im Jahr 2014 zählte man rund 700.000 Todesfälle durch Antibiotikaresistenz, bis 2050 könnte diese Zahl weltweit auf 10 Millionen steigen. (Zum Vergleich: weltweit starben 8,2 Millionen Menschen an Krebs.)

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SZ. (n.d.). Häufigste Todesursachen weltweit im Jahr 2014 (in Millionen). In Statista – Das Statistik-Portal. Zugriff am 25. Oktober 2017.

Doch nun könnte eine neue Methode eine Änderung herbeiführen: Mittels bakterientötender Viren, sogenannten Bakteriophagen (kurz: Phagen) können Menschen mit bakterieller Infektion behandelt werden. Entdeckt wurden sie bereits in den frühen 1900er Jahren. Die Viren sind einzig darauf programmiert, Bakterien zu töten – dadurch stellen sie keine große Bedrohung für den menschlichen Körper dar (dazu müssen natürlich die richtigen Viren zur Anwendung gebracht werden).

Pharmaunternehmen haben aufgehört, neue Antibiotika zu entwickeln – und jene, die dies noch tun, scheitern oftmals an der Zulassung. In der Phagenforschung gebe es hingegen Fortschritte: Während sie in Osteuropa und den Ländern der ehemaligen Sowjetunion bereits eingesetzt wird, braucht es in den USA und Europa noch weitere Studien. AmpliPhi Bioscences, eine kleine Pharmafirma plant, in der zweiten Jahreshälfte 2018 mit einer groß angelegten Phase 2-Studie durchzuführen. Mehrere Phase 1-Studien gibt es bereits aus Australien, die als Grundlage für die weitere Forschung sind. (Zum Nachlesen: Die 4 Phasen der klinischen Arzneimittelprüfungen)

 „There is an urgent need for more investment in research and development for antibiotic-resistant infections including TB, otherwise we will be forced back to a time when people feared common infections and risked their lives from minor surgery.“ (WHO-Generaldirektor Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus, who.int)


Weiterführende Links und Quellen:

Bildquelle: By Dr Graham Beardsen:Image:Phage.jpg, CC BY-SA 3.0, Link

#218 Masernfälle durch weltweite Impfabdeckung minimiert

Die Impfabdeckung ist zwischen 1980 und 2015 von 17 % auf 85 % angewachsen. Allein zwischen 2000 und 2015 sollen dadurch rund 20,3 Millionen Todesfälle verhindert worden sein.

Im Jahr 1980 waren erst 17 % der Weltbevölkerung gegen Masern geimpft  – damals zählte man noch 944,6 Fälle pro einer Million Einwohner. Fünfundzwanzig Jahre später, im Jahr 2015, liegt die Impfabdeckung bei 85 % (übrigens ebenso 2016). Und statt 944,6 Fällen zählt man aktuell nur mehr 28,45 Fälle pro einer Million.

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Abbildung 1: Auf der Y-Achse (senkrecht) sieht man die Masernfälle pro 1.000.000 Menschen, auf der X-Achse die Masern-Impfabdeckung. (Quelle: Our World in Data, CC BY SA 4.0)

1980 schätzte man weltweit 2,6 Millionen Tote durch Masern pro Jahr. Die Krankheit bleibt eine der führenden Todesursachen bei jungen Kindern weltweit, trotz der Verfügbarkeit eines sicheren und wirksamen Impfstoffs – 2000 waren es noch 641.600, 2015 schließlich noch 134.200 Menschen – zumeist Kinder unter 5 Jahren. Und doch bedeutet das, dass allein zwischen 2000 und 2015 durch Impfungen die Todesfälle durch Masern um 79 Prozent gesenkt werden konnten. Die Weltgesundheitsorganisation WHO geht davon aus, dass der Impfstoff seit 2000 geschätzte 20,3 Millionen Todesfälle verhindern konnte.

