Französischen ForscherInnen ist es gelungen, einem Patienten, der seit 15 Jahren im Wachkoma lag, mithilfe von Nervenstimulation Bewusstseinsregungen zu entlocken. Die Stimulation des Vagusnervs ist zum Teil bereits eine Behandlung für Epilepsie oder Depression – die Einzelfallstudie der Forschungsgruppe an der Université Claude Bernard Lyon 1 zeigt nun erstmals einen Erfolg bei Wachkomapatienten.

Zur Info: Der Vagusnerv zieht vom Gehirn aus in den Körper und kontrolliert die vegetativen Organe von Rachen, Brust und im oberen Bauchraum. (welt.de)

Bei Menschen im Wachkoma funktionieren meist noch die grundlegenden Körperfunktionen wie die Atmung oder der Schlaf-Wach-Rhythmus – eine bewusste Reaktion mit der Umwelt gibt es dabei jedoch nicht. Der 35-jährige Patient, er kam durch ein schweres Schädel-Hirn-Trauma nach einem Autounfall ins Wachkoma, kann nun, nach der Stimulation des Nervs, mit seinen Augen einem Objekt folgen oder auf Kommando seinen Kopf bewegen. Untersuchungen mittels Positronenemissionstomografie (PET) zeigten, dass sich zudem die Kommunikation verschiedener Hirnareale verbessert haben. Es scheint so, so die ForscherInnen, als wäre der Patient damit nicht mehr in einem vegetativen Zustand sondern in einem Zustand minimalen Bewusstseins.

Für die nahe Zukunft planen sie nun eine größere Studie mit mehr PatientInnen – erst danach kann festgestellt werden, ob die Stimulation des Vagusnervs grundsätzlich zur Behandlung von WachkomapatientInnen eingesetzt werden kann.


Weiterführende Links und Quellen:

Bildquelle: CC0 Public DomainSilasCamargoPixabay

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