#318 Spinnenseide für die Medizin

Die Fäden des Spinnennetzes bestehen Spinnenseide. Diese Spinnenseide ist „belastbarer als Nylon, Kevlar und alle anderen bekannten Fasermaterialien“ (wiwo.de). Der Standard beschreibt die Vorteile sogar noch genauer: „Spinnenseide ist, gemessen an ihrer Masse, fast viermal so belastbar wie Stahl und gleichzeitig enorm elastisch, leicht, wasserfest und mitunter sogar antibakteriell“.  Aus diesem Grund versuchen ForscherInnen und Chemiekonzerne seit Jahrzehnten, Spinnenseide künstlich herzustellen.

Im Mai 2017 haben z.B. ForscherInnen der University of Pennsylvania in Philadelphia das Genom der Goldenen Seidenspinne entschlüsselt und den Bauplan im Fachmagazin „Nature Genetics“ veröffentlicht. 2013 berichtete die Welt vom damals frisch gegründeten Unternehmen AMSilk, einer Ausgründung der Technischen Universität München (TUM), welches die Produktion von Spinnenseide namens „Biosteel“ beginnen konnte – für Kleidungsstücke. Christine Radtke, plastische Chirurgin und Leiterin der Klinischen Abteilung für Plastische und Rekonstruktive Chirurgie der MedUni Wien entwickelt mit ForschungskollegInnen am Einsatz von Spinnenseide, um beschädigtes und defektes Nervengewebe neu zu bilden, wie Kurier Ende Juli dieses Jahres berichtete.

Auch die Materialexperten der Universität Bayreuth sind vom Einsatz der Spinnenseide in der Medizin überzeugt. Thomas Scheibel (auf dessen 2001 veröffentlichte Forschungsarbeit übrigens AMSilk aufbaut) ist Professor in Bayreuth und konnte gemeinsam mit der Universitätsklinik Erlangen aufzeigen, dass sich der Stoff dafür eignet, das Herzgewebe für Herzinfarkt-PatientInnen wiederherzustellen. Vor allem die Seide des Indischen Seidenspinners funktioniert gut als Gerüstmaterial fürs Herzgewebe. Den ForscherInnen gelang es, das Seidenprotein in größeren Mengen und in gleichbleibend hoher Qualität zu produzieren. Ebenfalls gelang es, Brustimplantate mit Seidenproteinen zu beschichten – Spinnenproteine sind deutlich besser verträglich als Silikon.


Weiterführende Links und Quellen:

Bildquelle: CC0 Public Domainbella67Pixabay

 

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