Auf der Landkarte (auf Basis der Zahlen der WHO und UNICEF) ist erkennbar, dass gerade Entwicklungsländer noch Aufholbedarf haben: Doch es ist schon beeindruckend, wie es sich in vielen Länder in Afrika, Asien und Südamerika bereits entwickelt hat. Ebenso ein Mitgrund sind die zum Teil schrumpfenden Impfzahlen durch sogenannte Impfgegner – sie gefährden dabei nicht nur ihr eigenes Kind, sondern auch noch nicht geimpfte, fremde Kleinkinder.

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Abbildung 2: Die Masern-Immunisierung durch Impfungen (Prozentzahl der Kinder zwischen 12 -23 Monaten) (Quelle: WHO & UNICEF)

Weiterführende Links und Quellen:

Bildquelle: CC BY (2.0), dirkvorderstrasse, „Impfen“, Flickr

#194 Möglicher Impfschutz gegen Gonorrhö

Vor wenigen Tagen warnte die Weltgesundheitsorganisation noch davor, dass die Geschlechtskrankheit Gonorrhö (Tripper) eventuell bald nicht mehr mit Antibiotika behandelt werden kann. Doch nun haben ForscherInnen der University of Auckland eine Studie publiziert, die Hoffnung auf einen baldigen Impfstoff macht.

Erst vor kurzem hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) davor gewarnt, dass sich die Geschlechtskrankheit Gonorrhö (heutzutage oftmals als „Tripper“ bezeichnet) immer weiter entwickelt und es dazu kommen könnte, dass kein bestehendes Antibiotika mehr zur Behandlung eingesetzt werden kann. Nur hat eine Forschungsgruppe der University of Auckland (Neuseeland) jedoch eine Studie veröffentlicht, die Hoffnung auf einen Impfschutz gegen die Krankheit macht.

Dafür untersuchte das Team um Helen Petousis-Harris die Daten von 14.000 Menschen, welche in Neuseeland im Zeitraum zwischen 2004 und 2006 gegen Meningitis-B-Epidemie geimpft wurden. Unter den Geimpften erkannten sie 31 Prozent weniger Gonorrhö-Fälle als bei nicht-geimpften Menschen. Nach Angaben der Forschungsgruppe schützt ein alter Impfstoff gegen der Hirnhautentzündung auch vor jenem Bakterium das Gonorrhö auslöst.

Gonorrhö (Tripper) zählt zu den häufigsten Geschlechtskrankheiten: Jährlich erkranken laut WHO 78 Millionen Menschen weltweit. Die bakterielle Infektion wird durch ungeschützten Sex übertragen und kann zu Harnwegsentzündungen oder Unfruchtbarkeit führen.


Weiterführende Links und Quellen:

Bildquelle: CC0 Public DomainDarkoStojanovicPixabay

#187 Zika-Virus: Brasilien hebt Notstand auf

Nach 18 Monaten hebt Brasilien den nationalen Notstand aufgrund des Zika-Virus auf – die Zahl der Infektionen sank im Vergleich zum Vorjahr um rund 95 Prozent.

Im Zeitraum von Jänner bis Mitte April 2017 zählte das brasilianische Gesundheitsministerium 7.911 neue Zika-Infektionen. Im gleichen Zeitraum ein Jahr zuvor waren es hingegen noch mehr als 170.000 Fälle. Das bedeutet eine Verringerung um rund 95 Prozent. Grund genug, den nationalen Notstand nach 18 Monaten für beendet zu erklären.

Infektion durch Stechmücke

Sowohl Zika, das Denguefieber als auch das Chikungunya-Fieber werden durch die Stechmücke Aedes aegypti übertragen.

Nachgelesen: Zika-Virus

Der Virus wird durch Stechmücken übertragen. Der Infektionsverlauf beim Menschen verläuft normalerweise relativ glimpflich, bislang sind keinerlei Tote durch den Virus nachgewiesen. Für Schwangere jedoch ist die Infektion eine große Gefahr: Föten von infizierten Schwangeren wurden mit Mikrozephalie (also eine Fehlbildung, bei der der Kopf eine deutliche geringer Größe hat) geboren, manche sterben bereits kurz nach der Geburt.

Erklärung für Rückgang

Die Forschung kam zur Erkenntnis, dass die Tastsache, dass einmal Infizierte sich nicht erneut infizieren können, zu diesem rasanten Rückgang geführt haben. Man schätzt, dass sich zwischen 2015 und 2016 über eine Million Menschen in Brasilien mit diesem Virus infiziert haben.

Auch die Zahl der Neugeborenen mit Mikrozephalie ist im Vergleichszeitraum gefallen. Ein grundsätzliches Aufatmen wäre aber deutlich zu früh. Die Weltgesundheitsorganisation warnt davor, dass Zika „here to stay“ sei. Der Kampf gegen weitere Infektionen muss weiter gehen: „Zwar wurden weltweit Gelder in Millionenhöhe für die Intensivierung der Forschung bereitgestellt, aber viele Rätsel rund um Zika sind noch ungelöst.“ (zeit.de). Ein experimenteller Impfstoff hat ja, wie berichtet, bei frühen Tests positive Ergebnisse geliefert.


Weiterführende Links und Quellen:

Weitere 365guteDinge-Beiträge zu #zika:

Bildquelle: CC0 Public DomainMyriams_FotosPixabay

Änderung 8. Mai 2017, 19:36 Uhr: Der Artikel zeigte die falschen weiterführenden Quellen – die richtigen Quellen wurden nun eingebunden.

#117 Mexiko eliminiert Infektionskrankheit, die Blindheit verursacht

Mexiko ist nach dem Oman und Marokko das dritte Land, welches die bakterielle Infektionskrankheit Trachom eliminiert hat. Der 2004 eingeleitete Plan mit Fokus auf Sauberkeit, Antibiotika, Umweltverbesserung und Chirurgie für Menschen mit fortgeschrittener Erkrankung gelang, wie die Weltgesundheitsorganisation verkündete.

Die Pan American Health Organization (PAHO) und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) verkündeten Anfang der Woche, dass die Infektionskrankheit Trachom in Mexiko als öffentliches Gesundheitsproblem beseitigt werden konnte. Die Krankheit ist eine bakterielle Entzündung des Auges mit „Chlamydia trachomatis (Serotyp A bis C) und führt zu wiederholten Infektionen. Diese führen dann zur Narbenbildung und schließlich auch zum Verlust des Sehvermögens.

Trachom betrifft vor allem arme und isolierte Populationen in 41 Ländern. Am amerikanischen Kontinent ist die Krankheit in Brasilien, Guatemala und Kolumbien noch weit verbreitet. In Mexiko waren 146.000 Menschen davon betroffen – im Jahr 2004 startete das Land bzw. das mexikanische Gesundheitsministerium schließlich ein „Trachom-Präventations- und Kontrollprogramm“ inklusive einer WHO SAFE-Strategie. Hierbei wurde der Fokus auf Sauberkeit, Antibiotika, Umweltverbesserung und auch Chirurgie für Menschen mit fortgeschrittener Erkrankung. Eine „Task Force“ ging in Schulen, sprach mit Familien und erklärte den Slogan: „With water, soap and cleanliness you can prevent trachoma.“

Weltweit sind 1,9 Millionen an Trachom erkrankt. Seit Jahren wird nun verstärkt versucht, die Krankheit mehr und mehr zu schwächen und schließlich zu eliminieren. Mexiko ist das dritte Land, welches das erreicht hat – zuvor schafften das der Oman und Marokko. Das große Ziel, also die weltweite Eliminierung von Trachom, soll bereits im Jahr 2020 erreicht werden.


Weiterführende Links und Quellen:

Bildquelle: CC0 Public Domain, Unsplash, Pixabay